Kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn – Arbeitslosenquote im Januar bei 4,5 Prozent

01.02.2026 | Presseinfo Nr. 42026

LANDKREIS LUDWIGSBURG. Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ludwigsburg deutlich gestiegen. Am Stichtag im Januar waren bei der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter insgesamt 14.274 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 943 Personen oder 7,1 Prozent mehr als im Dezember und 1.103 Personen oder 8,4 Prozent mehr als im Januar vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent (Januar 2025: 4,2 Prozent).

3.309 Frauen und Männer meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, darunter 1.736 direkt aus einer vorherigen Beschäftigung. Dem gegenüber standen 2.364 Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit, davon rund ein Drittel (766 Personen) in Verbindung mit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Damit fanden 13 Prozent mehr Arbeitslose eine neue Beschäftigung als im Vorjahresmonat. Zusätzlich nahmen 333 Personen eine Ausbildung auf oder haben mit einer Qualifizierungs- oder Trainingsmaßnahme begonnen.

1.437 Personen nahmen an einer von der Agentur für Arbeit geförderten beruflichen Weiterbildung teil, 103 oder 7,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Bei allen Personengruppen nahm die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zu. Die Spanne an Veränderungen reicht von plus 1,8 Prozent bei Ausländern bis plus 15,6 Prozent bei Deutschen. Bei Männern fiel der Zuwachs mit 11,5 Prozent deutlich größer aus als bei Frauen mit plus 4,5 Prozent.

„Die schon seit mehr als drei Jahren andauernde stetige Zunahme der Arbeitslosigkeit ist Folge einer anhaltenden konjunkturellen Schwäche und einer strukturellen Krise im Verarbeitenden Gewerbe. Betriebliche Anpassungsmaßnahmen vieler Unternehmen haben zu einem spürbaren Beschäftigungsrückgang in den industriellen Schlüsselbranchen geführt. Zugleich sehen wir aber auch als Gegengewicht zu dieser negativen Entwicklung weiterhin sichere Beschäftigungen in anderen Branchen, beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung, der Pflege, in den Gesundheitsberufen sowie im Handwerk, mit einem hohen Bedarf an Fach- und Arbeitskräften, “analysiert Martin Scheel, Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, die aktuell herausfordernde Lage am Arbeitsmarkt.
 

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (Agentur für Arbeit Ludwigsburg) waren im Januar 7.376 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 10,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem Zuwachs von 17 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent). 

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (kommunales Jobcenter Landkreis Ludwigsburg) waren 6.898 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Gegenüber Dezember entspricht das einem Plus von 3,3 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb die Zahl der Arbeitslosen mit einer geringfügigen Zunahme um 0,5 Prozent nahezu stabil. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vorjahr bei 2,2 Prozent.
 

Arbeitskräftenachfrage lässt nach

Die überaus schwache Dynamik am Arbeitsmarkt macht sich auch in der Arbeitskräftenachfrage bemerkbar. Im Januar meldeten die Unternehmen und öffentlichen Arbeitgeber dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur 480 neue Stellen. Das waren 35 Prozent weniger als im Dezember und 6,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen lag mit 2.539 Angeboten um 300 Stellen oder 10,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

In der aktuellen Arbeitsmarktsituation wird es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die vom Arbeitsplatzabbau in schrumpfenden Branchen betroffen sind, immer wichtiger sich neue berufliche Perspektiven in wachsenden Bereichen zu erschließen. Hier kann ein Quereinstieg mit Hilfe von gezielter Weiterbildung und Qualifizierung neue berufliche Chancen eröffnen.

Die Arbeitsagentur berät umfassend zu Chancen, Anforderungen und Fördermöglichkeiten einer beruflichen Neuorientierung. Interessierte erhalten Auskunft über die kostenfreie Service-Hotline 0800 4 5555 00.