Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn ist saisonbedingt durch das Auslaufen von befristeten Verträgen sowie durch die typische Winterarbeitslosigkeit in den Außenberufen durchaus üblich. Doch so stark wie in diesem Jahr stieg die Arbeitslosigkeit in Rheinhessen seit vielen Jahren nicht mehr an. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6 Prozent.
Der Bestand an Arbeitslosen weist damit den höchsten Wert des Monats Januar seit geraumer Zeit auf. Dies betrifft nahezu alle Personengruppen.
„In den Zahlen spiegeln sich immer deutlicher die Auswirkungen der anhaltend schwachen Wirtschaftslage“, so Heike Strack, Leiterin der Mainzer Arbeitsagentur. „Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit haben gegenüber dem Vormonat um über 45 Prozent zugenommen. Gleichzeitig ist die Zahl derjenigen, die aus der Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarkt zurückfinden, seit geraumer Zeit rückläufig.“
Auch deutlich weniger Stellenmeldungen verzeichnete die Agentur im Januar. Damit sinkt der Gesamtbestand an Stellen immer weiter ab. Angebote kamen vor allem aus dem Gesundheitswesen und dem öffentlichen Sektor. Zur Unterstützung der Personalsuche empfiehlt Strack offene Stellen der Agentur zu melden oder direkt in die Jobbörse einzustellen.
Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist eine der meistgenutzten Stellenplattformen in Deutschland, mit einer monatlichen Reichweite von über 6,5 Millionen Besuchern.
Die Agenturchefin weist außerdem darauf hin, dass konjunkturell bedingte Schwächephasen in einem Unternehmen nicht zwingend Entlassungen nach sich ziehen müssen. Vielmehr biete das Kurzarbeitergeld eine gute Möglichkeit, diese Phasen zu überbrücken. „Dadurch können bewährte Mitarbeitende im Betrieb gehalten werden“, erklärt Strack. „Sind sie einmal gekündigt, findet man angesichts der nach wie vor angespannten Fachkräftesituation unter Umständen nur schwer neues Personal.“
Erste Anlaufstelle zum Kurzarbeitergeld erhalten Betriebe beim Arbeitgeber-Service der Mainzer Arbeitsagentur. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig zu erwähnen, dass Betriebe, deren Mitarbeitende bereits im Jahr 2025 im Kurzarbeitergeld-Bezug waren, u.U. von einer verlängerten Sonderregelung profitieren, durch die sie bis zu maximal 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten könnten. Hier sollte aber eine individuelle Beratung in Anspruch genommen werden.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Januar waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 26.119 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 972 mehr als im Vormonat und 70 mehr als im Vorjahr.
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz im Januar 2026 gestiegen. 22.251 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.372 Personen mehr (7 Prozent) als im Dezember und 893 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,8 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 9.012 Personen (922 Personen mehr als im Vormonat und 1.035 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 13.239 Arbeitslose registriert (450 Personen mehr als im Vormonat, aber 142 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 776 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (366 weniger als im Vormonat und 247 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 5.184 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu ähnlichen Entwicklungen: Im Gesamtbezirk stieg die Arbeitslosenquote von 5,6 auf 6,0 Prozent. im Landkreis Mainz-Bingen von 4,9 auf 5,1 Prozent, in der Stadt Worms von 8,7 auf 9,2 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,7 auf 5,0 Prozent und in der Stadt Mainz von 5,6 auf 6,1 Prozent.