"Wir hatten für 2025 ein herausforderndes Jahr am Arbeitsmarkt in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss – wie auch landes- und bundesweit – prognostiziert. So ist es gekommen, und so wird es zunächst noch bleiben", fasste Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, den Rückblick und den Ausblick zusammen, ergänzte und betonte aber auch: "Wir haben die berechtigte Hoffnung auf das zweite Halbjahr 2026, wenn die Investitionsprogramme des Bundes in der Umsetzung zu greifen beginnen. Wir haben in unserem Agenturbezirk aktuell wieder ähnlich viele Arbeitslose wie 2009/10 während der Finanzkrise und haben damals erleben können, wie konjunkturelle Programme gegriffen und zu einer deutlichen Entspannung am Arbeitsmarkt beigetragen haben. Das sollte wieder gelingen. Mit der Arbeitsagentur und den Jobcentern stehen wir bereit, unseren Beitrag dabei zu leisten."
Der regionale Arbeitsmarkt war 2025 nicht nur von einer hohen Arbeitslosigkeit geprägt, in dem typische saisonale Impulse weitgehend aufgeblieben sind. Gleichzeitig blieb auch die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiterhin nahe dem 2024 erreichten Höchstwert, wenngleich erste Anzeichen eines rückläufigen Trends zu verzeichnen gewesen sind. Auffallend war laut Agentur für Arbeit darüber hinaus, dass die Arbeitgeber zurückhaltender als in den Jahren zuvor waren, neue offene Arbeitsstellen zu melden, beziehungsweise abwartender waren, diese zu besetzen. "Der Arbeitsmarkt befindet sich aktuell in einer Art von Dilemma. Auf der einen Seite steigt die Arbeitslosigkeit und herrscht in der Wirtschaft Unsicherheit, ob es genug Aufträge geben wird, und auf der anderen Seite steigt in einer ganzen Reihe von Branchen der Fachkräftebedarf, weil insbesondere die Zahl der Renteneintritte steigt", schilderte Stavroula Tsiantes, die neue Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Darauf gelte es durch Umschulungen, Qualifizierung und Teilqualifizierungen sowie weitere, von den Kundinnen und Kunden individuell benötigte Maßnahmen zu reagieren. "Glücklicherweise standen uns 2025 und stehen uns 2026 die benötigten finanziellen Mittel zur Verfügung", fasste Rainer Imkamp stellvertretend für die Gesprächspartner zusammen.
Die beiden Jobcenter im Agenturbezirk aus Stadt Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss beschrieben das vergangene Jahr etwas positiver als die Agentur für Arbeit, die Arbeitslose betreut, die sich neu oder erneut arbeitslos melden, während sie Menschen betreuen, die dem Arbeitsmarkt oftmals schon länger fern sind. "Wir konnten die Integrationen leicht erhöhen und die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften leicht reduzierten", erklärte Anja Winnefeld als Geschäftsführerin für das Jobcenter Mönchengladbach. Ähnliches berichtete für das Jobcenter Rhein-Kreis Neuss dessen Geschäftsführerin Sabine Hustedt, die für 2025 "einen Rückgang bei den SGBII-Bedarfsgemeinschaften" vermelden konnte und für 2026 ankündigte, "trotz der weiterhin schwierigen Arbeitsmarktlage die Anzahl der Integrationen in Beschäftigung und Ausbildung auf dem Niveau des Vorjahres halten zu können".
Beratung, Vermittlung und die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen stehen bei den Jobcentern und der Arbeitsagentur in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 2026 klar im Fokus. Es stelle sich nicht die Frage, ob sich der Arbeitsmarkt verändert, hieß es im Pressegespräch, sondern wie die Kundinnen und Kunden in diesem Prozess chancenorientiert begleitet werden. Deshalb sollen unter der Überschrift "gestalten statt reagieren" zusätzlich Angebote neu gemacht oder erprobte Angebote fortgesetzt werden. Dazugehören werden gemeinsame kleinformatige Job-Speed-Datings, um gezielt suchende Arbeitslose und Arbeitgeber zusammenzubringen (im ersten Quartal unter anderem für Betreuer, Berufskraftfahrer und die Landesgartenschau in Neuss). Nicht fehlen darf die Beteiligung an den „Weiterbildungsmessen Mittlerer Niederrhein“ in Mönchengladbach, Krefeld, dem Kreis Viersen und Rhein-Kreis Neuss sowie an den Berufsorientierungsmessen "Beruf konkret" in Neuss (Februar) und Mönchengladbach (September). Neu bei der Agentur für Arbeit kommt die vernetzte hybride Beratung hinzu, bei der Netzwerkpartner per Video in Beratungsgespräche geschaltet werden können, im Kundinnen und Kunden zusätzliche Wege zu ersparen. Und im Rhein-Kreis Neuss sollen die Aktivitäten des Jobcenters auf Instagram und Youtube weiter ausgebaut werden sowie ein Internetauftritt für die Jugendberufsagentur geschaltet werden, um die Angebote dieses Netzwerks sichtbarer zu machen.
Detaillierter Blick auf die Jahreswerte 2025
Im Bezirk der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss lag die Arbeitslosigkeit 2025 im Jahresdurchschnitt bei 31.496 Personen. Das sind 2.165 Personen oder 7,4 Prozent mehr als 2024. Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (SGB III) erhielten davon im Jahresdurchschnitt 10.363 arbeitslose Menschen. Das sind 1.125 Personen mehr als im Durchschnitt des Vorjahres (+12,2 Prozent). Grundsicherung gemäß SGB II erhielten im Jahresdurchschnitt 21.133 arbeitslose Frauen und Männer, die zur Gruppe der Bürgergeld-Empfänger gehören. Das sind 1.040 Personen mehr in der Betreuung der Jobcenter Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss als im Vorjahr (+5,2 Prozent). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank im Vorjahresvergleich. Zum Stichtag 30. Juni 2025 (aktuell verfügbare Daten) waren in der Stadt Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss insgesamt 267.622 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 0,2 Prozent weniger als zum 30. Juni 2024. Auf Jahressicht ging die Arbeitskräftenachfrage im Agenturbezirk Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss zurück. Die Anzahl neu gemeldeter offener Arbeitsstellen lag in Summe bei 10.603, damit minus 11,3 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.
In der Stadt Mönchengladbach lag die Arbeitslosigkeit 2025 im Jahresdurchschnitt bei 15.604 Personen. Das sind 978 Personen oder 6,7 Prozent mehr als 2024. Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (SGB III) erhielten davon im Jahresdurchschnitt 4.360 Männer und Frauen. Das sind 440 Personen mehr als im Durchschnitt des Vorjahres (+11,2 Prozent). Grundsicherung gemäß SGB II erhielten im Jahresdurchschnitt 11.244 arbeitslose Frauen und Männer, die zur Gruppe der Bürgergeld-Empfänger gehören. Das sind 538 Personen mehr in der Betreuung des Jobcenters Mönchengladbach als im Vorjahr (+5,0 Prozent). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im Vorjahresvergleich. Zum Stichtag 30. Juni 2025 (aktuell verfügbare Daten) waren in der Stadt Mönchengladbach insgesamt 105.796 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1,0 Prozent mehr als zum 30. Juni 2024. Auf Jahressicht ging die Arbeitskräftenachfrage in Mönchengladbach zurück. Die Anzahl neu gemeldeter offener Arbeitsstellen lag in Summe bei 5.174, damit minus 12,7 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.
Im Rhein-Kreis Neuss lag die Arbeitslosigkeit 2025 im Jahresdurchschnitt bei 15.892 Personen. Das sind 1.187 Personen oder 8,1 Prozent mehr als 2024. Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (SGB III) erhielten davon im Jahresdurchschnitt 6.003 Männer und Frauen. Das sind 685 Personen mehr als im Durchschnitt des Vorjahres (+12,9 Prozent). Grundsicherung gemäß SGB II erhielten im Jahresdurchschnitt 9.889 arbeitslose Frauen und Männer, die zur Gruppe der Bürgergeld-Empfänger gehören. Das sind 502 Personen mehr in der Betreuung des Jobcenters Rhein-Kreis Neuss als im Vorjahr (+5,4 Prozent). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank im Vorjahresvergleich. Zum Stichtag 30. Juni 2025 (aktuell verfügbare Daten) waren im Rhein-Kreis Neuss insgesamt 161.826 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 0,9 Prozent weniger als zum 30. Juni 2024. Auf Jahressicht ging die Arbeitskräftenachfrage im Rhein-Kreis Neuss zurück. Die Anzahl neu gemeldeter offener Arbeitsstellen lag in Summe bei 5.429, damit minus 9,9 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.