Saskia Esken zu Besuch im Jobcenter

Auch als Parteivorsitzende der SPD pflegt Saskia Esken als Bundestagsabgeordnete intensive Kontakte in ihren Wahlkreis. Am Mittwoch, dem 24. Januar besuchte sie das Jobcenter in Nagold.

02.02.2024 | Presseinfo Nr. 6

Auch als Parteivorsitzende der SPD pflegt Saskia Esken als Bundestagsabgeordnete intensive Kontakte in ihren Wahlkreis. Auf Einladung des Geschäftsführers des Jobcenters Landkreis Calw, Ortwin Arnold, besuchte Esken am Mittwoch, dem 24. Januar in Begleitung der SPD-Kreisrätin Dr. Ursula Utters das Jobcenter in Nagold. Mit dabei waren auch die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, Martina Lehmann, Arnolds Stellvertreter Udo Strobel und die Abteilungsleiterin für Soziale Hilfen im Landkreis Calw, Ina Gebauer.

Für den ersten Teil des Besuchs stand der Austausch mit den Mitarbeitenden sowie der Personalvertretung des Jobcenters auf der Tagesordnung. Hier konnte Esken aus erster Hand Informationen gewinnen, wie die tägliche Arbeit der Beschäftigten im Jobcenter ihres Wahlkreises aktuell aussieht.

„Ich finde es wichtig, dass sich Saskia Esken direkt bei uns im Jobcenter informiert, wie wir die Menschen erreichen und unterstützen. Besonders freut mich, dass sie sich auch alleine mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern austauschen konnte und sich so Einblicke aus der Praxis für ihre politische Arbeit holen konnte. Ich empfinde das als Wertschätzung unserer Arbeit,“ betonte Arnold.

Im Anschluss fand der Austausch mit den Geschäftsführungen von Arbeitsagentur und Jobcenter statt. Dabei berichtete Esken kurz über den aktuellen Stand beim Bürgergeld sowie bei der Kindergrundsicherung. „Wir haben hier schon viel gemacht, am Ende geht es immer darum, dass die Leistungen bei denen ankommen, die sie brauchen,“ so Esken. Bei Reformen sei es ihr auch immer sehr wichtig, dass Praktiker mit einbezogen werden.

Arbeitsagenturchefin Lehmann informierte die SPD-Chefin über die aktuelle Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt. Die großen wirtschaftlichen Unsicherheiten führten dazu, dass sich spürbar mehr Menschen arbeitslos melden müssen und gleichzeitig deutlich weniger neue Arbeitsstellen gemeldet werden. „Mit frühzeitiger Vermittlung und Beratung, gegebenenfalls ergänzt durch passgenaue Qualifizierung, gelingt es uns bisher noch gut, den Anstieg der Arbeitslosigkeit dennoch moderat zu halten,“ erläuterte Lehmann.

Sorge bereitet Lehmann die demografische Entwicklung: „Wir müssen in der Zehnjahresperspektive davon ausgehen, dass auch bei uns im Nordschwarzwald der Anstieg bei den über 60-Jährigen circa fünfmal höher ausfällt als bei den unter 20-Jährigen,“ veranschaulichte Lehmann. Einigkeit herrschte darüber, dass die Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten das Gebot der Stunde sei, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Hier warb die Agenturchefin für das neue Onlineportal für berufliche Weiterbildung „Mein Now“ (www.mein-now.de).

Laut Esken fehle es außerdem auch an der für Beschäftigung notwendigen Infrastruktur. Für die Familien gebe es keine hinreichenden Betreuungsangebote und die Kita-Studie habe gezeigt, dass Kita-Plätze häufig auch nicht zielgerichtet und sozial gerecht vergeben würden. Auch die Mobilität um in Arbeit zu kommen sei ein großes Problem.

Als weiteren Lösungsansatz, um der demografischen Schrumpfung des Arbeitskräfteangebotes entgegenzuwirken, sieht Esken die Ausweitung der Arbeitszeiten von teilzeitarbeitenden Frauen. „Wenn alle 2,5 Millionen Teilzeit arbeitenden Frauen eine Stunde mehr arbeiten würden, hätten wir 70.000 zusätzliche Vollzeitkräfte. Allein im Bereich der Erziehung könnten 10.000 zusätzliche Stellen entstehen,“ betonte Esken.

In diesem Zusammenhang stellte Lehmann noch das Programm „Kita-Direkteinstieg“ vor, das in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Calw und der Annemarie-Lindner-Schule Nagold ab Sommer an den Start gehen wird. Mit dem Programm soll zusätzliches Personal für die Kinderbetreuung gewonnen werden. Auch an dieser Stelle werde die seit langer Zeit sehr gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Arbeitsagentur und Jobcenter sichtbar, betonte Ina Gebauer.

Am Ende des Gesprächs drückte Esken ihre Wertschätzung für die Beschäftigten von Jobcenter und Arbeitsagentur aus. „Ich habe großen Respekt vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier täglich eine hervorragende und oft nicht einfache Arbeit leisten“, so Esken.

Danach ging es für Esken direkt weiter im Wahlkreis, mit neuen Eindrücken aus dem Jobcenter und aus der Arbeitsagentur.

Saskia Esken zu Besuch im Jobcenter
V.l.n.r.: Dr. Ursula Utters, Martina Lehmann, Saskia Esken, Ina Gebauer, Udo Strobel und Ortwin Arnold