Dezember-Arbeitslosigkeit und Jahresbilanz 2025: Geringster Anstieg seit zehn Jahren – Arbeitsmarkt im Landkreis zeigt sich widerstandsfähig

Neubrandenburg, 7. Januar 2026 – „Der Arbeitsmarkt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat sich im Dezember 2025 trotz der saisonalen Winterdynamik bemerkenswert stabil gezeigt. Mit einem Plus von 270 Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat verzeichnete der Landkreis den geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit in einem Dezember seit zehn Jahren. Im Jahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit sogar gesunken. Die hohe Zahl offener Stellen zeigt: Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten suchen viele Betriebe weiterhin Personal“, sagte Arbeitsagenturchef, Andreas Wegner, heute vor Journalisten. 

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Neubrandenburg | Im Dezember waren im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte 270 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im November. Insgesamt 11.681. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,2%. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres 126 Arbeitslose oder 1,1% weniger.

Andreas Wegner erläutert: „Der Anstieg von 270 Arbeitslosen ist im Dezember witterungs- und branchenbedingt normal. Dass dieser Zuwachs so moderat ausfällt, zeigt die Widerstandsfähigkeit unseres regionalen Arbeitsmarktes. Unternehmen halten ihr Personal, um qualifizierte Arbeitskräfte auch für künftige wirtschaftliche Belebungen nicht zu verlieren.“

Saisonale Effekte – aber deutlich gedämpfter als üblich
„Gerade in den Wintermonaten sehen wir üblicherweise stärkere Bewegungen am Arbeitsmarkt“, erklärte Wegner. „Im längerfristigen Durchschnitt fallen die Dezemberanstiege deutlich höher aus. Dass wir 2025 den niedrigsten Dezemberanstieg seit zehn Jahren verzeichnen, ist ein klares Signal: Betriebe setzen auf Kontinuität und Fachkräftebindung“, so Wegner weiter.

Ein wichtiger Faktor bleibt dabei der Fachkräftemangel: „Unternehmen trennen sich deutlich seltener von Beschäftigten, weil sie wissen, dass qualifizierte Arbeitskräfte bei einer konjunkturellen Belebung nur schwer zu ersetzen wären“, so Wegner weiter.

Entwicklung nach Personengruppen: unterschiedliche Dynamiken

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verlief im Dezember je nach Personengruppe unterschiedlich:

•    Männer: +242 Personen (+3,7 %)
•    Frauen: +28 Personen (+0,6 %)
•    Unter 20-Jährige: –14 Personen (–4,3 %)
•    15 bis unter 25 Jahre: +7 Personen (+0,5 %)
•    50 Jahre und älter: +154 Personen (+3,8 %)
•    55 Jahre und älter: +109 Personen (+3,5 %)
•    Ausländer: +2 Personen (+0,1 %)
•    Langzeitarbeitslose: +13 Personen (+0,3 %)

Wegner dazu: „Besonders positiv ist die Entwicklung bei den unter 20-Jährigen. Der Rückgang zeigt, dass die Übergänge von Schule über Ausbildung in den Arbeitsmarkt weiterhin gut begleitet werden.“

Nachfrage nach Arbeitskräften stabil:

•    450 neu gemeldete Stellen im Dezember (+71 gegenüber Vormonat)
•    5.364 Stellenmeldungen seit Jahresbeginn (+313 gegenüber Vorjahreszeitraum)
•    2.766 offene Stellen im Bestand (+402 gegenüber Vorjahr)

„Die hohe Zahl offener Stellen zeigt: Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten suchen viele Betriebe weiterhin qualifizierte Fachkräfte – in nahezu allen Branchen“, so Wegner.

Grundsicherung: Rückgang im Jahresvergleich

•    Bedarfsgemeinschaften: –631 gegenüber Vorjahr (–5,3 %)
•    Erwerbsfähige Leistungsberechtigte: –836 (–5,7 %)
•    Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte: –215 (–4,9 %)

„Diese Zahlen sind ein deutliches Signal: Mehr Menschen können ihren Lebensunterhalt wieder aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten“, kommentiert Wegner.


Langzeitarbeitslosigkeit: Rückgang im Jahresvergleich

•    SGB II-Langzeitarbeitslose: –196 Personen (–2,5 %)
•    Insgesamt: –40 Langzeitarbeitslose gegenüber Dezember 2024
 

„Die nachhaltige Integration langzeitarbeitsloser Menschen bleibt eine unserer wichtigsten Aufgaben. Die Zahlen zeigen, dass unsere Förder- und Qualifizierungsangebote hier Wirkung entfalten“, so Wegner.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im Dezember von –3% bei Frauen bis +2% bei Ausländern.

Unterschiedliche Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Rechtskreisen

•    SGB III (Bereich der Arbeitslosenversicherung): Anstieg um 241 Personen bzw. 7% zum Vormonat und 70 bzw. 2% zum Vorjahresmonat. Insgesamt 3.909 Personen.
•    SGB II (Bereich der Jobcenter - Bezieher von Bürgergeld): Anstieg um 29 Personen bzw. 0,4 % zum Vormonat und deutlicherer Rückgang um 196 Personen bzw. 3 % zum Vorjahresmonat. Insgesamt 7.772 Personen.


Mehr als 2.700 gemeldete freie Arbeitsstellen: Qualifizierte Arbeitskräfte sind gefragt

Zurzeit gibt es 2.766 freie gemeldete Arbeitsstellen. 76 weniger als im Vormonat und 402 mehr als im Dezember des Vorjahrs.
Die größte Nachfrage gab es im Dezember aus den Bereichen: Baugewerbe (353 freie Stellen im Bestand); Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (278); verarbeitendes Gewerbe (258); Gesundheits- und Sozialwesen (247); sowie im Gastgewerbe (132). 
Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Jahresbilanz 2025 und Ausblick 2026
Rückblickend auf das Jahr 2025 erklärte Arbeitsagenturchef Wegner: „Das Jahr war geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten, geopolitischen Risiken und einer anhaltenden Fachkräfteknappheit. Dennoch hat sich der Arbeitsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte als sehr robust erwiesen.“

Mit Blick auf 2026 fügte er hinzu: „Auch im kommenden Jahr wird es entscheidend sein, flexibel auf wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren. Wir werden Arbeitsuchende und Betriebe weiterhin intensiv unterstützen und gemeinsam mit unseren Partnern daran arbeiten, Beschäftigung zu sichern und neue Perspektiven zu eröffnen. Trotz aller Unsicherheiten bin ich zuversichtlich, dass unser regionaler Arbeitsmarkt widerstandsfähig bleibt.“

Jahreseckwerte 2025 für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

  • Die Zahl der Arbeitslosen lag im Jahresdurchschnitt bei 11.697. Damit waren 150 Personen oder 1 % mehr Männer und Frauen arbeitslos als 2024.
    o    Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für die Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute jahresdurchschnittlich 3.798 Personen. Das sind 183 oder 5 % mehr als im Vorjahr.
    o    Die Jobcenter im Landkreis, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählten im Jahresschnitt 7.897 Arbeitslose. Das sind 33 Personen oder 0,4 % weniger als 2024.
  • Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 9,2 %, ein Plus von 0,2 Prozentpunkten gegenüber 2024.
  • Die Zahl der Zugänge aus Erwerbstätigkeit lag in der Jahressumme bei 8.624 – damit unter dem Vorjahreswert von 9.032.
  • Im Verlauf des Jahres konnten 7.589 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit am ersten Arbeitsmarkt beenden. Das waren 207 Personen oder 3 % weniger als im Vorjahr.
  • Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Jahresdurchschnitt auf 4.818 – ein Plus von 65 gegenüber 2024.
  • Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Ende Juni 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 89.844. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 1.320 Personen oder 1,4 %, nach –1.331 Personen oder –1,5 % im Vorquartal. Bei Heimen und im Sozialwesen entstanden gegenüber dem Vorjahresquartal 148 zusätzliche Arbeitsplätze, im Gesundheitswesen +109 – während im verarbeitenden Gewerbe 499 Arbeitsplätze verloren gingen.
  • Auf hohem Niveau bewegt sich auch die Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen. Die Betriebe haben von Januar bis Dezember 2025 den gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams von Arbeitsagentur und Jobcenter im Seenplatte-Landkreis insgesamt 5.364 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet. Diese Zahl liegt um 313 Personen oder 6 % über dem Vorjahreswert.