Zitat:„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Oberhavel, Prignitz, Havelland und Ostprignitz-Ruppin war eine erwartbare Entwicklung. Die Arbeitslosenquote überschritt im Agenturbezirk Neuruppin erstmals seit Mai 2017 die Marke der 20.000 Arbeitslosen. Damit spiegelt sich die schwache Konjunktur weiterhin am regionalen Arbeitsmarkt wider. Hinzu kommt der saisonale Effekt zum Jahresbeginn, da befristete Arbeitsverträge oftmals im Dezember enden und es auch zu witterungsbedingten Freisetzungen auf dem Arbeitsmarkt kommt. Der Winter hat somit nicht nur die Natur und Straßenverhältnisse im Griff, sondern auch den Arbeitsmarkt. Nun ist es unsere Aufgabe mit gezielten Vermittlungs- und Qualifizierungsangeboten gegenzusteuern und sowohl den Bürgerinnen und Bürgern, als auch den Betrieben möglichst schnell neue Perspektiven zu öffnen“, fasst Beate Kostka, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neuruppin, den regionalen Arbeitsmarkt zusammen.
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuruppin (Landkreis Havelland, Landkreis Oberhavel, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Landkreis Prignitz) im Januar 2026 gestiegen. 20.275 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.079 Personen mehr (5,6 Prozent) als im Dezember und 578 Personen bzw. 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,7 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,6 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.000 Personen (704 Personen mehr als im Vormonat und 463 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.275 Arbeitslose registriert (375 Personen mehr als im Vormonat und 115 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Jobcenter wurden 61 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 622 (entspricht -3,5 Prozent) auf 17.173. Insgesamt wurden im Januar 21.642 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte in den Jobcentern betreut, das waren 908 Personen weniger (-4,0 Prozent) als vor einem Jahr.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 3.807 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.900 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.719 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 955 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 544 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (159 weniger als im Vormonat und 54 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in der Arbeitnehmerüberlassung, im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen. Aktuell befinden sich damit 4.705 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Die Regionen im Überblick
Landkreis Havelland: Saisontypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit, verstärkt durch konjunkturelle Situation in einer Kernbranche
Zitat:„Im Havelland setzt sich zu Beginn des Jahres die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fort. Konjunkturelle Herausforderungen – vor allem in einer Kernbranche des Havellandes, der Logistik –, aber auch saisonale Effekte haben zum wiederholten Male dazu geführt, dass sich im Landkreis mehr Menschen bei uns gemeldet haben, als der Arbeitsmarkt aufgenommen hat. Dabei konzentriert sich der Anstieg mit 10 Prozent insbesondere auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung. Insgesamt betrachtet hat die Arbeitslosenquote mit einem Anstieg von 0,4 Prozentpunkten im Havelland die 7 Prozent-Marke nun überschritten und liegt bei 7,2 Prozent. Zudem beobachten wir einen rückläufigen Stellenbestand und damit eine zögernde Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen – vor allem auch in der sonst so aufnahmefähigen Logistik-Branche“, sagt Beate Kostka zum Arbeitsmarkt im Havelland.
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Havelland im Januar 2026 gestiegen. 6.664 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 305 Personen mehr (4,8 Prozent) als im Dezember und 569 Personen bzw. 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,2 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,6 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 2.658 Personen (242 Personen mehr als im Vormonat und 291 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 4.006 Arbeitslose registriert (63 Personen mehr als im Vormonat und 278 Personen mehr als im Vorjahr). Durch das Jobcenter Havelland wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 207 (entspricht -4,0 Prozent) auf 4.985. Insgesamt wurden im Januar 6.446 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte im Jobcenter Havelland betreut, das waren 258 Personen weniger (-3,8 Prozent) als vor einem Jahr.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 1.172 Personen arbeitslos. Davon kamen 583 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 870 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 305 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 114 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (70 weniger als im Vormonat und 83 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in der Arbeitnehmerüberlassung, im verarbeitenden Gewerbe und im Handel. Aktuell befinden sich damit 1.453 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Landkreis Oberhavel: Saisontypischer Anstieg, aber Arbeitsmarkt noch stabil
Zitat:„Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Oberhavel ist jahreszeitentypisch im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Mit 5,4 Prozent weißt der Landkreis allerdings weiterhin die geringste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Neuruppin auf. Erfreulich ist, dass im Vergleich zum Vorjahr insgesamt weniger Menschen arbeitslos gemeldet sind. Auch wenn wir in Oberhavel ebenso auf leichte Zeichen einer konjunkturellen und saisonal üblichen Eintrübung blicken, bleibt der Arbeitsmarkt in diesem Landkreis noch stabil. Trotz der winterlichen Einflüsse konnten fast 350 Menschen in Oberhavel ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind fast 70 mehr als im Januar 2025“, konkretisiert Beate Kostka zum Landkreis Oberhavel.
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Oberhavel im Januar 2026 gestiegen. 6.460 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 392 Personen mehr (6,5 Prozent) als im Dezember, aber 65 Personen bzw. 1,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,5 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 2.823 Personen (281 Personen mehr als im Vormonat und 89 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 3.637 Arbeitslose registriert (111 Personen mehr als im Vormonat, aber 154 Personen weniger als im Vorjahr). Durch das Jobcenter Oberhavel wurden 56 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 107 (entspricht -1,9 Prozent) auf 5.495. Insgesamt wurden im Januar 6.933 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte durch das Jobcenter Oberhavel betreut, das waren 181 Personen weniger (-2,5 Prozent) als vor einem Jahr.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 1.295 Personen arbeitslos. Davon kamen 715 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 893 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 343 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 191 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (28 weniger als im Vormonat, aber 16 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in der Arbeitnehmerüberlassung, im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen. Aktuell befinden sich damit 1.366 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Landkreis Ostprignitz-Ruppin: Erneuter Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn
Zitat:„Wie in den letzten Monaten bleibt die gesamtwirtschaftliche Situation in Ostprignitz-Ruppin zu Beginn des neuen Jahres weiterhin eine Herausforderung. Hinzu kommen saisonale Effekte in den klassischen Außenberufen, wie der Baubranchen, im Bereich Garten und Landschaftsbau sowie im Hoch- und Tiefbau. Das heißt, die Arbeitslosigkeit ist erneut angestiegen. Im Januar sind mehr als 3.800 Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin arbeitslos gemeldet. Zudem beobachten wir vor allem im Vergleich zum Vorjahr einen rückläufigen Stellenbestand und damit eine zurückhaltende Arbeitskräftenachfrage bei den regionalen Unternehmen“, so Beate Kostka zu den Entwicklungen des Arbeitsmarktes in Ostprignitz-Ruppin.
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Januar 2026 gestiegen. 3.830 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 223 Personen mehr (6,2 Prozent) als im Dezember und 98 Personen bzw. 2,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,5 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,3 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.440 Personen (102 Personen mehr als im Vormonat und 96 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.390 Arbeitslose registriert (121 Personen mehr als im Vormonat und 2 Personen mehr als im Vorjahr). Durch das Jobcenter Ostprignitz-Ruppin wurden 62 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 139 (entspricht -3,8 Prozent) auf 3.567. Insgesamt wurden im Januar 4.342 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte vom Jobcenter Ostprignitz-Ruppin betreut, das waren 237 Personen weniger (-5,2 Prozent) als vor einem Jahr.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 726 Personen arbeitslos. Davon kamen 330 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 502 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 165 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 104 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (22 weniger als im Vormonat und 23 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell im verarbeitenden Gewerbe, in der Arbeitnehmerüberlassung und im Handel. Aktuell befinden sich damit 792 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Landkreis Prignitz: Arbeitslosigkeit steigt im Januar, bleibt aber leicht unter Vorjahresniveau
Zitat:„In der Prignitz sind im Januar mehr Menschen arbeitslos als im Vormonat. Die Arbeitslosigkeit liegt mit etwa 3.300 Menschen allerdings leicht unter dem Vorjahresniveau. Besonders gut gelang es in der Prignitz, Menschen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit nahtlos in Beschäftigung zu bringen. Hervorzuheben ist in der Prignitz zudem, dass der Stellenzugang und -bestand im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Trotz wirtschaftlichen Herausforderungen und winterlichen Bedingungen signalisiert dies eine stabile Arbeitskräftenachfrage“, führt Beate Kostka zum Prignitzer Arbeitsmarkt aus.
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Prignitz im Januar 2026 gestiegen. 3.321 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 159 Personen mehr (5,0 Prozent) als im Dezember, aber 24 Personen bzw. 0,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,8 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 8,8 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.079 Personen (79 Personen mehr als im Vormonat, aber 13 Personen weniger als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.242 Arbeitslose registriert (80 Personen mehr als im Vormonat, aber 11 Personen weniger als im Vorjahr). Durch das Jobcenter Prignitz wurden 68 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 168 (entspricht -5,1 Prozent) auf 3.127. Insgesamt wurden im Januar 3.921 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte durch das Jobcenter Prignitz betreut, das waren 232 Personen weniger (-5,6 Prozent) als vor einem Jahr.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 614 Personen arbeitslos. Davon kamen 272 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 454 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 142 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 135 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (39 weniger als im Vormonat, aber 36 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell im verarbeitenden Gewerbe, in der Arbeitnehmerüberlassung und im Baugewerbe. Aktuell befinden sich damit 1.094 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.