Saisonale Effekte und wirtschaftliche Schwäche hinterlassen Spuren am Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen im Januar 2026: 9.467 Personen

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 9

- Zahl der Arbeitslosen im Januar 2026: 9.467 Personen

- Arbeitslosenquote: 5,0 Prozent um 0,9 Prozentpunkte höher als im Vormonat sowie gleichbleibend zum Vorjahresmonat

- Stellenbestand bei 2.498 gemeldeten Arbeitsstellen

- 131.923 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum 30. Juni 2025 

 

Veränderung zum Vormonat in %

Januar 2026

Veränderung zum Vorjahresmonat in %

23,7

9.467

Arbeitslose

1,7

17,8

874

Jugendliche unter 25 Jahren

-1,6

5,7

2.048

Langzeitarbeitslose

16,1

-1,2

2.498

Gemeldete Stellen 2)

2,6

52,8

3.308

Zugang an Arbeitslosen

0,7

-7,1

1.515

Abgang an Arbeitslosen

-0,7

0,9

5,0 %

Arbeitslosenquote 1)

0,0

1) Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen; Veränderung in Prozentpunkten
2) Bei den gemeldeten Arbeitsstellen handelt es sich um ungeförderte Arbeitsstellen ohne selbstständige/freiberufliche Tätigkeiten und ohne Stellen der privaten Arbeitsvermittlung


Zunahme der Winterarbeitslosigkeit im Januar

Im Januar waren insgesamt 9.467 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 23,7 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 5,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt im Januar somit um 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats (plus 1.814 Personen). Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist bei allen Personengruppen zu beobachten. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist gegenüber dem Vormonat um 111 Personen gestiegen. Auch bei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit nahm die Arbeitslosigkeit – nicht zuletzt saisonbedingt – um 429 Personen gegenüber Dezember 2025 zu. Zudem verzeichneten sowohl die unter 25jährigen als auch die Gruppe 50plus einen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

„Zu Beginn des Jahres steigt die saisonale Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk erfahrungsgemäß auf ihren höchsten Wert. Zusätzlich hinterlassen die anhaltend schwache Konjunktur und der tiefgreifende Wandel des Arbeitsmarkts deutliche Spuren. Das zeigt sich unter anderem in einem vermehrten Einsatz von Kurzarbeit und einer spürbar nachlassenden Nachfrage nach Arbeitskräften. Von den fast 9.400 registrierten Arbeitslosen zählen rund 1.900 zu den sogenannten Wiedereinstellern. Sie verlieren ihre Stelle zwar witterungsbedingt, verfügen jedoch bereits über eine feste Zusage ihres Arbeitgebers, um im Frühjahr wieder zurückkehren zu können“, sagt Eva-Maria Kelch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau.

Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Januar waren durch die zunehmende Winterarbeitslosigkeit deutlich mehr Personen im Bereich der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung gemeldet als im Bürgergeld. Zu Jahresbeginn lag die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB III daher bei 3,0 Prozent und 5.708 arbeitslosen Personen. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg um 163 Personen oder 2,9 Prozent dar.

Im Rechtskreis SGB II lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 2,0 Prozent und 3.759 Erwerbslosen. Dies entspricht einem minimalen Rückgang zum Vorjahresmonat um 9 Personen oder 0,2 Prozent.

Hohe Zugänge an Arbeitslosen im Januar

Zum Jahresanfang liegt die Zahl der neu gemeldeten Arbeitslosen mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit. Im Januar meldeten sich 3.308 Personen neu oder erneut arbeitslos, 24 Personen mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.515 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 11 Personen weniger als im Januar 2025. 

Arbeitskräftenachfrage auf niedrigem Niveau

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Passau bleibt die Nachfrage der Arbeitgeber nach Arbeitskräften verhalten. Der Stellenbestand verharrt mit knapp 2.500 Angeboten auf dem Niveau des Vorjahres. Derzeit werden vor allem Fachkräfte gesucht, mit 1.614 offenen Stellenangeboten. Zudem gibt es 550 Positionen für Experten/Spezialisten, aber auch Chancen für Helferinnen und Helfer.

Aktuelle Entwicklung des Ausbildungsmarktes 

Seit Beginn des Berichtsjahres 2025/2026 wurden der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Passau 1.979 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dies sind 358 Ausbildungsstellen (minus 15,3 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Seit Oktober meldeten sich 1.088 Bewerber/innen – ein Anstieg um 88 Personen oder 8,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der überwiegende Teil der Bewerberinnen und Bewerber, die sich an die Berufsberatung wenden, strebt einen Realschulabschluss an; am zweithäufigsten wird ein Hauptschulabschluss erwartet, gefolgt vom (Fach-)Hochschulabschluss.

Anzeigen auf Kurzarbeit

Im Kalendermonat Januar wurden von 17 Betrieben 110 Personen neu zur Kurzarbeit angezeigt „Unternehmen, die bereits von der wirtschaftlichen Lage belastet sind und Kurzarbeit nutzen, gewinnen durch die Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2026 spürbar Planungssicherheit. Die Regelung verstärkt ihre Fähigkeit, qualifizierte Beschäftigte langfristig zu halten und weiterhin auf Entlassungen zu verzichten“, so Kelch.