Vogtland: Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn

Im Vogtland waren im Januar 7.282 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet, dies sind 768 oder 11,8 Prozent mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 632 Personen oder 9,5 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 6,6 Prozent.

31.01.2024 | Presseinfo Nr. 13

„Im Vogtland ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn deutlich gestiegen. Der Anstieg stellt eine typische Entwicklung für unsere Region zum Jahresanfang dar. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit mit einem Plus von über 600 Personen jedoch deutlicher gestiegen“, konstatiert Agenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg. „Kennzeichnend sind saisonal bedingte Arbeitslosmeldungen. Aber auch Beschäftigungsverhältnisse, die zum Quartals- oder Jahresende ausgelaufen sind, werden erst in diesem Monat in der Arbeitsmarktstatistik abgebildet. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vorrangig die Arbeitslosenversicherung und zieht sich durch fast alle Personengruppen. Betroffen waren hauptsächlich Männer aus dem Baugewerbe. Wir verzeichnen aber auch verstärkte Zugänge aus dem Verkehr und Logistikbereich, dem Handel, dem Bürobereich sowie bei den Kraftfahrern/Fahrzeugführern. In den nächsten Monaten wird die weitere Entwicklung maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die wirtschaftliche Anspannung löst und die Konjunktur wieder anzieht – damit alle arbeitsuchenden Menschen davon profitieren können. Bis dahin werden wir ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Wir werden mit Rat und Tat zur Seite stehen, beraten, fördern, vermitteln und somit unseren Beitrag leisten – für die Menschen und Unternehmen in der Region.“

Aktuell liegen die ersten Daten für das Ausbildungsjahr 2023/2024 vor, aus denen sich eine erste Tendenz für die Entwicklung auf dem regionalen Ausbildungsmarkt ablesen lässt. „Gemeinsam arbeiten wir daran, dass möglichst vielen jungen Menschen im Vogtland der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung gelingt. Bereits jetzt stehen uns fast 1.200 freie Ausbildungsstellen zur Besetzung zur Verfügung. Das ist ein Anstieg von über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen belegen, dass die Unternehmen in der Region auch in konjunkturell schwierigen Phasen und unter ungünstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in ihrem Engagement für die Ausbildung nicht nachlassen. Über 700 Jugendliche haben sich bis jetzt als Bewerber bei uns gemeldet – fast 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit sind die Chancen auf eine Ausbildung im Vogtland auch in diesem Jahr sehr gut. Um die erforderliche Unterstützung leisten zu können, sollte der konkrete Fahrplan zum Berufsstart frühzeitig mit unseren Berufsberaterinnen und Berufsberatern besprochen werden. Dafür bieten wir auch in den Winterferien Sprechzeiten für Jugendliche und Eltern an. Vereinbaren Sie gleich einen Termin“, so Cordula Hartrampf-Hirschberg abschließend.

  • Arbeitslosenzahl im Januar: 7.282
  • Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: +768 oder +11,8 Prozent
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +632 oder +9,5 Prozent
  • Arbeitslosenquote im Januar: 6,6 Prozent

Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,0 Prozent.

Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im Januar 1.901 Frauen und Männer, 344 mehr als im Dezember und 256 mehr als vor einem Jahr. 1.007 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 237 nach einer Ausbildung oder dem Besuch einer Maßnahme arbeitslos.

Im Januar konnten 1.148 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 113 Menschen weniger als im Monat zuvor und 144 mehr als vor einem Jahr. 311 von ihnen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, 247 begannen eine Ausbildung oder eine Qualifizierung.

Derzeit sind im Plauener Agenturbezirk 680 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 30 mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen um 46 bzw. rund 7 Prozent höher.

Die Zahl älterer Arbeitsloser hat sich im Vergleich zum Vormonat um 394 Personen erhöht. Ende Januar waren im Vogtland 2.940 Frauen und Männer ab 50 Jahre arbeitslos, 261 bzw. rund 10 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Aktuell sind 29,9 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Plauen länger als ein Jahr auf Jobsuche. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Vormonat um 86 auf 2.176 gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 450 bzw. rund 26 Prozent höher.

Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote notiert nach wie vor Klingenthal mit 4,4 Prozent. Danach folgen Oelsnitz mit 5,0 Prozent und Auerbach mit 5,3 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 6,8 Prozent und Plauen bei 8,1 Prozent.

Arbeitslose nach Rechtskreisen - Vorjahresvergleich:
Im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) sind 2.731 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 180 mehr als im Januar 2023 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 4.551 Personen, 452 mehr als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage:
Im Januar wurden 317 Stellen gemeldet, das sind rund 19 Prozent weniger als im Vormonat und annähernd so viele wie vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Stellen liegt mit rund 2.460 rund 2 Prozent unter dem Vormonat und über 4 Prozent unter dem Vorjahr. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden das Verarbeitende Gewerbe (583 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (291), der Handel (191), der Bereich Unternehmensführung/Organisation (125), das Baugewerbe (102), Verkehr und Lagerei (98), die öffentliche Verwaltung (76), das Gastgewerbe (72) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (654).

Unterbeschäftigung:
Im letzten Monat haben nach ersten Hochrechnungen rund 1.600 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder gesetzliche Regelungen in Anspruch genommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung auf 8.869. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Januar bei 7,9 Prozent (Vormonat: 7,2 Prozent; Vorjahr: 7,3 Prozent).