- 291.017 Arbeitslose im Dezember 2025 (plus 0,2 Prozent gegenüber Vormonat)
- Saisonbereinigte Arbeitslosigkeit steigt
- Arbeitslosenquote stagniert bei 4,5 Prozent
- Jugendarbeitslosenquote sinkt leicht auf 3,6 Prozent
Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit im Dezember steigt – wächst aber langsamer
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent auf 291.017 leicht gestiegen. Der seit Mitte 2022 nahezu ununterbrochene Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit setzte sich im Dezember 2025 fort (plus 1.000 Personen bzw. plus 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat). Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchs die Arbeitslosigkeit weniger stark als in den letzten Monaten (Dezember 2025: plus 6,3 Prozent, November 2025: plus 6,9 Prozent, Oktober 2025: plus 7,5 Prozent, September 2025: plus 9,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt im Dezember 2025 unverändert bei 4,5 Prozent.
2025 endet mit höherer Arbeitslosigkeit
Baden-Württemberg verzeichnet das dritte Jahr in Folge einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren knapp 294.000 Menschen arbeitslos gemeldet – das ist der höchste jahresdurchschnittliche Stand seit 2006. Seit 2022 ist die Arbeitslosigkeit um etwa ein Drittel gestiegen (Jahresdurchschnitt 2022: 223.119). Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 3,5 Prozent (2022) auf 4,6 Prozent (2025).
75.000 offene Stellen – überwiegend für qualifizierte und hochqualifizierte Menschen
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren über 75.000 offene Stellen bei den Agenturen für Arbeit gemeldet. In über 80 Prozent der vakant gemeldeten Stellen werden Fachkräfte, Spezialisten und Experten gesucht – also Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem höheren Abschluss. Weniger als 20 Prozent der offenen Stellen sind auf Helferniveau. Die Zahl der offenen Stellen ist seit 2022 um über ein Fünftel zurückgegangen (2022: 95.715).
Mehr Beschäftigungsaufnahmen in 2025 – auch bei Geflüchteten
Auch wenn 2025 die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung die Abmeldungen in Beschäftigung bei weitem übersteigen, konnten mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigungsaufnahme beenden als im Vorjahr (plus 7,4 Prozent). Positiv verläuft weiterhin auch die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter. Bei dem Personenkreis der acht stärksten Asylherkunftsländer[1] stiegen die Beschäftigungsaufnahmen im Jahr 2025 um 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ihre Arbeitslosigkeit ging im Dezember 2025 um 4,5 Prozent (minus 1.114 Personen) gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Bei den Ukrainerinnen und Ukrainern haben im Jahr 2025 15,7 Prozent mehr ihre Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigungsaufnahme beendet als im Vorjahr. Ihre Arbeitslosigkeit stagnierte im Dezember 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat (plus 0,2 Prozent bzw. plus 58 Personen).
Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, bewertet diese Entwicklung positiv: „Das Plus bei den Beschäftigungsaufnahmen, vor allem bei den Geflüchteten, ist der Erfolg aller beteiligten Arbeitsmarktakteure, insbesondere der Unternehmen, die den Menschen eine Chance geben. 2026 gilt es, diesen Weg weiter zu forcieren, denn Integration und gesellschaftliche Teilhabe vollziehen sich über Erwerbsarbeit.“
Martina Musati bewertet den Arbeitsmarkt 2025 und den Ausblick auf 2026 wie folgt: „Sehr hohe Kurzarbeit und mehr Arbeitslosmeldungen bestimmten 2025 den Arbeitsmarkt. Es fehlt weiterhin an Dynamik – die Nachfrage nach Beschäftigung ist zu gering, wie der niedrige Bestand an vakant gemeldeten Stellen zeigt. Wir forcieren in 2026 weiterhin die Vermittlung in Beschäftigung und die berufliche Qualifizierung. Dafür intensivieren wir die Zusammenarbeit mit den Unternehmen im Land und setzen den Weg der beruflichen Qualifizierung mit Blick auf die Fachkräftesicherung konsequent fort. 2025 haben wir mit rund 460 Millionen Euro 25 Prozent mehr in berufliche Weiterbildung investiert als im Vorjahr.“ Musati betont: „Nach der Arbeitsmarktprognose für 2026 soll die Arbeitslosigkeit im Land nicht weiter ansteigen. Jetzt kommt es auf Impulse für den Arbeitsmarkt an – diese erwarten wir auch vom Investitionspaket der Bundesregierung.“
Kurzarbeit im Südwesten weiterhin auf hohem Niveau
Im September 2025 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 48.613 Personen in Kurzarbeit. Das sind knapp ein Fünftel mehr als im Vormonat (August 2025: 40.987 Personen). In den Urlaubs- und Ferienmonaten August und September sind geringere Kurzarbeiterzahlen üblich. Sie liegen dennoch weiterhin auf einem hohen Niveau: Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt 1,0 Prozent – doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe, vor allem die Metall- und Elektroindustrie.