- 300.348 Arbeitslose im Juli 2026 (plus 1,4 Prozent gegenüber Vormonat)
- Arbeitslosenquote bleibt bei 4,6 Prozent
- Jugendarbeitslosenquote steigt auf 3,9 Prozent
Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit steigt im Juli erneut über die Marke von 300.000
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Juli 2026 im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent auf 300.348 gestiegen. Im bisherigen Jahresverlauf liegt die Arbeitslosigkeit damit den fünften Monat über der Marke von 300.000 – nur im Mai und Juni lag sie knapp darunter. Der Anstieg ist jahresüblich, da in den Monaten Juni und Juli Ausbildungen enden und Arbeitsverträge sowie schulische und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auslaufen. 27.017 junge Menschen waren im Juli arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit ist damit überdurchschnittlich gestiegen (plus 8,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat). Insgesamt betrachtet steigt die Jugendarbeitslosigkeit bereits das vierte Jahr in Folge – der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr fällt mit plus 6,1 Prozent in diesem Jahr aber geringer aus als in den Vorjahren (2023: plus 11 Prozent, 2024: plus 16,3 Prozent, 2025: plus 6,6 Prozent).
Ausbildungsmarkt: deutlich weniger Ausbildungsstellen
Die gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen liegen aktuell um rund 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang der Ausbildungsstellen fällt deutlich stärker aus als in den beiden Vorjahren. Die beiden ausbildungsstärksten Branchen Industrie und Handel (inkl. Instandhaltung und Reparatur von Kfz) verzeichnen die stärksten Rückgänge: die Industrie mit über 10 Prozent (minus 1.830 Ausbildungsstellen) und der Handel (inkl. Instandhaltung und Reparatur von Kfz) mit über 25 Prozent (minus 4.412). Beide Branchen stellen aber weiterhin die meisten Ausbildungsplätze. Auf sie entfällt knapp die Hälfte aller gemeldeten Ausbildungsstellen. Auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen kommen 80 Bewerberinnen und Bewerber. Damit bleibt der Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg trotz des Rückgangs an Ausbildungsstellen weiterhin ein – im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächerer – Bewerbermarkt.
Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Der hohe Rückgang an Ausbildungsstellen ist ein Warnsignal. Damit wir in ein paar Jahren mit Blick auf den Fachkräftebedarf nicht die Versäumnisse von heute diskutieren, müssen wir jetzt alles unternehmen, um jungen Menschen eine Chance auf Ausbildung sowie nach der Ausbildung auf eine Beschäftigung zu geben. Deshalb bitte ich die Betriebe, ihre Ausbildungsbereitschaft hochzuhalten. Wir brauchen einen stabilen Ausbildungsmarkt.“
Mit Blick auf die Sommerferien appelliert Martina Musati an die Jugendlichen und ihre Eltern: „Ich rate allen Jugendlichen, die noch keine Anschlussperspektive nach den Ferien haben, über ihr Smartphone einen Termin bei der Berufsberatung zu vereinbaren, ein Praktikum zu machen, um die eigenen Stärken und Interessen kennenzulernen, oder bei einem Ferienjob erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Noch gibt es gute Chancen, im September eine Ausbildung zu beginnen.“
Kurzarbeit im Südwesten
Im April 2026 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 36.441 Personen in Kurzarbeit. Das sind etwa gleich viele Kurzarbeitende wie im Vormonat (März 2026: 34.564 Personen), aber etwa die Hälfte weniger als im Vorjahr (April 2025: 67.276). Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt im April 2026 weiterhin 0,7 Prozent.