Arbeitsmarkt startet mit wenig Schwung ins neue Jahr

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 4

  • 310.443 Arbeitslose im Januar 2026 (plus 6,7 Prozent gegenüber Vormonat)
  • Arbeitslosenquote steigt saisonbedingt auf 4,8 Prozent
  • Jugendarbeitslosenquote liegt bei 3,8 Prozent 

Arbeitslose 
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen Baden-Württemberg 

 

Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

 

Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar 2026 

Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Januar 2026 im Vergleich zum Vormonat um 6,7 Prozent auf 310.443 gestiegen – und damit auf den höchsten Wert seit 2007. Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchs die Arbeitslosigkeit weniger stark als in den letzten vier Jahren (Januar 2026: plus 5,5 Prozent, Januar 2025: plus 9,7 Prozent, Januar 2024: plus 10,2 Prozent, Januar 2023: plus 8,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt im Januar 2026 saisonbedingt auf 4,8 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat). 

Dynamik am Arbeitsmarkt ist weiterhin gering 
Im Januar 2026 haben sich rund 36.000 Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 45,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Zunahme der Arbeitslosmeldungen hat überwiegend saisonale Gründe, wie zum Beispiel das Ende einer befristeten Beschäftigung zum 31. Dezember 2025. Gleichzeitig konnten rund 16.500 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Die Dynamik am Arbeitsmarkt ist aktuell zu gering, um eine Trendwende am Arbeitsmarkt einzuleiten.

Sabine Schultheiß, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Der Arbeitskreis startet mit wenig Dynamik ins neue Jahr. Beschäftigte und arbeitslose Menschen sollten die aktuelle Arbeitsmarktsituation nutzen, um in neue Kompetenzen zu investieren. Die Agenturen für Arbeit werden in diesem Jahr voraussichtlich nochmals mehr in die Förderung beruflicher Weiterbildung investieren und den bereits sehr hohen Vorjahreswert von rund 470 Millionen Euro übertreffen. Keine Qualifizierung wird an fehlendem Geld scheitern.“

Sabine Schultheiß ergänzt mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf „2026 ist eine Trendwende am Arbeitsmarkt möglich. Voraussetzung ist, dass das Investitionspaket der Bundesregierung Wirkung entfaltet und Impulse für den Arbeitsmarkt liefert.“

Langzeitarbeitslosigkeit erreicht höchsten Stand seit Oktober 2007
Im Januar 2026 waren rund 92.300 Menschen langzeitarbeitslos. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2007. Als langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr oder länger ununterbrochen arbeitslos ist. Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter nutzen verschiedene Instrumente, um langzeitarbeitslose Menschen bei einer Beschäftigungsaufnahme zu unterstützen. Die Teilhabe am Arbeitsmarkt (§ 16i) ist ein Instrument, das sich an besonders arbeitsmarktferne, langjährige Leistungsbeziehende in der Grundsicherung wendet. Aktuell befinden sich über 1.300 langzeitarbeitslose Menschen in einer Förderung nach § 16i, die bis zu fünf Jahre dauern kann. 2025 traten rund 230 Personen in eine solche Maßnahme ein. Die baden-württembergischen Jobcenter planen 2026 mit einem Viertel mehr Förderungen, um noch mehr langjährigen langzeitarbeitslosen Menschen eine Brücke in den Arbeitsmarkt zu bauen. 

Kurzarbeit im Südwesten weiterhin auf hohem Niveau 
Im Oktober 2025 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 50.985 Personen in Kurzarbeit. Das sind knapp neun Prozent mehr als im Vormonat (September 2025: 46.881 Personen). Im Urlaubs- und Ferienmonat September sind geringere Kurzarbeiterzahlen üblich. Sie liegen dennoch weiterhin auf einem hohen Niveau: Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt 1,0 Prozent – fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe, vor allem die Metall- und Elektroindustrie.