Arbeitsmarkt weiter unter Druck – Arbeitslosigkeit pendelt sich auf hohem Niveau ein

01.07.2025 | Presseinfo Nr. 12

  • Im Juni hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen: Insgesamt sind 305.707 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 34.596 Personen oder 12,8 Prozent mehr als im Juni 2024.
  • Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent gestiegen.
  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,97 Mio. Beschäftigten. Im Vorjahresvergleich ist dies ein Plus von 8.000 (+0,1 Prozent).
  • Die Zahl der Kurzarbeitenden ist im Vergleich zum Vorjahr um 22.386 Personen auf
    56.608 Personen angestiegen; das ist eine Steigerung von 60 Prozent.
Arbeitslosenzahl im Juni:-672 auf 305.707 (-0,2 Prozent)
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:+34.596 (+12,8 Prozent)
Arbeitslosenquote im Juni:3,9 Prozent (+/- 0 Prozentpunkte)
Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich:+0,4 Prozentpunkte
Realisierte Kurzarbeit:56.608 (März 2025)
Realisierte Kurzarbeit im Vorjahresvergleich:+22.386 (+60 Prozent)

„Im Juni gibt es keine Entspannung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt. Der Rückenwind, den es für eine Trendwende bräuchte, bleibt weiterhin aus. Wir sehen mit fast 35.000 zusätzlichen Arbeitslosen erneut einen ungewöhnlich starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Damit gibt es in Bayern so viele Arbeitslose in einem Juni wie seit 2009 nicht mehr. Zwar sind im Vergleich zum Vormonat geringfügig weniger Menschen neu arbeitslos geworden, zugleich konnten aber auch weniger Menschen eine Arbeit neu aufnehmen. Die Beschäftigung wächst kaum noch. Wer jetzt arbeitslos ist, hat es schwer, eine neue Arbeit zu finden, da auch die Unternehmen weiter zurückhaltend sind, neues Personal einzustellen“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcenter, die aktuelle Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im Juni 2025 zusammen.

Im Juni sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat im Vergleich zum Vormonat um 672 bzw. 0,2 Prozent auf 305.707. Zum Vorjahresmonat Juni 2024 zeigt sich weiterhin eine deutliche Zunahme an Arbeitslosen um 34.596 Personen bzw. +12,8 Prozent. Dieser Anstieg geht zu zwei Drittel auf deutsche Erwerbspersonen zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt im Juni 3,9 Prozent und ist damit im Vergleich zum Mai unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2024 stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte. Trotz dieser Entwicklungen belegt Bayern im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz. Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im Juni 2025 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,6 Prozent auf. Im Berichtszeitraum können 25 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (26 Prozent) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 Prozent und damit Vollbeschäftigung vorweisen. Die Landkreise Bad-Tölz-Wolfratshausen und Donau-Ries haben mit einer Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent den geringsten Wert in ganz Bayern.

Im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Anzeigen auf Kurzarbeitergeld zu registrieren. Die Anzeige von Kurzarbeitergeld ist Voraussetzung für die spätere Realisierung. Auch hier ist ein deutlicher Anstieg im Vorjahresvergleich zu verzeichnen: Im März 2025 haben 779 Betriebe bzw. 22.386 Menschen mehr als im Vorjahr Kurzarbeitergeld bezogen. Damit waren im März 2025 (letzter Stand) nunmehr 56.608 Personen in Kurzarbeit (Steigerung um +60 Prozent). Von Kurzarbeit besonders betroffen sind die Wirtschaftsbereiche Maschinenbau und die Herstellung von Metallerzeugnissen.

Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt weiter

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Bayern verschlechterte sich nochmals leicht und verharrt damit nach wie vor im deutlich negativen Bereich. Während die Erwartungen der Unternehmen an die zukünftige Entwicklung wieder pessimistischer ausfielen, verbesserte sich die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage geringfügig – bleibt aber weiterhin deutlich im negativen Bereich. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist weiterhin rückläufig. Im ersten Halbjahr wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 123.790 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 10,3 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr. Diese rückläufige Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich in fast allen Branchen, besonders jedoch in der Arbeitnehmerüberlassung, auf die über ein Drittel des gesamten Stellenrückgangs entfällt. Mit einem derzeitigen Bestand von 111.567 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich um 16,1 Prozentpunkte gesunken.

Im April (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um 4.600 Beschäftigte (+0,1 Prozentpunkte) auf 5.967.600 gestiegen. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein geringes Plus von 8.000 Beschäftigten (+0,1 Prozentpunkte). Auch wenn die Beschäftigung weiter wächst, so beträgt das Wachstum nur noch weniger als ein Fünftel zum Wachstum aus dem Vorjahr. Am deutlichsten ist die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, bei Heimen und im Sozialwesen und dem öffentlichen Dienst gestiegen. Im Verarbeitenden Gewerbe, hier besonders der Metall-, Elektro-und Stahlindustrie, der Arbeitnehmerüberlassung und dem Handel zeigt sich dagegen ein deutlicher Beschäftigungsabbau.

„Das Wachstum der Beschäftigung fällt zunehmend mager aus und droht langsam zum Erliegen zu kommen. Wir müssen alle inländischen und ausländischen Potenziale aktivieren, um diesem Trend entgegenzuwirken“, so Schmitz zur aktuellen Beschäftigungssituation in Bayern.

Chancen auf dem Ausbildungsmarkt


In Bayern sind einen Monat vor dem Start der Sommerferien noch 39.141 betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt. Das Angebot offener Stellen ist im Juni 2025 um fast 5.500 Stellen oder 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Gleichzeitig sind bei den Agenturen für Arbeit derzeit noch 21.793 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, die aktuell noch einen Ausbildungsplatz suchen. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz der konjunkturell herausfordernden Lage ist die Nachfrage nach Auszubildenden durch die Unternehmen nur moderat zurückgegangen. Gleichzeitig haben mehr Jugendliche und junge Menschen die Ausbildungsvermittlung der bayerischen Agenturen und Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Positiv für sie ist, dass die Chancen auf einen Ausbildungsplatz weiterhin gut sind. Auf 100 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber kamen im bayernweiten Durchschnitt rund 153 gemeldete Ausbildungsstellen.
„Mit ihrer weiterhin hohen Ausbildungsbereitschaft dokumentieren die bayerischen Unternehmen, dass sie in den Auszubildendenden von heute die Fachkräfte von morgen sehen. Ein Berufsabschluss erhöht die Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz. Wer sich jetzt noch unsicher ist, wie es nach der Schule weitergehen soll, sollte die anstehenden Ferien für ein Praktikum nutzen und sich an die Berufsberatung der örtlichen Agentur für Arbeit wenden. Es ist noch nicht zu spät, sich einen Ausbildungsplatz für 2025 zu sichern“, so Schmitz.

Blick in die bayerischen Regierungsbezirke


Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote im Juni beträgt 3,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,3 Prozent der Landkreis Donau-Ries und ist damit einer der beiden Spitzenreiter in ganz Bayern. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt-und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Stadt einen Anstieg um 0,9 Prozentpunkte.

Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im Juni bei 3,6 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (3,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,8 Prozentpunkte zu verzeichnen.

In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im Juni bei 3,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr kann ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte verzeichnet werden. Mit 3,0 Prozent haben Kelheim und Straubing-Bogen weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr in Kelheim unverändert und in Straubing-Bogen um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Landshut mit 6,2 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Landshut deutlich um 1,0 Prozentpunkte.

Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 3,9 Prozent im Juni im bayerischen Schnitt (3,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie um 0,2 Prozentpunkte an. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 7,4 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf und das damit eines der Schlusslichter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,9 Prozentpunkte gestiegen.

In Oberbayern stieg die Arbeitslosenquote im Juni um 0,5 Prozent auf 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat erneut der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,3 Prozent und ist damit einer der Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote um 0,1 Prozentpunkt. Die höchste Arbeitslosenquote weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,3 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozentpunkte gestiegen.

In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im Juni bei 4,2 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (3,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit um 0,3 Prozentpunkte höher. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie unverändert. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 7,3 Prozent auf. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,7 Prozentpunkte.

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent bleibt Mittelfranken im Juni weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. Mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten ist in Mittelfranken im Vorjahresvergleich ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,4 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,4 Prozent. Damit ist Nürnberg Stadt eines der Schlusslichter in ganz Bayern. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2024 um 0,9 Prozentpunkte gestiegen.