Im Dezember hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 310.795 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 17.606 Personen oder 6,0 Prozent mehr als im Dezember 2024.
Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf
4,0 Prozent gestiegen.Die Zahl der Kurzarbeitenden ist im Vergleich zum Vorjahr um 2.540 Personen auf 43.568 Personen angestiegen; das ist eine Steigerung von 6 Prozent.
| Arbeitslosenzahl im Dezember: | +5.464 auf 310.795 (+1,8 Prozent) |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: | +17.606 (+6,0 Prozent) |
| Arbeitslosenquote im Dezember: | 4,0 Prozent (+0,1 Prozentpunkte) |
| Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich: | +0,2 Prozentpunkte |
| Realisierte Kurzarbeit: | 43.568 (September 2025) |
| Realisierte Kurzarbeit im Vorjahresvergleich: | +2.540 (+6 Prozent) |
„Der bayerische Arbeitsmarkt kann sich auch im Dezember nicht erholen. Wir verzeichnen erneut einen Höchstwert bei den Arbeitslosenzahlen. Mit knapp 311.000 Arbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresende so hoch wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt über 6 Millionen, wächst aber nicht mehr. Zusätzlich ist die Zahl der uns gemeldeten freien Stellen deutlich zurückgegangen“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcenter, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im Dezember 2025 zusammen.
Aktuelle Lage am bayerischen Arbeitsmarkt
Im Dezember steigt die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat im Vergleich zum Vormonat saisonüblich um 5.464 bzw. +1,8 Prozent auf 310.795.
Insgesamt sind im Dezember 2025 damit 17.606 Personen oder 6,0 Prozent mehr Arbeitslose als im Dezember 2024 zu verzeichnen.
Die Arbeitslosenquote beträgt im Dezember 4,0 Prozent und ist damit im Vergleich zum November um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 stieg die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte.
Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz.
Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,6 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im Dezember 2025 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,6 Prozent auf.
Im Berichtszeitraum können 18 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (18,8 Prozent) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 Prozent und damit Vollbeschäftigung vorweisen. Der Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen hat mit einer Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent den geringsten Wert in ganz Bayern.
Im September 2025 (aktuell hochgerechnete Daten) waren 43.568 Personen in Kurzarbeit. Das waren etwa 2.500 Personen mehr als im Vorjahr. Von Kurzarbeit besonders betroffen sind weiterhin die Wirtschaftsbereiche Maschinenbau und die Herstellung von Metallerzeugnissen.
Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist nach wie vor verhalten. Seit Jahresbeginn wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 248.014 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 6,2 Prozent weniger neue Stellen als im Vorjahreszeitraum. Diese rückläufige Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich in fast allen Branchen, besonders jedoch in der Arbeitnehmerüberlassung, auf die fast die Hälfte des gesamten Stellenrückgangs entfällt. Die sinkende Nachfrage im Handel macht zusätzlich etwa ein Drittel des gesamten Stellenrückgangs im Vorjahresvergleich aus. In der Öffentlichen Verwaltung hingegen wurden dieses Jahr bereits mehr neue Stellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum.
Mit einem derzeitigen Bestand von 107.480 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich um mehr als ein Zehntel gesunken.
Im Oktober (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um 1.000 (+/-0,0 Prozentpunkte) auf 6.015.100 gesunken. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Minus von 2.700 Beschäftigten (+/-0,0 Prozentpunkte). Die Betrachtung nach Branchen zeigt ein unterschiedliches Bild. Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen und im Bereich Heime und Sozialwesen innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist, zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe, der Arbeitnehmerüberlassung und dem Handel.
Das Jahr 2025 im Rückblick – und ein Ausblick auf 2026
Im Jahresdurchschnitt gab es 2025 in Bayern knapp 315.000 Arbeitslose, das sind 10,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Noch deutlicher wird der Anstieg bei längerfristiger Betrachtung. Vor zehn Jahren gab es knapp 60.000 Arbeitslose weniger, vor fünf Jahren immerhin noch etwa 40.000 weniger.
Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt mit 4,0 Prozent um 0,3 Prozentpunkte höher als noch im Vorjahr. Dabei wies Schwaben im Durchschnitt mit 3,6 Prozent die geringste, Mittelfranken mit 4,7 Prozent die höchste Quote im Vergleich der Regierungsbezirke auf.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist 2025 nur noch gering um knapp 8.000 Personen auf 5,97 Mio. angewachsen. Das entspricht einem geringen Plus von 0,1 Prozentpunkten. Faktisch ist das Beschäftigungswachstum zum Stillstand gekommen.
Die Agenturen für Arbeit hatten im Jahresdurchschnitt 2025 knapp über 110.000 offene Stellen im Bestand, das sind 15,5 Prozent weniger Stellen als noch im Vorjahr. Der Trend der geringeren Einstellungsbereitschaft der bayerischen Unternehmen hat sich somit auch 2025 fortgesetzt.
„Arbeitsmarktlich war 2025 ein von Rezession und Transformation im verarbeitenden Gewerbe und in der Metall- und Elektroindustrie geprägtes Jahr. Eine schnelle Trendwende ist derzeit nicht absehbar. Auch für das Jahr 2026 erwarten wir einen angespannten bayerischen Arbeitmarkt. Die wirtschaftliche Unsicherheit, die verhaltene Nachfrage und strukturelle Herausforderungen werden uns weiter begleiten“, so Schmitz.
Blick in die bayerischen Regierungsbezirke
Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote im Dezember beträgt 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,3 Prozent der Landkreis Unterallgäu. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Stadt einen Anstieg um 0,4 Prozentpunkte.
Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im Dezember bei 3,8 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr identisch. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte zu verzeichnen.
Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 3,9 Prozent im Dezember unter dem bayerischen Schnitt. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 7,4 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,6 Prozentpunkte gestiegen.
In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im Dezember bei 3,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr kann ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte verzeichnet werden.
Mit 3,3 Prozent haben die Landkreise Kelheim und Landshut die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Straubing mit 6,5 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote dabei deutlich um 0,8 Prozentpunkte.
In Oberbayern stieg die Arbeitslosenquote im Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.
Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat erneut der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,2 Prozent und ist damit der Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote um 0,2 Prozentpunkte. Die höchste Arbeitslosenquote weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,3 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte gestiegen.
In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im Dezember bei 4,3 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit um 0,1 Prozentpunkte höher.
Mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 7,7 Prozent auf und ist damit das Schlusslicht in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent bleibt Mittelfranken im Dezember weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 0,2 Prozentpunkten ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,3 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,1 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 um 0,4 Prozentpunkte gestiegen.