Analyse des IAB Hessen zum Internationalen Weltfrauentag

Deutliche Unterschiede bei Teilzeitquoten zwischen Männern und Frauen, bei Anforderungsniveaus und Berufssegmenten

05.03.2026 | Presseinfo Nr. 5

Deutliche Unterschiede bei Teilzeitquoten zwischen Männern und Frauen, bei Anforderungsniveaus und Berufssegmenten

Aus Anlass des Weltfrauentags, am 8. März 2026, stellt die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine neue Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Hessen vor. Demnach arbeiten Frauen in Hessen auf jedem Anforderungsniveau und in jedem Berufssegment häufiger in Teilzeit als Männer - ein wichtiger Aspekt bei der aktuellen Diskussion um Beschäftigung, Arbeitszeitumfang und Fachkräftepotenziale. Einerseits hat die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu einem Rekord beim Beschäftigungswachstum geführt, andererseits arbeitet mehr als die Hälfte aller Frauen in Teilzeit während es bei den Männern nur jeder siebte ist.

Je höher das Anforderungsniveau, desto geringer die Teilzeitquote – aber nur bei Frauen

Im Dezember 2024 arbeiteten in Hessen 51 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Teilzeit, bei den Männern waren es nur 14,6 Prozent. Über alle beruflichen Anforderungsniveaus hinweg waren Frauen deutlich häufiger in Teilzeit beschäftigt als Männer – allerdings bei deutlichen Niveauunterschieden. Auffällig ist, dass die Teilzeitquote der Männer auf dem Anforderungsniveau der Helfer mit Abstand am höchsten ist, gefolgt von Experten und Fachkräften. Bei Spezialisten ist sie am niedrigsten. Auch bei den Frauen sinkt die Teilzeitquote mit steigendem Anforderungsniveau: Am höchsten ist sie auf dem Helferniveau, gefolgt von Fachkräften und am niedrigsten ist sie auf dem Spezialisten- und Expertenniveau.

Frauen häufiger in Teilzeit als Männer – doch die Muster unterscheiden sich deutlich

Die Teilzeitquoten von Männern und Frauen nach Anforderungsniveaus zeigen innerhalb von Berufssegmenten unterschiedliche Muster. Die höchsten Teilzeitquoten sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen bei Reinigungsberufen zu beobachten, gefolgt von Sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen. Auf Platz 3 landen bei den Frauen die Handelsberufe, bei den Männern Berufe im Lebensmittel- und Gastgewerbe.

Teilzeitquote und Beschäftigung 

Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Gründe für Teilzeit vielfältig. Betreuung und Weiterbildung sind wichtige Gründe für Teilzeitarbeit. Beschäftigte nennen jedoch hauptsächlich den „Wunsch nach Teilzeit“ und „andere Gründe“. Viele Frauen möchten in bestimmten Lebensphasen flexibler arbeiten, ohne sich an eine 40-Stunden-Woche zu binden. 

Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, betont: „DIE Teilzeitquote gibt es nicht – dies zeigen die vorliegenden Daten. Bei der Diskussion um Arbeitszeiterhöhungen und Entfaltung von Fachkräftepotentialen ist diese Heterogenität zu berücksichtigen. Daher ist es hilfreich, die Rahmenbedingungen in Politik und Wirtschaft so zu setzen, dass eine Anpassung der Arbeitszeit in den unterschiedlichen Lebensphasen möglich ist“. 

Dr. Laila Schmitt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Regionales Forschungsnetz (RFN) am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA), ergänzt: „Flexible Arbeitszeitmodelle sind ein wichtiges Element, um die Erwerbsbeteiligung von Frauen weiter zu erhöhen“.