Land Bremen : Arbeitslosenzahlen über dem Vorjahresniveau – weiterhin angespannte Lage am Arbeitsmarkt

Pfeiffer: „Arbeitsmarktdrehscheiben helfen als stabilisierendes Instrument.“

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 5

Im Januar waren im Land Bremen 43.905 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 1.909 Arbeitslose mehr (+4,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 11,7 Prozent (+0,5 Prozentpunkte). Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar gilt als saisontypisch – häufig laufen befristete Verträge zum 31. Dezember aus. 

Der Arbeitsmarkt zeigt sich zwar stabil, steht jedoch spürbar unter Druck. So hat die Zahl der Arbeitslosen auch im Vergleich zum Vorjahresmonat zugenommen (+782/ +1,4 Prozent). Diese Entwicklung ist auf die allgemeine konjunkturelle Eintrübung zurückzuführen. Das zeigt sich besonders dort, wo Menschen nach Verlust des Arbeitsplatzes Arbeitslosengeld erhalten (Rechtskreis SGB III: +8,5 Prozent). Auch steigen die Bestände an Langzeitarbeitslosen – eine Entwicklung, die in beiden Rechtskreisen zu beobachten ist. Internationale Einflüsse wie geopolitische Konflikte und Unsicherheiten im Welthandel kommen noch zu den anhaltenden strukturellen Anpassungsprozessen hinzu, die durch Digitalisierung und Dekarbonisierung akut geworden sind – eine Gemengelage, die die Wirtschaft vor große Herausforderungen stellt. 

„Wo es möglich ist, unterstützen wir gezielt mit stabilisierenden Instrumenten“, sagt Johannes Pfeiffer, Chef der Bundesagentur für Arbeit für Niedersachsen und Bremen. „Dazu gehören die Arbeitsmarktdrehscheiben. Mit ihnen kann der Übergang von Arbeitskräften aus Unternehmen mit Personalüberhang in solche mit Einstellungsbedarf nahtlos gelingen.“ Insgesamt ist der Arbeitsmarkt widerstandsfähig: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Zwar ging sie zuletzt leicht zurück, liegt aber mit 351.700 Personen (letzter hochgerechneter Wert: November 2025) immer noch über dem Wert des Vorjahres. Während das Produzierende Gewerbe zu kämpfen hat, nimmt der Dienstleistungssektor zu. 

Eine positive Entwicklung ist bei der sogenannten Unterbeschäftigung zu beobachten: Sie ging im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 53.590 Personen zurück. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Dazu gehören auch Personen, die an Sprach- und Integrationskursen teilnehmen.