Arbeitsmarkt im Saarland: Frauen holen auf – strukturelle Unterschiede bleiben

Eine Auswertung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit zeigt, wie sich Beschäftigung und Arbeitsmarktstrukturen von Frauen und Männern im Land verändern.

06.03.2026 | Presseinfo Nr. 10

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages am 8. März erscheint die jährlich aufgelegte Broschüre „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“, die zentrale Kennzahlen zu Beschäftigung, Arbeitszeit und Branchenverteilung gegenüberstellt und damit einen differenzierten Blick auf die Entwicklung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt ermöglicht.

 

Im Jahr 2025 waren im Saarland insgesamt 387 400 Menschen sozialversicherungspflichtig1 beschäftigt. In den vergangenen fünf Jahren entspricht dies einem Rückgang um 800 Personen bzw. -0,2 Prozent. Die Beschäftigung von Frauen nahm dabei um 0,3 Prozent zu, die der Männer ging um 0,6 Prozent zurück. Insgesamt waren 179 800 Frauen und 207 600 Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Anteil der Frauen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag damit bei 46,4 Prozent.

Unterschiede zeigen sich weiterhin bei den Arbeitszeiten. Teilzeitbeschäftigung ist nach wie vor überwiegend weiblich geprägt. Im Juni 2025 waren rund 113 000 Personen in Teilzeit tätig, davon 89 250 Frauen und 23 750 Männer. Damit entfielen 79 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten auf Frauen.

„Frauen sind heute in hohem Maße am Arbeitsmarkt beteiligt, arbeiten jedoch weiterhin überdurchschnittlich häufig in Teilzeit. Dies hängt vielfach mit strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen zusammen, insbesondere bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagt Benjamin Wehbring, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Angesichts des demografischen Wandels und bestehender Fachkräftebedarfe ist es wichtig, das Qualifikations- und Beschäftigungspotenzial von Frauen umfassend zu nutzen. Dazu gehört, Rahmenbedingungen zu stärken, die unterschiedliche Erwerbsmodelle ermöglichen und Entwicklungsperspektiven eröffnen. Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agenturen für Arbeit und Jobcenter unterstützen dies gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern durch Beratung und Förderangebote.“

Auch in der Branchenverteilung bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Rund 29 Prozent der beschäftigten Frauen arbeiteten 2025 im Gesundheits- und Sozialwesen, gefolgt vom Handel mit einem Anteil von 15,1 Prozent. Bei den Männern entfiel der größte Beschäftigungsanteil mit 31,7 Prozent auf das Verarbeitende Gewerbe.

Die Broschüre „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“ (Ausgabe 2026) bietet eine strukturierte Datengrundlage zur Entwicklung von Beschäftigung, Arbeitszeiten und Branchenstrukturen im Saarland. Sie richtet sich an Arbeitsmarktakteure, Institutionen, Unternehmen sowie die interessierte Öffentlichkeit.

 

Die aktuelle Broschüre ist kostenlos erhältlich bei:

Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland

Bundesagentur für Arbeit

Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

Eschberger Weg 68

66121 Saarbrücken

E-Mail: Rheinland-Pfalz-Saarland.CA@arbeitsagentur.de oder über www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-rps/chancengleichheit

  1. Stichtag jeweils 30.06.