Der sächsische Arbeitsmarkt im Dezember und im Jahr 2025

Wirtschaftliche Unsicherheiten prägen den Arbeitsmarkt im Dezember

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im letzten Monat des Jahres 2025 gestiegen. Rund 148.000 Männer und Frauen waren im Dezember ohne Arbeit. Damit lag die Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um rund 2.400 Menschen und im Vergleich zum Dezember 2024 um rund 7.900. Mit rund 149.000 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt weist die Statistik für das Jahr 2025 knapp 9.000 mehr Menschen aus, als im Durchschnitt 2024.

 

Zitat:

„Die wirtschaftliche Entwicklung und die globalen Unsicherheiten, prägten den sächsischen Arbeitsmarkt im Jahr 2025. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Das Jahr 2025 war kein gutes, aber ein stabiles Jahr. Dass es nicht mehr arbeitslose Menschen gibt, liegt an den Betrieben, die mit aller Kraft, viel Geld und Mut ihr Fachpersonal halten. Ebenso trugen die Mitarbeitenden in den Arbeitsagenturen und Jobcentern dazu bei, die vergangenes Jahr wieder verstärkt in die Qualifizierung der Menschen investiert haben. Für 2026 rechne ich mit keiner Trendwende am Arbeitsmarkt. Angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen bleiben Unsicherheiten und Sorgenfalten der sächsischen Wirtschaft bestehen. Deshalb gilt für uns umso mehr: Wir helfen den Menschen, Chancen zu ergreifen, Übergänge zu erleichtern und sie gezielt bei der Arbeitssuche zu unterstützen. Zusammengefasst: Wir setzen auf Interaktion, Investition und Integration.“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Dezember: 

148.271

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (145.858):

+2.413 oder +1,7 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (140.360): 

+7.911 oder +5,6 Prozent

Arbeitslosenquote im Dezember: 

6,9 Prozent

Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2025:

148.747

Arbeitslosenzahl im Vergleich zu 2024 (139.751):

+8.996 oder +6,4 Prozent

Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2025:

6,9 Prozent

Arbeitslosigkeit: Rund 148.300 Arbeitslose in Sachsen 

Von den 148.271 arbeitslosen Menschen in Sachsen betreuten die dreizehn sächsischen Jobcenter 93.027 arbeitslose Frauen und Männer (62,7 Prozent). Die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen im Dezember 55.244 arbeitslose Menschen (37,3 Prozent).

In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 1.315 (plus 1,4 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 1.098 (plus 2 Prozent) gestiegen. Im Vorjahresvergleich sind in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gemeldet (Jobcenter: plus 489 oder plus 0,5   Prozent; Arbeitsagenturen: plus 7.422 oder plus 15,5 Prozent).

Die Arbeitslosenquote belief sich im Dezember auf 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat ist sie um 0,1 Prozent gestiegen und im Vergleich zum Vorjahr stieg sie um 0,4 Prozentpunkte. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die anteilige Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent und im Bereich der Grundsicherung bei 4,3 Prozent.

Jahresergebnisse: 

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren insgesamt 148.747 Frauen und Männer im Freistaat arbeitslos gemeldet, 8.996 mehr als 2024 (plus 6,4 Prozent). Dabei stieg Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III um knapp 16,3 Prozent (plus 7.649 Personen) und im Rechtkreis SGB II um 1,4 Prozent (plus 1.347). 

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2025 stieg im Vergleich zu 2024 um 0,4 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Die geringste Arbeitslosenquote gab es bisher im Jahr 2019 (5,5 Prozent).

Anstieg im Monatsverlauf in ländlichen Regionen

Innerhalb der sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Nur in der Stadt Leipzig ist sie von November auf Dezember marginal gesunken (minus 0,5 Prozent). In allen anderen Regionen sind Anstiege zu verzeichnen, vor allem in den Landkreisen. Die kräftigsten Anstiege gab es im Landkreis Zwickau (plus 4,7 Prozent), im Vogtlandkreis (plus 4,2 Prozent) und im Landkreis Leipzig (plus 3,0 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist in fast allen sächsischen Regionen die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Die kräftigsten Anstiege der Arbeitslosigkeit gab es in der Stadt Leipzig (plus 11,3 Prozent), im Landkreis Zwickau (plus 10,8 Prozent) und in Nordsachsen (plus 9,9 Prozent). Nur in den Landkreisen Bautzen (minus 3,2 Prozent) und Görlitz (minus 0,8 Prozent) gab es leichte Rückgänge.

Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahresmonat erhöhten sich auch die Arbeitslosenquoten. Dabei reicht die Spanne der Arbeitslosenquoten im Dezember 2025 von 5,3 Prozent im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bis 9,5 Prozent in der Stadt Chemnitz.

Ranking der Arbeitslosenquoten im Dezember 2025 (in Prozent):

  1. Sächs. Schweiz-Osterzgebirge              5,5
  2. Erzgebirgskreis                                    5,7
  3. Meißen                                                5,7
  4. Mittelsachsen                                       5,9
  5. Bautzen                                               5,9
  6. Vogtlandkreis                                      6,1
  7. Zwickau                                               6,2
  8. Leipzig                                                6,2
  9. Dresden, Stadt                                    6,9
  10. Nordsachsen                                       7,1
  11. Leipzig, Stadt                                      8,4
  12. Görlitz                                                 8,7
  13. Chemnitz, Stadt                                   9,5

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Abwärtstrend auf hohem Niveau

Laut aktuellen Hochrechnungen waren im Oktober 2025 rund 3.000 Menschen weniger (-0,2 Prozent) in Arbeit als noch im September und 18.400 weniger (-1,1 Prozent) als im Oktober 2024.

Im Oktober 2025 waren in Sachsen nach jüngsten Hochrechnungen rund 1.637.000 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 

Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. So gibt es im Vorjahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Branchen:

  1. Gesundheitswesen (plus 3.100)

  2. Heime und Sozialwesen (plus 3.000)

  3. Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen (plus 200)

  4. Gastgewerbe (plus 200)

Beschäftigungsrückgänge sind von Oktober 2024 auf Oktober 2025 in konjunkturnahen Bereichen zu verzeichnen:

  1. Verarbeitendes Gewerbe (minus 10.000)

  2. Zeitarbeit (minus 4.200)

  3. Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz (minus 3.300)

  4. Erziehung und Unterricht (minus 2.700)

Im mehrjährigen Vergleich der Oktoberwerte ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Menschen auf das Niveau von 2020 gesunken. Damals lag die Beschäftigung bei 1,636 Mio, 18.400 niedriger als aktuell.  Die höchste Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gab es im Oktober 2023 mit 1.658 Mio, 21.500 mehr als im Oktober 2025. 

Den Tiefstand erreichte die Beschäftigung in Sachsen im Jahr 2005. Damals waren im Oktober 1,37 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 270.000 weniger als heute.

Arbeitskräftenachfrage: 31.200 freie Stellen

Im Dezember haben sächsische Betriebe insgesamt 6.000 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 153 weniger als im November (minus 2,5 Prozent) und 772 mehr als im Dezember des vergangenen Jahres (plus 14,8 Prozent).

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 31.200 freie Stellen gemeldet, 93 mehr als im November (plus 0,3 Prozent) und 854 weniger als im Dezember 2024 (minus 2,7 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten freien Stellen unbefristet und in Vollzeit zu besetzen sind.

Jahresergebnisse:

Von Januar bis Dezember 2025 haben sächsische Unternehmen insgesamt 73.036 freie Stellen gemeldet, 1.119 bzw. 1,6 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2024. Somit weist die Statistik für 2025 einen durchschnittlichen Bestand von 30.866 Stellen aus, 4.244 weniger als im Vorjahresdurchschnitt (minus 12,1 Prozent). 

Die meisten freien Stellen wurden 2025 aus dem Bereich der Zeitarbeit gemeldet. Aber auch in den Wirtschaftsbereichen Freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (10.679), Verarbeitendes Gewerbe (9.180), Gesundheits- und Sozialwesen (8.010), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz (7.690), Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (4.770), Baugewerbe (3.864), Gastgewerbe (2.423), Verkehr und Lagerei (1.977) sowie Erziehung und Unterricht (2.191) wurden neue Arbeitsstellen gemeldet, meist mehr als im Vorjahreszeitraum.

Alle gemeldeten freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden (https://www.arbeitsagentur.de/jobsuche/).

Dynamik: 50.000 An- und Abmeldungen 

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Berichtsmonat Dezember insgesamt 27.074 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 24.720 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unterschieden. So meldeten sich im Dezember beispielsweise 9.364 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos und gleichzeitig haben 6.500 eine neue Beschäftigung gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden.

Jahresergebnisse:

Im gesamten Jahr 2025 meldeten sich insgesamt 330.691 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 323.390 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Im Bereich des ersten Arbeitsmarktes gab es 115.502 Arbeitslosemeldungen im Jahr 2025 und 93.622 Abmeldungen in Arbeit. Damit sind rund 22.000 mehr Menschen arbeitslos geworden, als eine Arbeit gefunden haben.

Unterbeschäftigung: 30.000 Personen zählen nicht als arbeitslos 

In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.

Im Dezember 2025 haben sachsenweit 30.166 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: 5.063 von ihnen befanden sich in Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, 5.747 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 3.412 waren vorrübergehend arbeitsunfähig. Weitere 10.806 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und etwa 2.532 gingen Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs) nach.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Menschen – umfasste im Dezember 178.437 Personen. Das sind 3.434 mehr als im Dezember 2024. 

Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gestiegen und beträgt 83,1 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,2 Prozent.

Kurzarbeit: 11.000 Kurzarbeiter in 500 Betrieben

Durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld bei vorübergehend schwierigen Wirtschaftsbedingungen sollen den Betrieben ihre eingearbeiteten Mitarbeiter und den Arbeitnehmern ihre Arbeitsplätze erhalten werden, um so Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis September 2025 zur Verfügung. Damals haben 496 sächsische Betriebe für 10.982 Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Das entspricht 0,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat. 

Vor Beginn der tatsächlichen Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Diese Anzeigen auf Kurzarbeit können als potenzielle Zugänge und damit als Frühindikator für die künftige Inanspruchnahme von Kurzarbeit interpretiert werden. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025 haben 448 Unternehmen erneut Kurzarbeit aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit angezeigt: für 7.753 Beschäftigte. Damit liegt die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.