Tag der Pflege 2026

Pflegefachkräfte: Nachfrage nach qualifiziertem Personal bleibt hoch

12.05.2026 | Presseinfo Nr. 12

In Sachsen ist die Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal nach wie vor hoch. Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime sowie mobile Pflegedienste suchen händerin-gend nach Pflegefachkräften. Im Jahr 2025 waren rund 1.160 offene Stellen für diese Berufsgruppe gemeldet. Dem standen rund 480 arbeitslose Pflegefachkräfte gegenüber.

„Der Pflegebereich ist einer der am stärksten vom Fachkräftemangel betroffenen Bereiche. Einer arbeitslosen Pflegefachkraft stehen mehr als zwei offene Stellen gegenüber. Der de-mografische Wandel und der medizinische Fortschritt lassen den Bedarf weiter steigen. Ich sehe auch in den kommenden Jahren keine Trendwende. Deshalb investieren auch wir in die Menschen und deren Weiterbildung, um möglichst viele Pflegehelferinnen- und helfer zu Pflegefachkräften zu qualifizieren.“ sagt Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäfts-führung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Mehr arbeitslose Pflegehelfer als Pflegefachkräfte
Im Jahr 2025 gab es durchschnittlich 1.158 gemeldete Arbeitsstellen für Pflegefachkräfte. Das ist eine Stelle weniger als im Jahr 2024. Dem gegenüber standen 484 Arbeitslose, ins-gesamt 23 Personen weniger als 2024. Im Gegensatz dazu übersteigt die Zahl der arbeitslo-sen Pflegehelferinnen und -helfer das Angebot an gemeldeten Stellen deutlich. Hier stehen insgesamt 604 gemeldete Stellen 2.475 Arbeitslose gegenüber, ein Plus von 242 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Anstieg der Löhne für Pflegefachkräfte 
In den vergangenen Jahren sind die Medianlöhne von vollzeitbeschäftigten Fachkräften in Pflegeberufen um rund 800€ (plus 26 Prozent) gestiegen. Im Jahr 2020 lag das Medianentgelt für bei 3163€, im Jahr 2024 bei 3.973€.

Zeitreihe: Anstieg der Medianlöhne für Pflegefachkräfte (Sachsen)
2020        3.163€
2021        3.339€
2022        3.535€
2023        3.790€
2024        3.973€

Pflegebranche allgemein:

Rund 82 Prozent aller Pflegekräfte sind Frauen
Im Jahr 2025 arbeiteten 103.000 Pflegekräfte über alle Anforderungsniveaus hinweg in einer sozialversicherungspflichten Beschäftigung. Das sind 2.537 mehr als im Vorjahr. 84.418 (82 Prozent) dieser Pflegekräfte sind Frauen, von denen 31.028 in Vollzeit und 53.390 in Teilzeit beschäftigt sind. Bei den Männern sind 18.808 (18 Prozent) Beschäftigte im Pflegebereich tätig – 10.267 von ihnen in Vollzeit und rund 8.541 in Teilzeit.

Ausländeranteil in Pflegeberufen gestiegen
Um den hohen Bedarf an Pflegekräften über alle Anforderungsniveaus zu decken, werden zunehmend ausländische Pflegekräfte gebraucht. Aktuell haben rund 8 Prozent der Men-schen in der Pflege eine ausländische Staatsbürgerschaft. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei rund 1 Prozent. Das zeigt, dass bereits jetzt der Bedarf an Pflegepersonal aus dem Ausland gestiegen und die Pflegebranche auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich dieser Bedarf noch erhöhen.

Pflege ist und bleibt ein Beruf mit Zukunft
Geförderte Aus- und Weiterbildungen von Pflegekräften bieten beste Chancen für eine Arbeitsaufnahme am ersten Arbeitsmarkt. 2025 starteten 1.000 Menschen eine Weiterbildung in einem Pflegeberuf, darunter 760 in Form der Beschäftigtenqualifizierung.
Arbeitsagenturen und Jobcenter investieren in die Menschen und deren Qualifikation. Sie helfen Frauen und Männern einen Berufsabschluss in der Pflegebranche zu erwerben. Zusätzlich kann auch der Berufsabschluss für Menschen finanziert werden, die bereits in Arbeit sind – bis 100 Prozent. Das geht beispielsweise, wenn Unternehmer ihren Geringqualifizierten die Weiterqualifizierung ermöglichen.


Weitere Informationen:

Einen allgemeinen, umfassenden Überblick zu Zahlen und ihrer Entwicklung etwa zu Entgelten, Arbeitslosigkeit und Arbeitskräftenachfrage in der Pflege finden Sie in der Broschüre Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich aus der Reihe „Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt“ sowie in der Kurzinfo Entgeltentwicklung in den Pflegeberufen.

Mit dem zukünftigen Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege in Sachsen hat sich auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt.

Eine Prognose zum zukünftigen Bedarf an Beschäftigten in der Pflege im Freistaat Sachsen hat zudem das Sozialministerium veröffentlicht.