„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August ist jahreszeitlich durchaus üblich und zunächst nicht ungewöhnlich. Vor allem jüngere Menschen sind davon betroffen, beispielsweise weil sie nach der Ausbildung nicht übernommen wurden oder nach dem Studium ihren ersten Arbeitsplatz suchen. Gleichzeitig haben wieder mehr Menschen ihre Arbeit verloren, als eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt die Einstellungsbereitschaft der sächsischen Betriebe weiter verhalten. Für die kommenden Monate hoffen wir auf positive Impulse. Klar ist: Wir werden alles dafür tun, damit junge Menschen und die nach wie vor gesuchten Fachkräfte möglichst schnell in Arbeit finden. Gleichzeitig investieren wir in der jetzt schwierigen Zeit in die Menschen, ihre Qualifikation und ihre Jobchancen – um sie fit zu machen. Im Vergleich zum Vorjahr werden aktuell rund 2.000 Menschen mehr mit Angeboten der Arbeitsagenturen und Jobcenter gefördert. Das zeigt: Wir helfen und investieren in Menschen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
| Arbeitslosenzahl im August 2026: | 157.127 |
| Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (155.078): | +2.049 oder +1,3 Prozent |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (151.233): | +5.894oder +3,9 Prozent |
| Arbeitslosenquote im August 2026: | 7,3 Prozent |
Arbeitslosigkeit: Über 157.000 Arbeitslose in Sachsen
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuten 96.426 arbeitslose Frauen und Männer (61,4 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützten im August insgesamt 60.701 arbeitslose Menschen (38,6 Prozent).
Im Vorjahresvergleich waren in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gemeldet (Jobcenter: plus 955 oder plus ein Prozent; Arbeitsagenturen: plus 4.939 oder plus 8,9 Prozent).
Von den 157.127 Arbeitslosen in Sachsen suchen 47.470 eine neue Beschäftigung auf Fachkräfteniveau, 23.687.677 auf Spezialisten- und Expertenniveau (Meister/Techniker oder Akademiker) und 80.237 als Helfer.
Entwicklung innerhalb Sachsens: Anstieg der Arbeitslosigkeit im gesamten Freistaat
In allen dreizehn Landkreisen und kreisfreien Städten ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die kräftigsten Anstiege gab es in Nordsachsen, im Vogtlandkreis, im Landkreis Zwickau und in der Stadt Chemnitz. Vergleichsweise gering war der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Leipzig, Görlitz und Sächsische Schweiz Osterzgebirge.
Vergleich innerhalb Sachsens: Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, höchste Quote in der Stadt Chemnitz
Durch den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Monatsverlauf in neun der 13 Regionen Sachsens die Arbeitslosenquote gestiegen. Die Spanne der Arbeitslosenquoten im August 2026 reicht von 5,6 Prozent in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis zu 10,4 Prozent in der Stadt Chemnitz und liegt damit bei fast fünf Prozentpunkten.
Ranking der Arbeitslosenquoten im August 2026 (in Prozent):
| 1. | Sächs. Schweiz-Osterzgebirge | 5,6 |
| 2. | Erzgebirgskreis | 5,8 |
| 3. | Meißen | 5,9 |
| 4. | Vogtlandkreis | 6,2 |
| 5. | Mittelsachsen | 6,3 |
| 6. | Bautzen | 6,3 |
| 7. | Leipzig | 6,5 |
| 8. | Zwickau | 6,6 |
| 9. | Dresden, Stadt | 7,2 |
| 10. | Nordsachsen | 7,4 |
| 11. | Görlitz | 8,8 |
| 12. | Leipzig, Stadt | 9,3 |
| 13. | Chemnitz, Stadt | 10,4 |
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Weniger Beschäftigte in Sachsen
Laut aktuellen Hochrechnungen waren im Juni 2026 insgesamt 1,6 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – in Voll- und Teilzeit. Das sind 1.400 Menschen weniger als noch im Mai 2026 und rund 17.700 weniger als Juni des Vorjahres.
Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. So gibt es im Jahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Bereichen:
| 1. | Gesundheitswesen | plus 3.100 |
| 2. | Heime und Sozialwesen | plus 1.700 |
| 3. | freiberufl., wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen | plus 1.200 |
Beschäftigungsrückgänge sind von Juni 2024 bis Juni 2025 in folgenden Bereichen zu verzeichnen:
| 1. | Verarbeitendes Gewerbe | minus 9.600 |
| 2. | Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz | minus 3.800 |
| 3. | Arbeitnehmerüberlassung | minus 2.400 |
| 4. | Erziehung und Unterricht | minus 2.100 |
| 5. | Information und Kommunikation | minus 1.900 |
| 6. | Baugewerbe | minus 1.700 |
| 7. | Verkehr und Lagerei | minus 1.600 |
Im langjährigen Vergleich liegt die Beschäftigung im Juni 2026 mit 1,61 Mio. auf dem Niveau von 2018. Seitdem waren in einem Juni immer mehr Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Juni 2005 (Tiefstand) sind aktuell 270.000 mehr Menschen in Arbeit. Den Höchststand in einem Juni erreichte die Beschäftigung im Jahr 2023. Damals waren fast 36.000 mehr Menschen in Sachsen beschäftigt.
Arbeitskräftenachfrage: 32.300 freie Arbeitsstellen
Im August 2026 haben sächsische Betriebe insgesamt 6.100 freie Stellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen um 551 gesunken (minus 8,2 Prozent) und im Vorjahresvergleich um 298 (plus 5,1 Prozent) gestiegen.
Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 32.248 freie Stellen gemeldet, 340 weniger als im Juli (minus ein Prozent) und 1.784 mehr als im August 2025 (plus 5,9 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten aller freien Stellen unbefristet und in Vollzeit zu besetzen sind.
Diese gemeldeten freien Stellen und viele weitere – insgesamt über 41.000 freie Stellen in Sachsen – sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden (https://www.arbeitsagentur.de/jobsuche).
Dynamik: 56.700 An- und Abmeldungen in wenigen Wochen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage und jahreszeitlichen Entwicklung viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Berichtsmonat August 2026 insgesamt 29.358 Menschen in einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 27.333 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.
Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unterschieden. So meldeten sich im August beispielsweise 9.850 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos und gleichzeitig haben 7.714 eine neue Arbeit gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Gleichzeitig gab es auch in den Bereichen der schulischen und betrieblichen Ausbildung mehr Zugänge (2.778) als Abgänge (1.087), was zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit jüngerer Menschen beitrug.
Unterbeschäftigung: Rund 29.300 Menschen zählen nicht als arbeitslos
In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.
Im August 2026 haben sachsenweit rund 29.300 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: 5.400 von ihnen befanden sich in Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, 5.200 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 3.200 waren vorrübergehend arbeitsunfähig. Weitere 9.700 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und 3.500 gingen Arbeitsgelegenheiten nach.
Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitslosen – umfasste im August 186.400 Personen. Das sind 1.150 mehr als im Juli und 6.300 mehr als im August 2025.
Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und beträgt 84,3 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,6 Prozent.