Arbeitslosigkeit steigt zum Jahresende

Quote steigt im Vest auf 8,1 Prozent; Zugang in fast allen Personengruppen; Zugang bei Meldung offener Stellen, Bestand sinkt
 

03.01.2024 | Presseinfo Nr. 2

Arbeitslosenbestand steigt bei zunehmenden Stellenmeldungen

Im Dezember zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 26.510 arbeitslose Menschen und damit 430 arbeitslos gemeldete Menschen mehr als im Vormonat (+1,6 Prozent). Gleichzeitig sind dies 526 mehr als im Dezember vor einem Jahr (+2,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonatsniveau.

Agenturchef Frank Benölken analysiert die Entwicklung: „Zwar ist die Quote landesweit erwartungsgemäß gestiegen, für das Vest bedeutet der Anstieg auf 8,1 Prozent jedoch den stärksten Anstieg zum Jahresende innerhalb der letzten acht Jahre. Damit zeigt sich die übliche saisonale Entwicklung zum Jahresende im Vest deutlich stärker ausgeprägt, als in den vergangenen acht Jahren, in denen der Arbeitslosenbestand von November auf Dezember im Schnitt leicht gesunken ist. Wir verzeichnen Anstiege über alle Personengruppen mit kaum nennenswerter Ausnahme der Jugendlichen unter 20 Jahren.“

Die Besonderheiten des vestischen Arbeitsmarktes beschreibt der Agenturchef wie folgt: „Landesweit sind die Zugänge aus Berufstätigkeit leicht gestiegen, im Vest sind sie hingegen gesungen. Noch viel stärker sind jedoch die Abgänge in Erwerbstätigkeit gesunken. Per Saldo hat der Arbeitsmarkt also knapp 340 Personen mehr aus Erwerbstätigkeit freigesetzt, als er in Erwerbstätigkeit abgeben konnte. Noch im Vormonat lag dieser Saldo bei knapp 200 Personen. Die Unternehmen stellen deutlich zurückhaltender ein. Stellenzugang und -bestand liegen weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung zeigt die Unsicherheiten bei den Arbeitgebern auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Situation und Knappheit an Fachkräften.“

Unterbeschäftigung steigt

Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 33.348 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – das sind 147 Personen (+0,4 Prozent) mehr als im Monat zuvor. Im Dezember 2022 waren es 113 Personen (-0,3 Prozent) weniger. Die Unterbeschäftigungsquote liegt mit 10,0 Prozent exakt auf Vormonatsniveau. Vor einem Jahr betrug sie 10,1 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Niedrige Entwicklung bei der Kurzarbeit

Im Dezember 2023 wurden 4 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 59 potenziell betroffene Beschäftigte gestellt.
Endgültige Zahlen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit liegen bis Juli 2023 vor. Damals wurde Kurzarbeitergeld für 441 Beschäftigte von 23 Betrieben ausgezahlt.

Mehr Menschen in Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 6.409 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 58 oder 0,9 Prozent Menschen mehr als im November und 258 (+4,2 Prozent) mehr als im Dezember 2022. In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 20.101 arbeitslose Menschen und damit 372 mehr als im November (+1,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 268 Menschen (+1,4 Prozent) mehr.

Mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit, weniger aus Beschäftigung

4.672 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 170 (+3,8 Prozent) mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 44 (+1,0 Prozent) mehr. Der Anteil an Zugängen aus Erwerbstätigkeit sank dabei um 71 (-5,3 Prozent) auf 1.258. Die Zugänge aus Ausbildung und Maßnahmen zeigten sich mit 1.365 um 206 höher als im Vormonat.

Weniger Abgänge aus Arbeitslosigkeit, auch in Beschäftigung

Im Verlauf dieses Monats konnten 4.255 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden und damit 446 weniger als im November (-9,5 Prozent) und 234 weniger als im Dezember vor einem Jahr (-5,2 Prozent). 919 Männer und Frauen haben im letzten Monat eine neue Beschäftigung gefunden, 213 weniger (-18,8 Prozent) als im Vormonat und 39 mehr als im Vorjahresmonat (+4,4 Prozent). Niedriger als im Vormonat fielen mit 992 (-133) die Abgänge in eine Ausbildung oder Maßnahme aus.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis

Bestand

Veränderungen zum Vormonat

Jüngere unter 25 Jahre

2.017

+47

+2,4%

darunter Jugendliche

unter 20 Jahre

442

-9

-2,0%

50 Jahre und älter

9.722

+133

+1,4%

Langzeitarbeitslose

13.269

+91

+0,7%

Schwerbehinderte

2.086

-6

-0,3%

Ausländer

9.817

+211

+2,2%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

 

 

Geschäftsstellenbezirk

Arbeitslosenquote

Dezember 2023

November 2023

Dezember 2022

Recklinghausen

7,9

7,7

7,5

Castrop-Rauxel

6,2

6,2

6,4

Datteln

7,0

7,0

6,8

Dorsten

6,2

6,1

6,3

Herten

9,5

9,6

9,2

Marl

9,7

9,4

9,5

Gladbeck

10,5

10,3

11,0

Agenturbezirk RE

8,1

8,0

8,0

Stellenzugang steigt, Stellenbestand sinkt

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 642 Stellenangebote, 53 mehr (+9,0 Prozent) als im November. Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 3.853 Stellen zur Besetzung aus, 80 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand um 137 Vakanzen niedriger.
Mit 21 Prozent machen die Fertigungs- und Fertigungstechnischen Berufe das Gros der gemeldeten Stellen aus, gefolgt von Gesundheitsberufen (16 Prozent), den Verkehrs- und Logistikberufen (12 Prozent) den Bau- und Ausbauberufen (11 Prozent) sowie mit jeweils 8 Prozent den Handelsberufen, den sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen und den Unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen. Damit lagen 83 Prozent der gemeldeten Stellen in den genannten Berufsgruppen.

Wie gewohnt stellen wir ab März auch wieder Daten zum Ausbildungsmarkt zur Verfügung. Über die kreisweite Hotline 02361/40-2021 sowie das E-Mail-Postfach recklinghausen.berufsberatung@arbeitsagentur.de können Beratungen (auch per Video) stattfinden, Termine vereinbart und Fragen geklärt werden. Arbeitgeber können freie Ausbildungsstellen unter 0800 / 4 5555 20 melden.