Winterflaute auf dem Arbeitsmarkt

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 12

  • Arbeitslosigkeit steigt auf 28.801 Personen
  • Weiterer Rückgang beim Stellenangebot führt zu reduzierten Jobchancen
  • Eigeninitiative und Qualifizierung werden zum zentralen Gamechanger
     

Saisonal typische Entwicklung, positiv im NRW-Vergleich

Ende Januar zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 28.801 arbeitslose Menschen und damit 827 mehr als im Vormonat (+3,0 Prozent). Gleichzeitig waren dies 279 mehr als im Januar letzten Jahres (+1,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 8,7 Prozent und lag damit um 0,1 Punke über Vorjahresniveau.

„Auf den ersten Blick erscheint der Anstieg an arbeitslosen Menschen im Januar drastisch, dennoch haben wir es mit einer saisonal typischen und erwartbaren Entwicklung im Vest zu tun“, summiert Agenturchef Frank Benölken die aktuellen Trends auf dem Arbeitsmarkt und betont: „De facto ist die Entwicklung sogar besser als im landesweiten Durchschnitt.“ Üblicherweise käme es nach den Weihnachtstagen zu nachlassender Dynamik im Handel sowie witterungsbedingt in den meisten Außenberufen.
Für Frank Benölken steht jedoch fest, dass ein bloßes Abwarten auf bessere Monate künftig nicht mehr ausreichen werde, um die eigenen Jobchancen zu erhöhen: „Der Arbeitsmarkt befindet sich in einer grundlegenden Transformation. Abläufe und Berufsbilder verändern sich nachhaltig und machen ein Umdenken bei allen Beteiligten erforderlich. Wo Digitalisierung und KI Einzug halten, werden manche Jobs entbehrlich, in anderen steigt die Nachfrage spürbar. Daher sollte sich jeder kritisch mit der eigenen beruflichen Stellung auseinandersetzen und mithilfe unserer Arbeitsmarktexperten herausfinden, wie er und sie sich unentbehrlich machen kann. Qualifizierungen werden zum Gamechanger und mehr als je zuvor zum lebenslangen Begleiter einer erfolgreichen Erwerbsbiografie.“

Unterbeschäftigung steigt

Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 34.219 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – 615 Personen (+1,8 Prozent) mehr als im Monat zuvor. 
In Relation zu Januar 2025 waren es 280 Personen mehr (+0,8 Prozent). 
Die Unterbeschäftigungsquote stieg auf 10,1 Prozent und lag damit exakt auf Vorjahresniveau. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Arbeitslosigkeit steigt in beiden Rechtskreisen

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 8.052 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 459 Menschen (+6,0 Prozent) mehr als im Dezember und 814 (+11,2 Prozent) mehr als im Januar 2025. Das Jobcenter Kreis Recklinghausen (SGB II) war im vergangenen Monat für 20.749 arbeitslose Menschen und damit 368 mehr als im Dezember (+1,8 Prozent) zuständig. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 535 Menschen (-2,5 Prozent) weniger.

Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit nehmen zu

5.208 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 275 
(+5,6 Prozent) mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 468 
(+9,9 Prozent) mehr. Der Anteil an Zugängen aus Erwerbstätigkeit wuchs dabei um 319 (+22,3 Prozent) auf 1.749. Die Zugänge aus Ausbildung und Maßnahmen zeigten sich mit 1.213 um 15 höher als im Dezember.

Etwas mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung

Im Verlauf dieses Monats konnten 4.396 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 785 weniger als im Dezember (-15,2 Prozent), jedoch 488 mehr als im Januar 2025 (+12,5 Prozent). 1.035 Menschen haben eine neue Beschäftigung gefunden, 20 (+2,0 Prozent) mehr als im Dezember und 94 mehr als im Januar vor einem Jahr (+10,0 Prozent). Deutlicher geringer als im Vormonat fielen mit 871 die Abgänge in eine Ausbildung oder Maßnahme aus (-362).

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Personenkreis

Bestand

Veränderungen zum Vormonat

Jüngere unter 25 Jahre

2.327

+72

+3,2%

darunter Jugendliche 

unter 20 Jahre

525

-22

-4,0%

50 Jahre und älter

10.754

+347

+3,3%

Langzeitarbeitslose

14.099

+221

+1,6%

Schwerbehinderte

2.358

+78

+3,4%

Ausländer

10.511

+297

+2,9%

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen

 

Geschäftsstellenbezirk

Arbeitslosenquote

Januar 2026

Dezember 2025

Januar 2025

Recklinghausen

8,0

7,8

8,4

Castrop-Rauxel

8,0

7,2

7,2

Datteln

7,5

7,3

7,4

Dorsten

6,7

6,4

6,7

Herten

9,1

9,0

10,1

Marl

10,9

10,8

9,9

Gladbeck

11,2

11,0

11,1

Agenturbezirk RE

8,7

8,4

8,6

Stellenangebot sinkt weiter

Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 471 Stellenangebote, 173 weniger (-26,9 Prozent) als im Dezember. Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 4.593 Stellen zur Besetzung aus, 46 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand um 58 Vakanzen höher.
Rund sechs von zehn neu gemeldeten Stellen bezogen sich auf das Gesundheits- und Sozialwesen, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau) sowie freiberufliche Dienstleistungen (z.B. Rechts- und Steuerberatung).