Der Dezember brachte eine steigende Arbeitslosigkeit mit sich. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine waren zuletzt 13.636 Menschen arbeitslos gemeldet, 116 mehr als noch im November. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich dementsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf nun 5,1 Prozent.
„Saisontypisch ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresende noch einmal leicht angestiegen: eine Entwicklung die wir häufig beobachten“, erklärt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. Er betont, dass der Vergleich mit dem Vorjahr aber eine deutlich positivere Entwicklung aufzeigt. So waren im Dezember 2024 noch 288 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. „Ganz besonders die Personengruppe der Ausländer trägt aktuell dazu bei, dass die Arbeitslosigkeit sinkt“, betont er. So waren im Dezember 5.030 Personen mit einem ausländischen Pass arbeitslos gemeldet. Das sind 697 weniger als im Vorjahresmonat, was einen Rückgang um mehr als 12 Prozent beträgt. „Bereits seit ein paar Monaten können wir beobachten, dass die Menschen, die aus ihrer Heimat zu uns geflüchtet sind nach und nach in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Das ist sehr erfreulich“, betont Zwilling.
Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Arbeitslosigkeit steigt
„Üblicherweise steigt die Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel im Bereich der Arbeitslosenversicherung“, berichtet Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. Befristete Verträge, die auslaufen, witterungsbedingte Entlassungen und das Ende des Weihnachtsgeschäftes führen immer wieder zu dieser Entwicklung. Allerdings sei die gestiegene Arbeitslosigkeit nicht allein darauf zurückzuführen, wie Zwilling erklärt: „Die weiterhin angespannte wirtschaftliche Situation sorgt dafür, dass Unternehmen weniger einstellen und auch manchmal nicht ohne Entlassungen auskommen.“ Allerdings, so betont der Arbeitsmarktexperte, gäbe es immer noch viele Chancen, die Arbeitslosigkeit auch wieder zu beenden.
Im aktuellen Berichtsmonat waren 4.681 Personen in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet, 176 mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf nun 1,8 Prozent.
Fast 48 Prozent der aktuell in der Arbeitslosenversicherung gemeldeter Personen suchen eine Tätigkeit im Helferbereich. „Das ist eine schwierige Situation, da die Unternehmen bei der Suche nach Personal überwiegend auf Fachkräfte setzen“, erklärt Reiner Zwilling. So sei die Chance auf eine neue Anstellung als Fachkraft deutlich besser. Auch eine spätere Arbeitslosigkeit sei als Fachkraft weniger wahrscheinlich. „Es geht also darum, die Menschen, denen entsprechende Qualifikationen fehlen, fit für den Arbeitsmarkt zu machen und es ihnen zu ermöglichen, am Arbeitsmarkt benötigte Kompetenzen zu erwerben oder einen Berufsabschluss nachzuholen“ führt der Experte an. Die Arbeitsagentur setze daher stark auf die Qualifizierung arbeitsloser Menschen, um langfristige Perspektiven zu ermöglichen.
Im Dezember meldeten die Unternehmen im Kreis Steinfurt 482 freie Stellen bei der Agentur für Arbeit, 64 weniger als im Vormonat und 40 weniger als vor einem Jahr. „Das zeigt, dass die Verantwortlichen in den Unternehmen bei der Einstellung von neuem Personal weiterhin vorsichtig sind“, so Zwilling. Er betont zugleich, dass es aktuell insgesamt 3.199 freie Stellen gibt, und damit ebenso viele Chancen für die Menschen der Region, wieder eine Tätigkeit zu finden.
Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Positive Entwicklung setzt sich fort - Jobcenter verzeichnet weniger Bürgergeldbeziehende
Zum Jahresende 2025 sind 8.775 Personen arbeitslos in der Grundsicherung für Arbeitssuchende gemeldet. Das sind 60 Menschen oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt dementsprechend unverändert bei 3,3 Prozent.
Gegenüber dem Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit um 667 Personen (7,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag vor einem Jahr mit 3,6 Prozent um 0,3 Prozentpunkte höher als im aktuellen Berichtsmonat.
Besonders positiv zeigt sich die Entwicklung ausländischer Arbeitsloser sowie der Jugendarbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich. In beiden Gruppen verzeichnet das jobcenter Kreis Steinfurt einen spürbaren Rückgang von 16,6 Prozent bzw. 18.1 Prozent im Vergleich zum Dezember 2024. „Dies ist sicherlich zum Teil auf unsere gute Integrationsarbeit zurückzuführen“, so Tanja Schmidt, Vorständin des jobcenter Kreis Steinfurt. Gleichzeitig seien selbstverständlich auch politische Entscheidungen und Entwicklungen wie beispielsweise das Ende des Bürgerkriegs in Syrien für den Rückgang verantwortlich, führt Schmidt weiter aus.
Insgesamt war der Arbeitsmarkt in 2025 stark in Bewegung. So meldeten sich von Januar bis Dezember 11.545 Personen erstmalig oder nach einer Unterbrechung erneut beim jobcenter Kreis Steinfurt arbeitslos. Diesen Zugängen standen 12.140 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit gegenüber.
Die starke Dynamik bei den Zu- und Abgängen zeigt sich besonders im Vorjahresvergleich. So sank die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2024 um 7,1 Prozent bzw. 887 Personen, während die Zahl der Abgänge um 8,4 Prozent stieg.
Im Dezember bezogen 22.082 Menschen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. 1.066 Personen weniger als ein Jahr zuvor. Ebenso ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, die auf Unterstützung durch das Jobcenter angewiesen sind, im Berichtsmonat um 0,5 Prozent gesunken. Insgesamt betreute das Jobcenter 11.557 Bedarfsgemeinschaften. Auch hier verzeichnet das Jobcenter im Vergleich zum Vorjahr einen spürbaren Rückgang um 4,9 Prozent.
Der Arbeitsmarkt im Münsterland
Die Arbeitslosenquote blieb im Dezember im Münsterland unverändert bei 4,8 Prozent. Damit liegt sie exakt auf dem Niveau des Vormonates. Allerdings ist sie gegenüber Dezember 2024 um 0,2 Prozentpunkte zurückgegangen. Damals lag die Quote noch bei 5 Prozent. Insgesamt waren im aktuellen Berichtsmonat 49.938 Personen im Münsterland arbeitslos gemeldet, 205 mehr als noch im November, aber 854 weniger als im Vorjahresmonat.
Im Dezember meldeten die Unternehmen 2.054 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen im Münsterland, 46 mehr als im Monat davor. Auch im Vergleich mit dem Vorjahresmonat war ein leichter Anstieg der Stellenmeldungen zu beobachten. So meldeten die Personalverantwortlichen der Unternehmen im aktuellen Berichtsmonat 11 Stellen mehr. Insgesamt waren zuletzt 11.299 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen im Münsterland gemeldet.