Saisontypisch ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine zum Jahreswechsel angestiegen. Insgesamt waren 14.219 Personen arbeitslos gemeldet, 583 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf nun 5,3 Prozent.
„Ein Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die kalte Witterung der letzten Wochen“, sagt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. „In wetterabhängigen Branchen und Berufen konnte teilweise nicht gearbeitet werde“, erklärt er. Hinzu kämen befristete Arbeitsverhältnisse, die zum Jahreswechsel enden. „Auch dies führt regelmäßig zu einem saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, so Zwilling. Er fügt hinzu, dass auch die anhaltende Konjunkturschwäche Spuren am Arbeitsmarkt hinterlässt.
Allerdings habe sich die Situation am Arbeitsmarkt gegenüber dem Vorjahr in einigen Punkten verbessert, so sein Hinweis: „Zuletzt waren weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Januar 2025“. So ging die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 163 Personen zurück. Zum Rückgang der Arbeitslosigkeit trug vor allem die Entwicklung in der Gruppe der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei. So waren im Januar 5.253 Ausländer bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern im Kreis Steinfurt arbeitslos gemeldet, 643 weniger als vor einem Jahr. „Viele Menschen, die aus Krisengebieten zu uns gekommen sind, ist der Einstieg in eine Beschäftigung gelungen. Häufig arbeiten sie in Branchen und Berufen, in denen bereits ein deutlicher Personalengpass herrscht. Sie tragen somit zur wirtschaftlichen Leistung in der Region bei“, betont Zwilling.
Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Konjunkturschwäche hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt
Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) gestiegen. Insgesamt waren 5.215 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit Rheine arbeitslos gemeldet, 354 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich entsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent. „Es ist für die Jahreszeit üblich, dass die Arbeitslosigkeit steigt. Unter anderem, weil in einigen Branchen und Berufen, die von der Witterung abhängig sind, aktuell wegen der frostigen Temperaturen nicht mehr gearbeitet werden“, erklärt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. „Auch Menschen, die ein befristetes Beschäftigungsverhältnis hatten, das nicht verlängert wurde und zum Jahresende auslief, melden sich zum Jahreswechsel häufig arbeitslos.“, fügt er hinzu. Daher sei es typisch, dass die Arbeitslosigkeit am Anfang eines neuen Jahres im Bereich der Arbeitslosenversicherung steigt.
„Gleichzeitig ist die angespannte wirtschaftliche Lage inzwischen am Arbeitsmarkt angekommen“, berichtet der Agenturleiter. „Die Unternehmen sind sehr bestrebt, das vorhandene Personal zu halten. Das ist in den vergangenen Wochen aber nicht immer gelungen“, so Zwilling. Hinzu käme die rückläufige Personalnachfrage in den Betrieben, erläutert er. So meldeten die Arbeitgeber im Januar 414 neue offene Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit Rheine, 68 weniger als im Dezember. „Damit fehlen für viele Arbeitsuchende Chancen auf eine neue Beschäftigung. Wer aktuell arbeitslos ist, muss sich – je nach Branche und Beruf - häufig auf eine längere Phase der Stellensuche einstellen“, führt Zwilling aus.
Spürbar wird dies an der gestiegenen Langzeitarbeitslosigkeit. Insgesamt 539 Menschen waren bei der Arbeitsagentur in Rheine länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet, 46 mehr als vor einem Jahr. „Dabei bringt ein Großteil der Betroffenen durchaus einen Berufsabschluss mit“, berichtet der Agenturleiter und betont: „Hier sind Potenziale für die Fachkräftesicherung in den Unternehmen vorhanden“, sagt er und empfiehlt, dass Arbeitgeber diese in den Blick nehmen. „Schließlich sind aktuell immerhin noch rund 3.150 gemeldete Stellenangebote nicht besetzt“.
Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Saisonbedingt steigende Arbeitslosenzahlen
Zu Beginn des Jahres verzeichnet das jobcenter Kreis Steinfurt leicht steigende Arbeitslosenzahlen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Insgesamt waren 9.004 Menschen arbeitslos gemeldet. 229 mehr als im Vormonat. „Diese Entwicklung ist kein Grund zur Sorge, da die Zahl der Arbeitslosen witterungs- und saisonbedingt im Januar gestiegen ist.“, so Tanja Schmidt, Vorständin des jobcenter Kreis Steinfurt. Sie führt weiter aus, dass diese Zahl immer noch rund sechs Prozent unter dem Vorjahreswert liege. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte und liegt derzeit 3,4 Prozent.
943 Personen haben sich seit Jahresbeginn arbeitslos in der Grundsicherung für Arbeitsuchende gemeldet. Das sind 111 mehr als im Vorjahr. Zugleich verzeichnet das Jobcenter 714 Abgänge.
Im Berichtsmonat ist die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 0,9 Prozent oder 141 Personen angewachsen. Insgesamt waren 15.978 Männer und Frauen auf Bürgergeldleistungen angewiesen. Gleichzeitig ist die Zahl der nichterwerbsfähigen Leistungsberechtigten, in der Regel Kinder unter 15 Jahren, um 93 Personen gesunken. Wenig Veränderung gab es bei der Zahl der Bedarfsgemeinschaft. Im Vergleich zum Vormonat verzeichnet das Jobcenter 24 Haushalte mehr, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen.
„Dieses leichte Plus bei den Bürgergeldbeziehenden im Vergleich zum Vormonat ist ebenso wie die geringfügig gestiegene Zahl der Arbeitslosen nicht beunruhigend. Zumal wir vor einem Jahr noch 1.184 Personen und 674 Bedarfsgemeinschaften mehr im Leistungsbezug hatten als im aktuellen Berichtsmonat.“, so Schmidt abschließend.
Der Arbeitsmarkt im Münsterland
Im Münsterland ist die Arbeitslosenquote im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf nun 5 Prozent gestiegen. Damit liegt sie allerdings um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert aus dem Vorjahresmonat. Im Januar 2025 lag die Arbeitslosenquote nämlich noch bei 5,2 ‚Prozent. Insgesamt waren im Münsterland im aktuellen Berichtsmonat 49.023 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit waren es 2.085 mehr als noch im Dezember. Aber auch hier zeigt sich ein Rückgang (-1.029 Personen) gegenüber dem Vorjahresmonat.
Durch die Unternehmen wurden im Januar 1.646 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Damit teilten die Personalverantwortlichen der Unternehmen im Münsterland 408 neue freie Stellen weniger mit als noch im Vormonat. Gleichzeitig waren es aber 146 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren münsterlandweit im Januar 11.882 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet.
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Allgemeine Presseinformation
Der Kreis Steinfurt ist als sog. Optionskreis vom Bund zugelassener kommunaler Träger der Aufgaben nach dem SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II). Er nimmt diese Aufgaben eigenständig und unabhängig von der Agentur für Arbeit wahr.
Die Städte und Gemeinden bewilligen im Auftrag des Kreises Steinfurt das Arbeitslosengeld II und stellen die Ansprechpartner/innen in den Rathäusern vor Ort.
Nähere Informationen zur Gesamtaufgabenwahrnehmung erhalten Sie unter: www.jobcenter-kreis-steinfurt.de