Pflegeberufe im Fokus: Gute Perspektiven und hohe Fachkräftebedarfe

Zum Tag der Pflege am 12. Mai nimmt die Agentur für Arbeit die Berufe im Bereich Pflege in den Blick. Sie berichtet über die Erfolgsgeschichten von Auda Gambala und Ruby Saludar und bietet Unterstützung an. 

05.05.2026 | Presseinfo Nr. 27

„Europa hat mich gereizt, und Deutschland war dabei ein Land, das ich interessant fand, weil es gute Rahmenbedingungen in unserem Beruf bietet“, nennen Auda Gambala und Ruby Saludar als Grund dafür, dass sie als Pflegefachkräfte von den Philippinen nach Deutschland gekommen sind. Beide haben in ihrem Heimatland ein vierjähriges Studium mit einem anschließenden Praxisjahr abgeschlossen und arbeiten seit 2022 als Pflegekräfte auf der Intensivstation in der Kreisklinik Wolfratshausen. Ihre Ansprechpartnerin ist die Pflegebereichsleiterin Intensivstationen, Sandra Filser. Diese spielte bereits bei der Ankunft für die beiden Pflegefachkräfte eine wichtige Rolle: „Als wir ankamen, waren unsere Wohnungen schön eingerichtet, und Sandra hatte sogar Lebensmittel eingekauft. Da habe ich mich sofort sehr wohl und willkommen gefühlt“, erzählt Ruby Saludar. Sandra Filser freut sich über das Kompliment und betont, wie wichtig die Mitarbeitenden aus dem Ausland seien, damit die Arbeit in der Klinik läuft. „Rund 90 Prozent der im Pflegebereich Beschäftigten in unserer Klinik haben einen Migrationshintergrund und auf der Intensivstation liegt der Anteil sogar bei 96 Prozent“, sagt sie. Und der Leiter Personal und Verwaltung, Thomas Reichart, ergänzt: „Ohne die Pflegekräfte aus dem Ausland würde die Arbeit in der Klinik nicht mehr funktionieren. Sie sind durch ihr freundliches Auftreten und die Impulse aus den unterschiedlichen Kulturen sehr bereichernd. Dabei sind wir bei der Rekrutierung aus dem Ausland und der Anerkennung der Berufsabschlüsse auf die Zusammenarbeit mit anderen Stellen angewiesen.“ 

Hier kommen Ansprechstellen wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) ins Spiel. Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Dr. Nicole Cujai, betont, dass der Gesundheits- und Pflegesektor im Agenturbezirk Rosenheim, der neben der Stadt und dem Landkreis Rosenheim auch die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, eine wichtige Rolle spielt. „Rund 5,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, das entspricht 11.509 Personen (+296 ggü. Vorjahr),  arbeiteten am 30. Juni 2025 in der Alten- oder Krankenpflege. Die Beschäftigung hat in diesem Bereich seit 2020 um 9 Prozent zugenommen, während sie insgesamt lediglich um rund 5 Prozent angestiegen ist. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einem ausländischen Pass war in dem Zeitraum im Pflegebereich sogar eine Zunahme von knapp 45 Prozent zu verzeichnen“, erklärt sie. „Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der BA (https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite). Diese unterstützt Menschen in Deutschland, die eine Beschäftigung im Ausland suchen, und Arbeitgebende, die Personal aus dem Ausland rekrutieren möchten.“ Eines der Programme ist „Triple Win“ (https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/projects-programs/health-and-care/triple-win), das darauf spezialisiert ist, Pflegekräften aus dem Ausland den Übertritt in den deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Auch Auda Gambala und Ruby Saludar haben das Programm genutzt, um nach Deutschland zu kommen. Sie konnten dadurch in ihrem Herkunftsland erste Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bzw. B2 erwerben und haben Unterstützung erhalten, um die für die berufliche Anerkennung erforderlichen Unterlagen zusammenzustellen. Diese Unterlagen werden dann dem bayerischen Landesamt für Pflege vorgelegt. Nach der Prüfung erhält die Klinik einen Defizitbescheid, welche theoretischen und praktischen Inhalte die Pflegekräfte aus dem Ausland noch nachholen müssen, damit ihr Berufsabschluss in Deutschland anerkannt werden kann. „Auch hier helfen wir gerne und können beispielsweise beim Vorbereitungskurs für die Kenntnisprüfung unterstützen. Und wenn umfangreichere Kenntnisse erworben werden müssen, kann die Agentur für Arbeit im Einzelfall auch die Lehrgangskosten für die Umschulung zum Pflegehelfer (m/w/d) oder zur Pflegefachkraft (m/w/d) übernehmen. Wichtig ist, dass die jeweiligen Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Informationen dazu stehen unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/foerderung-von-weiterbildung“, erklärt Sibylle Karl vom Arbeitgeberservice, die die Kreisklinik Wolfratshausen seit 20 Jahren betreut. „Wir beraten gerne hierzu. Weitere Informationen und die Kontaktdaten stehen unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/unternehmen. Und der Schritt hin zur Fachkraft lohnt sich auch finanziell: Mit durchschnittlich knapp 4.400 Euro brutto verdiente eine Fachkraft, die Pflegebereich in Vollzeit arbeitete, in unserem Agenturbezirk 2024 mehr als 1.100 Euro mehr als eine Hilfskraft.“ 

Auda Gambala und Ruby Saludar sind in ihrem Beruf in der Kreisklinik Wolfratshausen voll angekommen und fühlen sich sehr wohl. Ihre Freizeit verbringen sie in einer Community mit mehr als 20 Pflegekräften aus dem Ausland und haben in dieser Runde auch die Weihnachtsfeier für alle organisiert. „Wir sind dankbar dafür, dass uns die Klinik nach unserer Ankunft weitere Deutschkurse und Fortbildungen im pflegerischen Bereich ermöglicht hat. Zudem ist es schön, dass sich die Ärztinnen und Ärzte mit uns austauschen und an unseren Beobachtungen interessiert sind.  Das kennen wir von den Philippinen so nicht“, sagen sie. Sie freuen sich auch über Dankesschreiben der Patientinnen und Patienten: „Das sind sehr nette Gesten“. Beide wollen langfristig bei der Kreisklinik arbeiten und sich beruflich weiter entwickeln. Ruby Saludar fängt im Sommer eine Weiterbildung zur Praxisanleiterin an und ein langfristiges Ziel wäre die Tätigkeit in der Notaufnahme…