Die Arbeitslosenquote liegt im Juni bei 3,1 Prozent – Konjunkturelle Eintrübungen sind weiterhin sichtbar

Jugendliche aufgepasst: Kommt am 30. Juli zur offenen Sprechstunde in die Agentur für Arbeit und sichert Euch einen Ausbildungsplatz für den Herbst!  

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 36

Die Arbeitslosenzahl ist im Agenturbezirk Rosenheim im Juni leicht um 18 Personen auf 9.935 gesunken. Dabei hat sich die Arbeitslosigkeit In den einzelnen Regionen unterschiedlich entwickelt: Während in der Stadt (-10) und dem Landkreis Rosenheim (-51) sowie im Landkreis Miesbach (-26) weniger Menschen arbeitslos gemeldet waren als im Vormonat, ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (+69) gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 3,1 Prozent (Vorjahresmonat: 3,0 Prozent). 

Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, Dr. Nicole Cujai, geht in diesem Monat speziell auf die Situation der jungen Frauen und Männer ein, die in den vergangenen Wochen ihre betriebliche Ausbildung abgeschlossen haben oder dies zeitnah tun werden und keine Arbeit bei ihrem Ausbildungsbetrieb aufnehmen. Sie lädt diese ein, mit ihrer Ansprechperson in der Arbeitsvermittlung über die individuellen beruflichen Perspektiven zu sprechen. „Die Kolleginnen und Kollegen helfen Ihnen den passenden Weg zu finden und beraten zu Bewerbung, Stellensuche und Unterstützungsmöglichkeiten, damit Sie schnell eine Beschäftigung nach der Ausbildung finden“, sagt sie und wendet sich an die Personalverantwortlichen von Betrieben: „Kontaktieren Sie Ihre Ansprechpartnerin / Ihren Ansprechpartnerin beim Arbeitgeberservice oder rufen Sie unsere Kolleginnen und Kollegen unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 an. Diese informieren Sie über die vielseitigen Möglichkeitenwie wir Sie bei Neuanstellungen unterstützen können. Durch die Probearbeit können Sie und die Bewerberin / der Bewerber gemeinsam ausprobieren, wie die Zusammenarbeit klappt. Oder wir können auch einen Eingliederungszuschuss zahlen, wenn Sie eine Person einstellen, die bei uns gemeldet ist. Wichtig ist jeweils, dass die entsprechenden Fördervoraussetzungen erfüllt sind.“ 

Dr. Cujai nimmt den Monatsbericht im Juni zum Anlass, um einen Blick auf die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im ersten Halbjahr 2026 zu werfen: „Im deutschlandweiten Vergleich ist die Lage in unserer Region weiterhin gut und gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 ist eine Stabilisierung zu erkennen: Die Arbeitslosenzahl lag von Januar bis Juni nur leicht über dem jeweiligen Vorjahreswert. Die konjunkturellen Eintrübungen hinterlassen jedoch weiterhin ihre Spuren: In den Monaten Januar bis Juni waren jeweils mehr Menschen arbeitslos gemeldet als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre seit 2022 als sich der Arbeitsmarkt nach der Coronapandemie wieder stabilisiert hatte. Die Personalverantwortlichen von Betrieben sind in einigen Bereichen weiterhin dazu gezwungen Mitarbeitende freizustellen. Im Juni waren im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch (SGB) III), die die Menschen umfasst, die sich in unmittelbarem Anschluss an ein Arbeitsverhältnis melden, 447 Personen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Im SGB II-Bereich waren dagegen im Vorjahresvergleich 253 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Arbeitgebende agieren aufgrund der wirtschaftlichen Situation bei Neueinstellungen teilweise zurückhaltender und Personen, die eine neue Arbeit suchen, brauchen dafür länger. Von März bis Juni waren wieder mehr Stellenangebote gemeldet als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres, die Werte lagen jedoch jeweils unter denen der entsprechenden Monate in den Jahren 2022 bis 2024“, sagt Dr. Cujai. „Es kann jedoch als kleines positives Signal gewertet werden, dass die Betriebe der Agentur für Arbeit seit Jahresbeginn mit 4.009 mehr neu zu besetzende Stellen gemeldet (+188) haben als in dem Zeitraum vor einem Jahr. Diese Entwicklung geht mit einer weitgehend gleichbleibenden bis leicht steigenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung einher. Beides zeigt, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region auch in der aktuell wirtschaftlich anspruchsvollen Zeit Möglichkeiten bietet.“

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt

Der Geschäftsführung der Rosenheimer Arbeitsagentur ist die Ausbildung junger Menschen wichtig. Im Juni waren im Agenturbezirk noch 1.145 offene Ausbildungsstellen gemeldet. Zahlreiche Angebote gab es u.a. noch in den Berufen Kaufmann Einzelhandel (es gilt jeweils auch die weibliche Berufsbezeichnung) (201), Verkäufer (113), Medizinischer (38)– und Zahnmedizinischer Fachangestellter (31), Bankkaufmann (38), Industriemechaniker (32), Koch (29), Fachwirt Handel (Ausbildung) (29), Kaufmann Büromanagement (29) und Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik (22). Aber auch in den Berufsgruppen Holzbe- und -verarbeitung, Feinwerk- u. Werkzeugtechnik, Maschinenbau- und Betriebstechnik, Fachkraft Lagerlogistik sowie in weiteren Bereichen waren noch Stellen gemeldet. Dr. Cujai sagt hierzu: „Eine abgeschlossene betriebliche Ausbildung bietet ein solides Fundament und ist die ideale Grundlage für die spätere berufliche Karriere mit Weiterbildungsmöglichkeiten zum Techniker, zur Meisterin, zum Betriebswirt oder zur Fachwirtin. Die Zukunftsperspektiven in diesen Bereichen sind vielfältig und auch finanziell vielversprechend. Und wir sehen, dass Betriebe aus unterschiedlichen Bereichen weiterhin vor allem ausgebildete Fachkräfte suchen.“

Zwei Monate vor Ausbildungsbeginn sind bei der Agentur für Arbeit noch 761 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchen (1.185 haben ihren beruflichen Weg bereits gefunden). Die Agenturleiterin wendet sich direkt an diese und weitere Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie es nach der Schule im Sommer für sie weitergeht, und sagt: „Kontaktiere unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater am besten gleich per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de. Diese unterstützen bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz oder nach beruflichen Alternativen. Und sie informieren auch zu Unterstützungsmöglichkeiten wie die „Assistierte Ausbildung (AsA)“ (https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/ausbilden/assistierte-ausbildung-betriebe).  Das Angebot wird individuell auf den Betrieb und die Auszubildende / den Auszubildenden  angepasst und kann fachliche, sprachliche und/oder sozialpädagogische Elemente beinhalten. Die Erfolgsgeschichte von Justin, der seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker Nutzfahrzeugtechnik mit dieser Unterstützung direkt bestanden hat, kann unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/presse/2026-34-mutmacher-fur-junge-menschen-und-betriebe-wie-justin-seine-ausbildung-geschafft-hat abgerufen werden.“

Tipp: Die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit Rosenheim bieten am Donnerstag, den 30. Juli, von 13 bis 17 Uhr eine offene Sprechstunde an. Sie helfen dabei, den richtigen Beruf oder Studiengang zu finden und bei der Suche nach passenden Angeboten und Bewerbungen. Jugendliche und ihre Begleitpersonen sind herzlich eingeladen spontan vorbei zu kommen. Informationen stehen unter: https://web.arbeitsagentur.de/portal/metasuche/suche/veranstaltungen. Suchbegriff: „Rosenheim“. 

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent (Vormonat: 5,1 Prozent; Juni 2025: 4,9 Prozent). Derzeit sind 1.984 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den Kundinnen und Kunden, die nach dem SGB III durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 18 auf 1.036. Beim Jobcenter wurden 948 Personen nach dem SGB II betreut, 8 mehr als im Mai. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.078 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.616 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent (Vormonat: 3,1 Prozent; Juni 2025: 3,0 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.612. Hier sind 2.778 Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 34 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.834 arbeitslose SGB II-Kundinnen und Kunden registriert, 17 weniger als im Mai. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.803 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.906 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juni eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent auf (Vormonat: 2,4 Prozent; Juni 2025: 2,3 Prozent). Das entspricht 1.821 beschäftigungslosen Bürgerinnen und Bürgern. Davon sind 1.152 Männer und Frauen, 27 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 669 Betroffene, 42 mehr als im Mai, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.172 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.650 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.518 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,6 Prozent (Vormonat: 2,7 Prozent; Juni 2025: 2,8 Prozent) entspricht. Davon sind 1.007 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 5 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 511 Menschen arbeitslos gemeldet, 21 weniger als im Mai. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.327 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.052 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2025 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.

  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.