Die Arbeitslosenquote steigt im Urlaubsmonat August auf 3,3 Prozent

Noch mehr als 800 offene Ausbildungsplätze mit Starttermin im September gemeldet.

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 44

Auch in diesem Jahr hat sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Agenturbezirk Rosenheim in den vergangenen Wochen erhöht. Zum Stichtag am 13. August waren mit 10.554 um 426 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Der Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim, Michael Preisendanz, sagt hierzu: „Diese Entwicklung ist im Sommer üblich. Neue Arbeitsverträge werden aufgrund der Urlaubs- und Ferienzeit erfahrungsgemäß zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen. Sie steigt also spürbar und liegt sogar um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.“

Preisendanz erklärt weiter zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: „Im deutschlandweiten Vergleich ist Lage in unserer Region weiterhin gut. Die Arbeitslosenquote ist geringer als in vielen anderen Gebieten und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelt sich stabil. Zudem sind seit März wieder mehr offene Stellenangebote gemeldet als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt auch in Zeiten, in denen er durch konjunkturelle Herausforderungen und einen starken Wandel geprägt ist, neue Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Gerne stehen wir Menschen, die arbeitslos oder von (Winter)Arbeitslosigkeit bedroht sind, ebenso für Fragen zur Verfügung wie Frauen und Männern, die sich beruflich umorientieren möchten.“

Der Geschäftsführer operativ führt mit Blick auf den Arbeitsmarkt weiter aus: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist zudem unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich weitere junge Menschen, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und nun ihre erste Anstellung als Fachkraft suchen, bei der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern gemeldet haben. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen hat sich bei der Personengruppe der unter 25Jährigen im August um 299 (29,0 Prozent) Betroffene auf 1.329 erhöht. Michael Preisendanz sagt hierzu: „Die Arbeitslosigkeit ist bei dieser Personengruppe stärker angestiegen als in den Vorjahren. Unsere Vermittlungsfachkräfte unterstützen die Bewerberinnen und Bewerber bestmöglich, damit diese schnell eine neue Anstellung finden.“ Direkt an Personalverantwortliche gerichtet fügt er hinzu: „Ich möchte Sie einladen, den jungen Frauen und Männer eine Chance zu geben. Diese bringen in ihren Ausbildungsberufen ganz aktuelles Wissen mit, von dem auch Sie in Ihrem Betrieb profitieren können. Häufig ergänzen sich die jungen Fachkräfte und das angestammte Personal sehr gut. Für Fragen sowie Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten wie eine Probearbeit, damit Ihr Betrieb und die Bewerberin / der Bewerber schauen können, ob Sie zueinander passen oder einen Eingliederungszuschuss bei Arbeitsaufnahme stehen unsere Ansprechpersonen vom Arbeitgeberservice zur Verfügung. Sie erreichen diese auch unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20. Wichtig ist jeweils, dass die entsprechenden Fördervoraussetzungen erfüllt sind.“ 

Mit Blick auf die Stellenangebote führt der Geschäftsführer operativ weiter aus: „Hier sehen wir, dass vor allem ausgebildete Fachkräfte gefragt sind: Bei 2.410 der 3.815 (entspricht 63,2 Prozent) Stellenangebote, die bei der Agentur für Arbeit Rosenheim gemeldet sind, ist mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung gefordert. Auf ein Stellenangebot kommen hier gut 1,4 arbeitslos gemeldete Menschen, während im Helferbereich knapp sechs Arbeitslose einem Stellenangebot gegenüber stehen.“

Er nimmt den hohen Bedarf an ausgebildeten Fachkräften auch zum Anlass, sich an die Jugendlichen zu wenden, die noch einen Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen: „Gebt nicht auf und kontaktiert unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater am besten gleich per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de. Zudem bieten wir am Montag, den 14. September von 13 bis 17 Uhr in der Arbeitsagentur in Rosenheim (Wittelsbacherstr. 57, Eingang Münchener Str.) eine offene Sprechstunde an. Die Beraterinnen und Berater stehen zur Verfügung und halten offene Ausbildungsstellen bereit, bei denen der Einstieg kurzfristig möglich ist. Zudem informieren sie über mögliche Alternativen / Überbrückungen bis zum nächsten Ausbildungsjahr. Wichtig: Seid bei der Berufs- und Betriebswahl und beim Arbeitsweg möglichst flexibel und gebt auch einem Ausbildungsberuf eine Chance, der Eurem Wunschberuf ähnlich ist. Die betriebliche Ausbildung in Deutschland ist hoch anerkannt und bietet eine gute Grundlage für die berufliche Karriere mit attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten. Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr das passende Angebot findet.“ Zum Stichtag Mitte August waren im Agenturbezirk Rosenheim noch 822 offene Ausbildungsplätze mit Starttermin im September gemeldet. Viele Angebote sind beispielsweise noch für Kaufleute Einzelhandel (154) und für Verkäufer (95), Fachwirtinnen Handel (Ausbildung) (16) und Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk Fleischerei (15) sowie für Fachkräfte Lagerlogistik (19), für Medizinische (19) und Zahnmedizinische Fachangestellte (14), Kaufleute Büromanagement (18), Feinwerkmechanikerinnen (16) und Kaufleute Groß- und Außenhandelsmanagement (15) registriert.

Abschließend spricht Preisendanz die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die noch Auszubildende suchen, an und sagt: „Geben Sie auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance, die in der Schule keine Überfliegerinnen und Überflieger waren und/oder keinen lückenlosen Lebenslauf haben. Häufig entwickeln sich diese im Betrieb sehr positiv. Unser Arbeitgeberservice beantwortet Ihnen Fragen zur Suche nach Auszubildenden und/oder Unterstützungsmöglichkeiten. Der Einstieg in die Ausbildung ist häufig noch bis Dezember möglich.“

Hinweis: Die Arbeitsuchend-, die mit der Arbeitslosmeldung einhergehen kann, ist unter https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld möglich. Menschen, die bei der Arbeitsagentur vorsprechen möchten, bitten wir unter https://web.arbeitsagentur.de/portal/terminvereinbarung/pc/agenturen/anliegenauswahl einen Termin zu vereinbaren. Denn eine Vorsprache ist nur noch mit Termin möglich. Weitere Anliegen wie Arbeitslosengeld beantragen können zudem bequem unter www.arbeitsagentur.de/eservices erledigt werden. Arbeitgebende können sich an uns wenden, wenn es beispielsweise darum geht, wie sie Winterarbeitslosigkeit verhindern können. Online stehen hierzu Informationen unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/wintergeld-beantragen zur Verfügung.“

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim 

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (Vormonat: 5,0 Prozent; August 2025: 5,3 Prozent). Derzeit sind 2.024 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den Kundinnen und -Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 42 auf 1.074. Für weitere 950 arbeitslose Kundinnen und -Kunden, 25 mehr als im Juli, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.012 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.563 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 
    Ausbildungsmarkt: 

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 119; Top 3 Berufe: Kaufleute Einzelhandel (32); Verkäuferinnen (15); Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk Fleischerei (4). 

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent (Vormonat: 3,1 Prozent; August 2025: 3,2 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.951. Hier sind 3.051 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 140 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.900 arbeitslose SGB II-Kundinnen und -Kunden, 71 mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.794 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.900 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben

Ausbildungsmarkt: 

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 339; Top 3 Berufe: Kaufleute Einzelhandel (55); Verkäuferinnen (39); Feinwerkmechaniker (13). 

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im August eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent auf (Vormonat: 2,6 Prozent; August 2025: 2,5 Prozent). Das entspricht 1.982 beschäftigungslosen Bürgerinnen und Bürgern. Davon sind 1.341 Männer und Frauen, 96 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 641 Betroffene, 36 weniger als im Juli, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.084 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.580 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ausbildungsmarkt:

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 228; Top 3 Berufe: Kaufleute Einzelhandel (34); Verkäuferinnen (23); Fachkaufleute Systemgastronomie (9).

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.597 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent entspricht (Vormonat: 2,6 Prozent; August 2025: 3,0 Prozent). Davon sind 1.081 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 61 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und 
    -Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 516 Menschen arbeitslos gemeldet, 27 mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.269 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 994 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 

Ausbildungsmarkt:

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 136; Top 3 Berufe: Kaufleute Einzelhandel (33); Verkäuferinnen (18); Fachwirte Handel (7). 

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2026 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.

  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.