Im Mittelpunkt des Strategiegesprächs standen Überlegungen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und den anstehenden Herausforderungen sowie die Möglichkeit gemeinsamer Aktivitäten. Gemeinsames Ziel ist es, unvermeidbare Veränderungen verantwortungsvoll zu begleiten, Arbeitsplatzverluste so gering wie möglich zu halten und betroffenen Beschäftigten den nahtlosen Übergang in neue Arbeitsverhältnisse zu erleichtern. Auch über die verschiedenen Möglichkeiten, Beschäftigte durch Qualifizierungen fit für einen neuen Arbeitsplatz zu machen, wurde diskutiert.
Arbeitsmarkt dreht sich trotz Unsicherheit
Im Spannungsfeld eines zunehmend zweigeteilten Arbeitsmarktes mit steigenden Arbeitslosenzahlen auf der einen Seite und gleichzeitigem Fachkräftemangel auf der anderen Seite kommt der frühzeitigen Vernetzung von personalabgebenden und personalsuchenden Unternehmen eine zentrale Bedeutung zu. „Unsere Aktivitäten zielen verstärkt darauf ab, mit der Vermittlung und Qualifizierung von Arbeitskräften bereits vor einer geplanten Entlassung zu beginnen. Ist Arbeitslosigkeit erst entstanden, wird es schwieriger einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Im deutlichen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit von 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt sich dieses Problem“, erklärt Sylvia Scholz. Die mit dem Netzwerk der Fachkräfteallianz ins Leben gerufene Initiative Arbeitsmarktdrehscheibe kann diesen Job-to-Job-Übergang unterstützen. Die Plattform soll Arbeitgebenden die Gewinnung von Fachkräften ermöglichen und Beschäftigten, die von einer Restrukturierung betroffen sind, einen nahtlosen Übergang vom Beschäftigungsende hin zum Arbeitsplatzwechsel ermöglichen.
Um auf die unterschiedliche Auslastung durch schwankende Auftragslage zu reagieren und Beschäftigung zu sichern, setzen auch die Akteure aus der Metall- und Elektrobranche auf eine frühzeitigen Vernetzung zwischen Arbeitgebenden: „Mit dem im letzten Jahr abgeschlossenen Tarifvertrag zum regionalen Personaleinsatz wurden die Weichen gestellt, um Kurzarbeit oder Entlassungen in Unternehmen mit Kapazitätsüberhängen zu vermeiden und betroffene Beschäftigte vorübergehend in anderen Betrieben einzusetzen“, ergänzt die Arbeitgebervertreterin für die Metall- und Elektroindustrie, Lisa-Maria Allramseder.
Handlungsbedarfe erkennen
„Kurzarbeit bleibt für die Unternehmen – insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe – aus der Region weiterhin ein wichtiges Instrument, um Arbeitsausfälle zu kompensieren“ stellt Thomas Bleile fest: „Kurzarbeit sollte aber nicht nur als finanzielle Überbrückung für auftragsschwache Zeiten gesehen werden“ betont Scholz und ermutigt: „Spätestens in dieser Phase sollte die Zeit, nach einer gründlichen Analyse der Weiterbildungsbedarfe, für die Qualifizierung der Mitarbeitenden genutzt werden.“ Denn durch Weiterbildung, Umschulung und den gezielten Ausbau von Kompetenzen sollen die Menschen besser auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet werden: „Automatisierung und Digitalisierung verändern unsere Arbeitswelt in einem rasanten Tempo“, ergänzt Thomas Bleile von der IG Metall: „Beschäftigte müssen die dafür notwendigen Qualifizierungen aktiv einfordern!“
An Weiterbildung führt kein Weg vorbei
Der Austausch machte deutlich, dass nachhaltige Sicherung des Beschäftigungsniveaus nur im engen Schulterschluss aller Akteure gelingt. „Als Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit und eine stabile Beschäftigungssituation in der Region führt kein Weg an Qualifizierung vorbei“ lautete es einstimmig aus der Runde von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung sowie der Arbeitsverwaltung.