Gold wert mit silbernen Haaren - Fachkräftemangel verändert Blick auf Arbeit im Rentenalter

18.02.2026 | Presseinfo Nr. 5

Zahl der arbeitenden Rentner im Harz hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht. Fachkräftemangel, finanzielle Gründe, aber auch soziale und persönliche Motive spielen eine Rolle.

Zitat:

„Der Arbeitsmarkt verändert sich spürbar. Ältere Menschen bleiben länger aktiv und bringen wertvolle Erfahrung mit“, erklärt Anja Huth, Chefin der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt West. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen Beschäftigte im Rentenalter für viele Betriebe an Bedeutung.“

Immer mehr Rentnerinnen und Rentner im Landkreis Harz gehen auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze einer Beschäftigung nach.

Im vergangenen Jahr arbeiteten 3.117 Frauen und Männer über der Regelaltersgrenze in einer sozialversicherungspflichtigen oder geringfügigen Beschäftigung. Damit lag der Anteil der arbeitenden Rentner im Landkreis Harz bei 4,1 Prozent an allen Beschäftigten. 

Zum Vergleich: Bundesweit betrug der Anteil 3,8 Prozent, in Ostdeutschland 3,4 Prozent. Die Anzahl der arbeitenden Rentner hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich erhöht. Im Jahr 2015 waren 2.344 Alternsrentner beschäftigt.

 

Ein Grund für diese Entwicklung ist der Fachkräftemangel

„Für zwei Beschäftigte, die in den Ruhestand wechseln, rückt nur ein junger Mensch auf den Arbeitsmarkt nach“, sagt Anja Huth. Gleichzeitig entscheiden sich mehr Menschen im Ruhestand bewusst dafür, weiterzuarbeiten.

Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung spielen dafür vor allem soziale und persönliche Motive wie Freude an der Arbeit oder der Wunsch nach einer sinnvollen Aufgabe eine zentrale Rolle. Mehr als zwei Fünftel aller Befragten gaben zudem finanzielle Gründe für ihre Erwerbstätigkeit im Ruhestand an.

 

Mehr Männer als Frauen arbeiten im Rentenalter

Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 1.804 Männer im Rentenalter einer Beschäftigung nach. Davon arbeiteten 1.389 als Minijobber, was einem Anteil von77 Prozent entspricht. Besonders häufig waren Männer in den Bereichen Fahrzeugführung im Straßenverkehr, Gebäudetechnik sowie Lagerwirtschaft und Zustelldienste tätig.

Auch 1.312 Frauen im Rentenalter waren im Landkreis Harz erwerbstätig. 1.084 von ihnen waren Minijobberinnen, was einem Anteil von 83 Prozent entspricht.  Frauen waren vor allem im Büro- und Sekretariatsbereich, in der Erziehung und Sozialarbeit sowie in der Reinigung tätig.

 

Weiterführende Information 

IAB-Kurzbericht „Erwerbsarbeit im Ruhestand hat vielfältige Gründe – nicht nur finanzielle“

IAB-Kurzbericht „Neben der Altersrente arbeiten Selbstständige am häufigsten“