Sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Landkreis Schwandorf

Arbeitsmarktbericht für den Landkreis Schwandorf im Januar 2024

31.01.2024 | Presseinfo Nr. 10

„Die Arbeitslosigkeit hat sich von Dezember auf Januar deutlich nach oben bewegt. Dies hat mehrere Gründe. Aufgrund der starken Bedeutung der Außenberufe im Landkreis steigt die Arbeitslosigkeit in der witterungsbedingten Saisonpause jedes Jahr an. Hinzu kommt in diesem Jahr der verstärkte Zugang in die Arbeitslosigkeit aufgrund der Fluchtmigration und die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage in einigen Branchen. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass viele freigestellte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Start der Saison im Bau- und Baunebengewerbe wieder eine Beschäftigung aufnehmen werden. Das weiterhin sehr gute Stellenangebot im Landkreis führt dazu, dass insbesondere Fachkräfte selten von längerer Arbeitslosigkeit betroffen sind“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis nahm binnen Monatsfrist um 511 Personen zu. Mitte des Berichtsmonats waren 3.259 Personen arbeitslos gemeldet, 363 Arbeitnehmer mehr als im Januar 2023. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,6 Prozentpunkte auf nunmehr 3,7 Prozent. Im Januar 2023 betrug die Quote 3,3 Prozent.

„Die Arbeitgeber haben zu Beginn des neuen Jahres erneut zahlreiche Stellen gemeldet, für die sie geeignete Bewerberinnen und Bewerber suchen. Der Fachkräftemangel ist weiterhin quer durch alle Branchen ein Thema. Gemeinsam mit den Betrieben sucht der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Jobcenter und Arbeitsagentur nach Besetzungsmöglichkeiten. Dabei kommt gerade Menschen mit Migrationsgeschichte eine immer wichtigere Bedeutung zu“, berichtet der Arbeitsmarktexperte. „Gerade die Personengruppe mit ausländischen Wurzeln hat den Aufwuchs an Beschäftigung in den vergangenen Jahren getragen. Sie ist damit ein wichtiger Faktor für die Fach- und Arbeitskräftesicherung. Deshalb laufen viele gemeinsame Aktivitäten von Agentur und Jobcenter, um nach Ende der Sprach- und Integrationskurse eine schnelle Einmündung in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu unterstützen.“

Mitte Januar waren im gemeinsamen Stellenpool der Arbeitsagentur und des Jobcenters 2.614 Stellenangebote gemeldet und damit 67 Offerten weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn meldeten die Betriebe und öffentlichen Verwaltungen 267 Stellen und somit 57 Offerten mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bewegungszahlen

Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich aus der Erwerbstätigkeit heraus 722 Personen arbeitslos und somit 52 Arbeitnehmer mehr als im Januar 2023. Im Gegenzug beendeten 202 Personen ihre Arbeitslosigkeit, um direkt ins Berufsleben zurückzukehren oder einzusteigen. Dies waren 17 Arbeitnehmer mehr als im Vorjahresmonat.

Blick in die Branchen

Im aktuellen Berichtsmonat waren die Arbeitgeber verhalten bei Stellenneumeldungen im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Unverändert hoch ist der Arbeitskräftebedarf allerdings im Pflegebereich.

Die Personaldienstleister zeigten sich zu Beginn des neuen Jahres bei Stellenneumeldungen gegenüber dem Vorjahresmonat zurückhaltend. Der Bestand an offenen Stellen liegt jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau.

Vorsichtig optimistisch zeigt sich die Baubranche, die trotz des Saisonendes weiterhin nach Arbeitskräften sucht.

Blick auf den Gesamtagenturbezirk

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf, zu dem die Landkreise Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie die Stadt Amberg gehören, stieg die Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist um 2.058 Personen. Mitte des Berichtsmonats waren insgesamt 9.968 Personen arbeitslos gemeldet, 886 Arbeitnehmer mehr als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich binnen Monatsfrist um 0,9 Prozentpunkte auf nunmehr 4,1 Prozent. Im Januar 2023 lag die Quote bei 3,8 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosigkeit ist aktuell im Landkreis Amberg-Sulzbach mit 3,5 Prozent zu verzeichnen, gefolgt vom Landkreis Schwandorf (3,7 Prozent), dem Landkreis Cham (4,3 Prozent) und der Stadt Amberg (5,9 Prozent).

Mitte Januar waren im gemeinsamen Stellenpool der Arbeitsagentur und der drei Jobcenter 7.036 Stellenangebote gemeldet, 112 Offerten weniger als im Januar 2023. Seit Jahresbeginn meldeten die Betriebe und öffentlichen Verwaltungen 676 Stellen und somit 234 Offerten weniger als im Vorjahreszeitraum.