„Unser Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2025 insgesamt noch ganz robust gezeigt und damit seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Trotz eines weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds mit gedämpfter Konjunktur und globalen Unsicherheiten konnten wir einen Zuwachs bei Beschäftigung und Arbeitskräftenachfrage verzeichnen. Im Jahres-verlauf war eine differenzierte Entwicklung zu beobachten: Während einzelne Industriebereiche sowie das Baugewerbe mit einer zurückhaltenden Nachfrage konfrontiert waren, zeigten sich insbesondere der Dienstleistungssektor, der Öffentliche Dienst, das Gesundheits- und Pflegewesen, die Erziehung sowie IT-nahe Berufe weiterhin aufnahmefähig. Der Fachkräftebedarf bleibt damit in zahlreichen Berufen hoch und stellt Unternehmen wie Arbeitsmarktakteure weiterhin vor große Herausforderungen,“ fasst Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade, zusammen.
„Die Arbeitslosigkeit ist im Jahr 2025 moderat angestiegen. Saisonale Schwankungen und strukturelle Anpassungsprozesse prägten das Bild stärker als konjunkturelle Effekte. Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich angestiegen. Vor diesem Hintergrund kommt Qualifizierung und Weiterbildung eine zentrale Rolle zu. Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter haben ihre Beratungs- und Förderangebote weiter intensiviert, um Arbeitsuchende frühzeitig bei beruflicher Neuorientierung zu unterstützen und Beschäftigte gezielt für den Strukturwandel zu qualifizieren. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Weiterbildung von Fachkräften, der Integration von Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie der nachhaltigen Besetzung offener Stellen.“
„Die Lage im Bürgergeld hat sich im Jahr 2025 insgesamt stabil gezeigt. Im Jahresdurchschnitt konnten wir einen leichten Rückgang, von -0,7 Prozent, verzeichnen. Die Zahl der Leistungsberechtigten blieb auf hohem Niveau, was die weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen widerspiegelt. Viele erwerbsfähige Leistungsberechtigte bringen komplexe Unterstützungsbedarfe mit, die eine individuelle und oft längerfristige Begleitung erfordern,“ erläutert Dr. Anja Wode, Geschäftsführerin des Jobcenter im Landkreis Stade.
„Die Jobcenter konnten dennoch zahlreiche Menschen in Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung integrieren. Der Fokus lag dabei auf nachhaltigen Lösungen, insbesondere durch Weiterbildung, Coaching und einer engen Zusammenarbeit mit Arbeitgebern,“ ergänzt Torsten Stolz, Geschäftsführer des Jobcenter Cuxhaven.
Im Jahresdurchschnitt waren 17.117 Personen bei der Agentur für Arbeit Stade arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent. (2024: 2,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 5,3 Prozent, im Vorjahr lag diese bei 5,2 Prozent.
Zur Jahresmitte waren im Agenturbezirk Stade 181.077 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der Beschäftigten um 2.512 Personen an; eine Zunahme um 1,4 Prozent. Dieser Wert lag über dem Wert des Vorjahres, wo die Steigerungsrate bei 0,6 Prozent lag.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Stade
Die Arbeitslosigkeit ist in 2025 gestiegen. Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 17.117 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 475 (+2,9 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Die Entwicklung stellt sich innerhalb der beiden Rechtskreise unterschiedlich dar. Im Bereich des SGBIII (Arbeitslosenversicherung) ist ein Anstieg von 9,6 Prozent (+ 553 Personen) zu verzeichnen. Im Bereich des SGBII (Bürgergeld) hingegen ein leichter Rückgang um 0,7 Prozent (- 78 Personen). Die Agentur für Arbeit Stade weist im Verhältnis zu den anderen Agenturen im Bereich der RD Niedersachsen-Bremen einen unter-durchschnittlichen Anteil an Arbeitslosen in der Grundsicherung auf. In städtischen Regionen ist dieser Anteil in der Regel höher als in ländlichen
Gebieten. Dabei liegt im Jahresdurchschnitt die rechtskreisanteilige Arbeitslosenquote im SGB II mit einem Wert von 3,4 Prozent unter dem Wert von Niedersachsen-Bremen (4,3%).
Struktur der Arbeitslosigkeit
Strukturmerkmale – Personengruppen
Fast alle Personengruppen verzeichneten in 2025 Anstiege, diese fielen aber unterschiedlich hoch aus. Den höchsten Anstieg gab es bei den Älteren (+5,0 Prozent) und in der Gruppe der Schwerbehinderten Menschen (+4,6 Prozent). Die Gruppe der Ausländer verzeichnete hingegen einen Rückgang von -1,2 Prozent, die Gruppe der Jugendlichen bis 25 Jahren einen Rückgang von -0,4 Prozent.
Arbeitskräftenachfrage – Stellenmarkt
Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Stade wurden 2025 deutlich mehr freie Arbeitsstellen als im Vorjahr gemeldet (+17,6 Prozent.) Insgesamt meldeten Unternehmen 8600 freie Arbeitsstellen. (2024: 7.311, 2023: 7.840, 2022: 9.785).
Der größte Anteil der gemeldeten Stellen entfiel auf den Handel. An zweiter und dritter Stelle folgten die Arbeitnehmerüberlassung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Die stärksten prozentualen Rückgänge gab es, neben dem Bereich Energieversorgung und Gastgewerbe, im Bereich Erziehung und Unterricht.
Landkreis Cuxhaven
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Cuxhaven verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg von 0,9 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren 6.250 Personen arbeitslos gemeldet, dies sind 57 Personen mehr als in 2024. Die Arbeitslosenquote lag, wie im Vorjahr, bei 5,8 Prozent. 2.069 Personen waren im Rechtskreis SGBIII und 4.181 Personen im Rechtskreis SGBII gemeldet.
Landkreis Rotenburg/Wümme
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Rotenburg verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg um 5,0 Prozent. Die Arbeitslosenzahl lag bei durchschnittlich 3.786 Personen, das sind 179 Personen mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,0 Prozent, im Vorjahr betrug sie 3,8 Prozent. 1.746 Personen waren im Rechtskreis SGBIII gemeldet, 2.041 im Rechtskreis SGBII.
Landkreis Stade
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Stade verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg um 3,5 Prozent. Die Arbeitslosenzahl lag bei durchschnittlich 7.081 Personen, das sind 239 Personen mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,0 Prozent, im Vorjahr betrug sie 5,8 Prozent. 2.494 Personen waren im Rechtskreis SGBIII gemeldet, 4.587 im Rechtskreis SGBII.
Ausblick 2026
„Die Luft wir dünner. Für das Jahr 2026 erwarten wir in unserer Region dennoch bei einer schrittweisen Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, eine vorsichtige Belebung des Arbeitsmarktes. Die Beschäftigungsentwicklung dürfte sich weiter insgesamt positiv entwickeln, auch wenn regionale und branchenspezifische Unterschiede weiterhin bestehen bleiben. Insbesondere der Öffentliche Dienst, der Dienstleistungssektor, das Ge-sundheits- und Pflegewesen, die Erziehung sowie wissensintensive und digitale Berufe werden voraussichtlich zusätzliche Beschäftigungspotenziale bieten. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftebedarf in vielen Bereichen hoch. Unternehmen werden sich daher weiterhin mit demografischen Effekten, strukturellem Wandel und der Transformation von Arbeitsplätzen auseinandersetzen müssen. Qualifizierung, Weiterbildung und berufliche Umorientierung gewinnen vor diesem Hintergrund weiter an Bedeutung. Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter werden ihren Fokus auch 2026 darauflegen, Arbeitsuchende frühzeitig zu beraten und zu vermitteln, Beschäftigte im Wandel zu unterstützen und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu begleiten. Ziel bleibt es, Stabilität auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu sichern und nachhaltige Beschäftigungsperspektiven zu fördern,“ fasst Dagmar Froelich zusammen.