Der Arbeitsmarkt in der Region Vorpommern-Rügen zeigt sich erstaunlich robust. Während die Beschäftigungslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Regionen Deutschlands (deutlich) angestiegen ist, veränderte sie sich im Landkreis Vorpommern-Rügen kaum.
10.348 Männer und Frauen waren im Jahresdurchschnitt 2025 arbeitslos gemeldet. Das sind 59 Personen bzw. 0,6 Prozent weniger als im Jahr 2024. Eine so relativ kleine Veränderung hatte keine Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote. Sie liegt mit 9,2 Prozent akkurat auf dem Niveau des Vorjahres – und das schon im dritten Jahr in Folge. Bereits 2023 und 2024 blieb die Beschäftigungslosigkeit bei diesem Wert.
Arbeitsmarktexperten sprechen in diesem Zusammenhang von einer stabilen „Seitwärtsbewegung“. Im Vergleich zu anderen Regionen der Bundesrepublik ist das eine positive Entwicklung, denn gerade in den industriell geprägten Landstrichen (z.B. in Süddeutschland) sind die Auswirkungen von Strukturwandel und globalen Krisen viel deutlicher zu spüren, als in Mecklenburg-Vorpommern. Hier in Vorpommern-Rügen sorgte die stark touristisch geprägte Wirtschaftsstruktur für eine beständige Entwicklung.
Doch auch wenn sich der Arbeitsmarkt im Nordosten im letzten Jahr sehr stabil gezeigt hat – eine Arbeitslosenquote von 9,2 Prozent ist immer noch ein vergleichsweise hoher Wert. Es braucht daher auch weiter eine gut verzahnte Zusammenarbeit aller Partner am Arbeitsmarkt. Wirtschaft, Arbeitnehmerverbände und Verwaltung müssen an einem Strang ziehen. Nur so lassen sich die aktuellen und zukünftigen Probleme lösen. Davon gibt es viele: die demografische Entwicklung, hohe Energiepreise, Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen sind nur einige.
Der Tourismus war in den letzten Jahren zwar eine „sichere Bank" – zumindest aus der Arbeitsmarkt-Perspektive – es braucht aber weitere Anstrengungen, um die Wirtschaft der Region auf eine breitere Basis zu stellen.