Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit in der Region Vorpommern-Rügen saisonbedingt deutlich an, allerdings nicht so stark, wie im Dezember des Jahres 2024. 10.909 Männer und Frauen sind im Landkreis aktuell ohne Job. Das sind 788 mehr, als noch im November.
Vor einem Jahr war noch ein Zuwachs um 935 Personen zu verzeichnen. Die Arbeitslosenzahl knackte um den Jahreswechsel 2024/2025 sogar die Marke von 11.000 Personen. Die Arbeitslosenquote erreichte damals 9,8 Prozent.
Heute liegt das Niveau der Beschäftigungslosigkeit leicht unter dem Wert des letzten Jahres - und zwar nicht nur in absoluten Zahlen. Auch die Arbeitslosenquote sank binnen Jahresfrist um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 9,7 Prozent. Für Thorsten Nappe, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ist dies ein positiver Abschluss der letzten 12 Monate. „Der aktuelle Vorjahresvergleich zeigt zwar keine gewaltigen Unterschiede, aber angesichts der aktuellen Diskussionen in der Wirtschaft sollten wir den Fokus auch auf positive Meldungen vom Arbeitsmarkt richten.“
Dass die Beschäftigungslosigkeit vom November zum Dezember ansteigt, ist in der Region Vorpommern-Rügen indes nichts Besonderes. Im Gegenteil: In der größten Tourismusregion Mecklenburg-Vorpommerns erwarten Arbeitsmarktexperten zum Jahreswechsel regelmäßig sogar die stärksten Zuwächse bei den Arbeitslosenzahlen im Land. Das ist auch im aktuellen Berichtsmonat so. Zum Vergleich: In der Mecklenburgischen Seenplatte stieg die Zahl der Männer und Frauen ohne Job innerhalb des letzten Monats um 270 Personen bzw. 2,4 Prozent. Die Nachbarregion Vorpommern-Greifswald verzeichnete eine Zunahme um 397 Personen bzw. 3,9 Prozent. In Vorpommern-Rügen fiel der Saison-Anstieg dagegen fast doppelt so stark aus.
„Wie in jedem Jahr sind es bei uns hauptsächlich die Tourismusberufe, die für die starken Schwankungen sorgen“, so der Agenturchef. Das zeigt sich im Übrigen auch bei einem Blick auf die einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Stralsund. Den mit Abstand stärksten Zuwachs bei der Beschäftigungslosigkeit verzeichnete die Insel Rügen. 3.101 Männer und Frauen sind hier ohne Job. Das sind 434 Personen mehr als noch im November – ein Anstieg um 16,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel sprang innerhalb nur eines Monats von 8,1 auf jetzt 9,5 Prozent. Die zweite Tourismusregion im Landkreis ist die Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten. Sie reicht von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bis ins Recknitztal. Hier sind aktuell 2.202 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 177 mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,9 auf 8,6 Prozent.
„Wenn ich beide Agenturgeschäftsstellen – Bergen auf Rügen und Ribnitz-Damgarten - zusammenrechne, spielt sich fast der komplette Anstieg der Arbeitslosigkeit nur in diesen Regionen ab“, so Nappe. Der Agenturchef prognostiziert zudem einem weiteren Zuwachs in den nächsten zwei Monaten. „Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit erwarten wir erst im Januar. Im Dezember waren viele Hotel- und Gastronomiebetriebe noch gut gebucht. Viele Menschen nutzten die Feiertage und den Jahreswechsel für einen Urlaub bei uns an der Küste. Das ändert sich im Januar. Hier klettert die Beschäftigungslosigkeit regelmäßig auf ihren höchsten Wert im Jahresverlauf.“
Auch wenn die Tourismusgebiete den Arbeitsmarkt in Vorpommern-Rügen stark dominieren - zur vollständigen Betrachtung gehört auch ein Blick in die beiden Regionen, die von den Saisonschwankungen weniger stark betroffen sind.
In der Agenturgeschäftsstelle Grimmen sind aktuell 1.607 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 84 Personen mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote rund um die Trebelstadt stieg von 9,4 auf 9,9 Prozent.
In der Hansestadt Stralsund sind 3.504 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 83 Personen bzw. 2,4 Prozent mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet stieg von 12,0 auf 12,3 Prozent.