Jahresrückblick 2025: Arbeitsmarkt in Vorpommern-Rügen erstaunlich robust

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt in der Region Vorpommern-Rügen zeigte sich im Jahr 2025 erstaunlich robust. 10.348 Männer und Frauen waren im Durchschnitt der letzten 12 Monate arbeitslos gemeldet. Das sind 59 Personen bzw. 0,6 Prozent weniger als im Jahr 2024. Eine so relativ kleine Veränderung hatte keine Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote. Sie liegt mit 9,2 Prozent akkurat auf dem Niveau des Vorjahres – und das schon im dritten Jahr in Folge. Bereits 2023 und 2024 blieb die Beschäftigungslosigkeit bei diesem Wert.

„Ich bin froh, dass wir in unserem Landkreis keinen Anstieg der Arbeitslosenzahlen verzeichnen mussten“, so Thorsten Nappe, Chef der Arbeitsagentur Stralsund. „Das sieht in anderen Regionen der Bundesrepublik schon ganz anders aus. Gerade in den industriell geprägten Landstrichen in Süddeutschland sind die Auswirkungen von Strukturwandel und globalen Krisen viel deutlicher zu spüren, als bei uns. Hier an der Küste sorgte unsere stark touristisch geprägte Wirtschaftsstruktur für eine stabile Entwicklung.“

Das wird auch deutlich bei einem Blick in die einzelnen Geschäftsstellenbereiche des Agenturbezirkes. So sorgten gerade die beiden Tourismusregionen Rügen und die Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst für die insgesamt leicht rückläufigen Arbeitslosenzahlen im Landkreis.

„Der Tourismus war auch im Jahr 2025 eine sichere Bank – zumindest aus der Arbeitsmarkt-Perspektive“, so Thorsten Nappe. „Hoffentlich wird sich die Entwicklung auch 2026 so fortsetzen. Momentan bin ich da optimistisch. Denn viele Beschäftigte, die zum Saisonende arbeitslos geworden sind, haben sich bereits zum Frühjahr wieder abgemeldet oder sie haben zumindest eine feste Einstellungszusage bekommen – oftmals gleich von ihrem alten Arbeitgeber.“

Nicht selten gibt es zur Saison-Entlassung gleich einen neuen Arbeitsvertrag vom bisherigen Unternehmen. Denn viele Betriebe kündigen ihre Arbeitnehmer lediglich für einen kurzen Zeitraum von zwei bis drei Monaten, obwohl sie dieses Personal für den Saisonstart (meistens zum Beginn der Osterferien) bereits fest eingeplant haben. Dieses Hin und Her muss nicht sein, denn es gibt Alternativen zu dem immer wiederkehrenden Wechsel zwischen Entlassungen und Wiedereinstellungen. Die Qualifizierung der Beschäftigten in den Unternehmen ist eine solche Möglichkeit. Dafür können Betriebe gerne Kontakt mit ihren persönlichen Ansprechpartnern beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur aufnehmen. Denn die Bundesagentur unterstützt Unternehmen bei der Qualifizierung ihrer Arbeitnehmer.

Generell bleibt die Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten auch weiterhin einer der wichtigsten Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsagentur. Etwa 8 Mio. Euro stellt die Agentur für Arbeit dafür im Jahr 2026 in der Region Vorpommern-Rügen zur Verfügung.

Jeder, der sich über das Thema Weiterbildung informieren möchte, kann direkt Kontakt zur Arbeitsagentur aufnehmen. Alle Informationen sowie die Kontaktmöglichkeiten zu den speziellen Ansprechpartnern sind im Internet unter www.weiterbildung-vr.de zusammengefasst.

„Berufliche Bildung ist für uns eines der wichtigsten Themen“, so Thorsten Nappe. „Denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Viele Unternehmen sind bei Personaleinstellungen zurückhaltender geworden. Für Arbeitnehmer und gerade auch für Arbeitslose wird es nicht einfacher, eine neue Stelle zu finden. Das zeigt sich im Übrigen auch an der Entwicklung der Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl ist in Vorpommern-Rügen im vergangenen Jahr spürbar angestiegen.“ 4.266 Männer und Frauen sind in der Region ein Jahr oder länger ohne Job. Das sind 41,2 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen.

„Fest steht: Je länger man arbeitslos ist, umso schwerer wird es, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gezielte (Weiter-)Bildung kann hier ein Schlüssel sein – nicht nur um die Menschen wieder in Arbeit zu bringen, sondern auch um dafür zu sorgen, dass Arbeitslosigkeit erst gar nicht eintritt.“

Denn auch wenn sich der Arbeitsmarkt in Vorpommern-Rügen im letzten Jahr sehr stabil gezeigt hat – eine Arbeitslosenquote von 9,2 Prozent ist immer noch ein vergleichsweise hoher Wert. Nach Ansicht des Agenturchefs braucht es daher auch weiter eine gut verzahnte Zusammenarbeit aller Partner am Arbeitsmarkt. „Wirtschaft, Arbeitnehmerverbände und Verwaltung müssen an einem Strang ziehen. Nur so können wir die aktuellen und zukünftigen Probleme lösen. Gerade auch die Arbeitsverwaltung – also Jobcenter und Arbeitsagentur – haben hier eine Schlüsselfunktion. Ich denke, eine intensive Zusammenarbeit aller Partner ist ein wichtiger Faktor, um die Region Vorpommern-Rügen fit für die zukünftigen Anforderungen zu machen.“