Winterflaute am Arbeitsmarkt

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

Der Januar brachte der Region Vorpommern-Rügen einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. 11.816 Männer und Frauen sind zwischen Rügen und dem Recknitztal aktuell ohne Job. Das sind 907 Personen mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote machte einen kräftigen Sprung von 9,7 Prozent im Dezember auf jetzt 10,5 Prozent.

Ein Blick in die einzelnen Regionen offenbart den Grund für die aktuellen Zahlen: Es ist die Winterflaute in der Tourismusbranche, die zu dem starken Anstieg der Beschäftigungslosigkeit geführt hat. „Wir beobachten alle Jahre wieder die gleiche Entwicklung – spätestens nach dem Ende der Weihnachtsferien schließen viele Hotel- und Gastronomiebetriebe oder sie entlassen zumindest einen beachtlichen Teil ihres Personals in die Arbeitslosigkeit“, so Thorsten Nappe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Erst wenn die Osterferien näher rücken, werden die Arbeitskräfte wieder zurückgeholt. Das sorgt für die enormen jährlichen Saisonschwankungen in unserem Landkreis.“

Der Chef der Arbeitsagentur hat daher besonders die beiden Agenturgeschäftsstellen im Blick, die in ganz besonderem Maße vom Tourismus geprägt sind. So war der stärkste Anstieg der Beschäftigungslosigkeit auf der Insel Rügen zu verzeichnen. 3.571 Männer und Frauen sind auf Deutschlands größter Insel aktuell ohne Job. Das sind 470 Personen mehr, als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg auf 10,9 Prozent. In der Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, zu der auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zählt, sind 2.462 Personen arbeitslos gemeldet; 260 mehr, als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote liegt hier aktuell bei 9,6 Prozent. Das ist ein glatter Prozentpunkt mehr, als noch im Vormonat. „Rechne ich beide Regionen zusammen, spielt sich beinahe der komplette Anstieg der Beschäftigungslosigkeit in den Tourismusgebieten ab“, so Thorsten Nappe.

Einen Anstieg der Beschäftigungslosigkeit gab es auch in der Agenturgeschäftsstelle Grimmen und in der Hansestadt Stralsund. Im Vergleich zu den beiden Urlaubsregionen verlief diese Zunahme allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau. In Grimmen sind derzeit 1.670 Männer und Frauen ohne Job. Das ist ein Anstieg um 63 Personen. Die Arbeitslosenquote rund um die Trebelstadt liegt bei 10,3 Prozent. Im Vormonat konnte noch ein Wert von 9,9 Prozent registriert werden. In der Hansestadt Stralsund sind 3.574 Arbeitslose gemeldet. Das ist ein Plus von 70 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg im Stadtgebiet von 12,3 auf 12,5 Prozent.

Interessant ist ein Blick auf die Vorjahreswerte der Beschäftigungslosigkeit. Vor 12 Monaten waren im Landkreis Vorpommern-Rügen noch 12.049 Menschen arbeitslos gemeldet. Heute sind es 233 Personen weniger. Die Quote damals: 10,7 Prozent; 0,2 Prozentpunkte über dem heutigen Niveau.

Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich – ist das ein Trend, der auf eine positive Arbeitsmarktentwicklung in diesem Jahr schließen lässt? „Immerhin ist es ein positiver Auftakt in das neue Jahr“, so Thorsten Nappe. „Allerdings zeigt sich die Entwicklung im Agenturbezirk nicht einheitlich. In einigen Regionen ist die Beschäftigungslosigkeit gesunken, in anderen leicht gestiegen. Eine konkrete Entwicklung zeichnet sich daher nicht ab – schon gar nicht ein Trend für die folgenden Monate. Hier werden wir den Saisonauftakt im März abwarten.“