Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag im Juli bei 3,4 Prozent, ein Gleichstand zu Juni. 10 039 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, das sind 135 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat mit der Quote von 3,1 Prozent, hat die Anzahl an Arbeitslosen ein weiteres Mal zugenommen, es waren im vergangenen Monat 848 Menschen mehr. Seit Juli 2009 war die Zahl nicht mehr so hoch.
Nach Rechtskreisen getrennt betrachtet, wird deutlich, dass die starken Anstiege im Vergleich zu Juli 2024 erneut vorrangig auf den Rechtskreis SGB III zurückzuführen sind. Bei den aus-gewiesenen Personengruppen ist insbesondere bei den Jugendlichen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Es sind aktuell 165 mehr als im Juni. Die isolierte Arbeitslosenquote beträgt bei den 15-20-jährigen 3,1 Prozent, im Juni lag sie noch bei 2,6 Prozent. „Diesen Anstieg haben wir jedes Jahr vor den Sommerferien“, erläutert Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „darunter sind Abiturienten und Schüler, die bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn jobben möchten und Azubis mit bestandener Prüfung, die noch keine Einstellungszusage ihres Arbeitgebers haben.“
Wir haben unter anderem auch für unentschlossene Jugendliche und deren Eltern ein „Neets and Greets“ in unserem Berufsinformationszentrum Traunstein angeboten. Die Inanspruchnahme durch 25 Personen und das anschließende Feedback machte deutlich, wie wichtig Unterstützung und Austausch an der Schwelle von Schule zu Berufsleben ist. Wir bleiben mit solchen Veranstaltungen dran, denn so Vontra: „Kein Jugendlicher soll verloren gehen!“
Mit einem derzeitigen Bestand von 3 156 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 25,6 Prozentpunkte gesunken. Der Stellenzugang im Juli beträgt 522 Angebote. Der Stellenbestand ist um 49 höher als im vergangenen Monat, das zeigt auch, dass die Betriebe weiterhin auf der Suche nach Fachkräften sind. „Eine frühzeitige Übernahme von Auszubildenden durch die Betriebe wäre sinnvoll - nicht zuletzt, weil der Fachkräftemarkt aktuell große Chancen für beide Seiten bietet“, so Vontra.
Einen Monat vor Ausbildungsbeginn sind bei der Agentur für Arbeit noch 699 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchen. 2 270 haben ihren beruflichen Weg bereits gefunden oder haben sich für den Besuch einer weiterführenden Schule oder eine andere Alter-native zum Ausbildungsbeginn entschieden. Dem gegenüber stehen 1 317 unbesetzte Ausbildungsstellen. Zahlreiche Angebote gibt es u.a. noch in den Verkaufsberufen (334), Metallerzeugung und Metallbau (88), Maschinen- und Fahrzeugtechnik (85), Hoch- und Tiefbauberufe (79), aber auch in den Tourismusberufen, bei Steuerkanzleien oder in der Mediengestaltung sind noch Ausbildungsplätze frei.
Michael Vontra ist die Ausbildung junger Menschen wichtig. Er sagt hierzu: „Das Schulabschlusszeugnis ist das erste Stück Zukunft, das man in Händen hält, der Ausbildungsvertrag schon das zweite. Eine abgeschlossene betriebliche Ausbildung bietet die ideale Grundlage für die spätere berufliche Karriere mit Weiterbildungsmöglichkeiten zum Techniker, zur Meisterin, zum Betriebswirt oder zur Fachwirtin. Die Zukunftsperspektiven sind vielfältig und auch finanziell vielversprechend – auch ohne ein Studium.“
„Über 1 300 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt, in fast allen Branchen suchen die Unternehmen ihren Nachwuchs. Mit einer Ausbildung stehen sämtliche Karrierewege offen. Die Fülle an Informationen ist für junge Menschen manchmal unübersichtlich, dafür braucht es unabhängige und individuelle Beratung. Wir sind mit unserer Berufsberatung hier der Lotse. Und sollte es einmal in der Ausbildung haken, können wir professionell unterstützen, damit der Abschluss gelingt“, so Vontra abschließend.
Auch in den Sommerferien gibt es Beratungstermine bei der Berufsberatung. Die Chancen stehen sehr gut, dass es im September mit dem Einstieg ins Berufsleben klappt. Termine unter der Telefonnummer 0861/703 – 555.
Ein Blick in die Landkreise
Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise: Altötting 3,7 Prozent, Berchtesgadener Land 3,4 Prozent, Mühldorf 3,7 Prozent und Traunstein 3,0 Prozent.
Landkreis Traunstein
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Juli 3,0 Prozent, das ist ein leichter Rückgang zu Juni und ein Anstieg zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte. 3 141 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 330 Menschen mehr als vor einem Jahr und fünf weniger als im Juni.
Geteilt nach den Rechtskreisen gehören 1 768 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 373 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II).
Unter den 3 141 arbeitslosen Menschen sind 326 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 45 mehr als im Vormonat und 61 mehr als im Juli 2024. 1 237 (Vorjahr 1 141) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 985 älter als 55 Jahre. 673 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 21,4 Prozent.
710 (Juni 746) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. Dem stehen 704 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg zu Juni um 25 Menschen.
Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 1 076, worunter 145 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen ist weiterhin sehr gut mit 140 aktuellen Angeboten. Mit 159 Angeboten bieten die Fertigungstechnischen Berufe gute Wiedereinstiegschancen. 172 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen.
Landkreis Altötting
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Juli 3,7 Prozent, das sind 2 443 Menschen. Im Vormonat waren es 99 Menschen weniger, die Quote lag um 0,2 Prozentpunkte niedriger. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Anstieg um 16,7 Prozent, d.h. 349 Menschen mehr sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,2 Prozent.
Insgesamt teilen sich die Kunden in 1 334 bei der Agentur (SGB III) und 1 109 Kunden des Jobcenters (SGB II).
Gemeldet sind 72 Jugendliche unter 20 Jahren innerhalb der 270 unter 25 Jahren (Vormonat: 215). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 953 im Vergleich zum Vormonat um 26 gestiegen, zum Juli des Vorjahres um 189. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vormonatsvergleich um 25 und im Vorjahresvergleich um 130, so dass 675 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen.
553 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos und 451 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 169 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
699 Stellenangebote sind im Juli im aktuellen Bestand, davon 119 neu aufgenommene. Im Juni gab es sechs Angebote mehr. Im Vorjahresvergleich sind es 311 Stellen weniger. Die meisten Angebote gibt es bei den Bau-, und Ausbauberufen mit 100 Stellen. Bei den medizinischen und nicht-medizinischen Berufen gibt es 98 Angebote und die Fertigungstechnischen Berufe bieten mit 96 offenen Stellen gute Einstiegschancen.
Landkreis Berchtesgadener Land
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im Juli 3,4 Prozent, ein Anstieg zu Juni um 0,1 Prozentpunkte und ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat. 1 858 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 24 mehr als im Vormonat und 17 weniger als im Juli des Vorjahres. Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 002 Kunden zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 856 Kunden zum Jobcenter (SGBII).
Unter den 1 858 Gemeldeten sind 171 Jüngere unter 25 Jahren und 757 Ältere über 50 Jahre. Bei den Jüngeren gab es einen Aufwuchs zum Juni um 46 junge Menschen. 508 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind sechs mehr als im Vormonat und einer mehr als im Juli des vergangenen Jahres.
457 Abmeldungen wurden bearbeitet, das sind 21 mehr als im Juni. Davon gingen 180 in eine Erwerbstätigkeit. 477 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist mit 684 im Juli um 35 höher als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 145 Arbeitsstellen weniger. Neu aufgenommen wurden 139 Angebote, 12 weniger als vor einem Jahr.
Die größten Berufsbereiche sind mit 102 Angeboten Handelsberufe, die Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe mit 87 Stellen und die medizinischen und nicht-medizinischen Berufe mit 78 Chancen.
Landkreis Mühldorf
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Juli 3,7 Prozent, das ist ein Gleichstand zu der Juni-Quote. 2 597 Menschen waren im Juli arbeitslos gemeldet, 17 oder 0,7 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 186 Menschen mehr, die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,4 Prozent.
Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 327 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 270 sind Kunden des Jobcenters.
Aktuell sind 257 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 67 unter 20 Jahre alt sind. Im Juni waren es 19 weniger. 969 Menschen sind älter als 50 Jahre, darunter gehören 752 zu den Älteren über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 37,3 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei 727, das ist einer mehr als im Juni und 39 mehr im Vorjahresvergleich.
579 Neumeldungen, das sind 67 mehr als im Vormonat wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 254 aus Erwerbstätigkeit. Dem stehen 568 Abmeldungen, das sind 30 mehr als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen knapp ein Drittel wieder in Erwerbstätigkeit, das sind 180 Menschen.
697 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber Juni ist das ein Plus von 37 Angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 131 Stellen weniger. 119 Angebote sind im Juli neu aufgenommen worden. 130 Angebote zählen zu den Fertigungstechnischen Berufen, 73 offene Stellen in IT und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen und 77 Stellen gibt es in den Berufen aus Verkehr und Logistik.