4,1 Prozent Arbeitslosigkeit – Winterdämpfung trifft Chancen für Betriebe

Arbeitsmarktbericht Januar 2026

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 7

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Traunstein ist im Januar 2026 – wie zu Jahresbeginn üblich – saisonal angestiegen. Insgesamt waren 12 148 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 1556 mehr als im Dezember und 233 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent und damit um 0,5% höher als zum Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2025 gibt es keine Veränderung, hier lag die Arbeitslosenquote ebenfalls bei 4,1%. 

Die gegenüber dem Vorjahr erhöhten Bestände und die bereits seit mehreren Monaten reduzierte Dynamik am Arbeitsmarkt setzen sich damit zum Jahresauftakt fort und werden zusätzlich durch saisonale Wintereffekte überlagert. Dadurch verzögern sich insbesondere Wiedereintritte in Beschäftigung, während Zugänge in Arbeitslosigkeit jahreszeittypisch höher ausfallen. Witterungsbedingte Unterbrechungen in Außenberufen sowie auslaufende befristete Beschäftigungsverhältnisse zum Jahresende prägen das aktuelle Marktgeschehen.

Der erhöhte Arbeitslosenbestand im Vergleich zum Vorjahr resultiert dabei in erster Linie aus einem gestiegenen Zugang aus Beschäftigung. Diese Entwicklung beschränkt sich nicht nur auf witterungsabhängige Berufe, sondern zeigt sich auch breit über nahezu alle Wirtschaftsbereiche und Qualifikationsniveaus hinweg. 

Neben saisonal geprägten Tätigkeiten melden sich zunehmend auch qualifizierte Fachkräfte arbeitslos, deren Beschäftigungsverhältnisse im Zuge konjunktureller Anpassungen beendet wurden. Damit enthält der aktuelle Bestand vermehrt Personen mit gefragten Qualifikationen, die unmittelbar oder nach kurzer Einarbeitungszeit wieder in Beschäftigung einmünden können.

Ein weiterer Indikator für die abgeschwächte Dynamik ist der rückläufige Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen. Zwar bewegt sich der Bestand an offenen Stellen weiterhin auf einem soliden Niveau, der Stellenzugang liegt jedoch weiterhin unter dem Vorjahreswert. Viele Betriebe agieren angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten zurückhaltender bei Neueinstellungen und planen ihren Personalbedarf vorsichtiger. Diese Zurückhaltung führt dazu, dass Einstellungsprozesse mehr Zeit in Anspruch nehmen und Abgänge aus Arbeitslosigkeit langsamer erfolgen. 

Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein dazu: „Die veränderte Zusammensetzung des Arbeitslosenbestandes eröffnet neue Handlungsspielräume: Arbeitgeber sollten die aktuelle Situation nutzen und auch solche Stellen melden, bei denen in der Vergangenheit weniger Besetzungschancen gesehen wurden.“ 

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit unterstützt hierbei individuell und ist kostenfrei unter der Servicehotline 0800 4 5555 20 erreichbar.

Die regionale Betrachtung zeigt weiterhin Unterschiede innerhalb des Agenturbezirks. Im Landkreis Traunstein lag die Arbeitslosenquote bei 3,9 Prozent, im Berchtesgadener Land bei 4,5 Prozent, im Landkreis Mühldorf bei 4,1% und im Landkreis Altötting ebenfalls bei 4,1 Prozent. Der ausgewogene Branchenmix mit Industrie, Dienstleistungen, Tourismus und Gesundheitswirtschaft wirkt weiterhin stabilisierend und federt konjunkturelle Schwankungen besser ab als in stärker spezialisierten Regionen.

Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen, dass Arbeitsmärkte mit breiter Branchenstruktur in Phasen geringerer Dynamik robuster bleiben und bei anziehender Nachfrage schneller wieder in Bewegung kommen.

Mit Blick auf die kommenden Monate ist davon auszugehen, dass sich die gegenüber dem Vorjahr erhöhten Bestände und die reduzierte Dynamik zunächst fortsetzen. Saisonale Effekte werden den Arbeitsmarkt im Winterhalbjahr weiterhin prägen. Gleichzeitig verbessern die Zusammensetzung des Arbeitslosenbestandes und das weiterhin vorhandene Stellenangebot die Perspektiven für das Frühjahr. Mit zunehmender Witterungsbesserung und einer Belebung in den Außen- und Dienstleistungsbranchen ist wieder mit mehr Bewegung zu rechnen. Die Agentur für Arbeit Traunstein wird diesen Übergang aktiv begleiten und sowohl Arbeitsuchende als auch Betriebe gezielt unterstützen.

 

Ein Blick in die Landkreise 

Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise:

Traunstein 3,9 Prozent
Altötting 4,1 Prozent
Berchtesgadener Land 4,5 Prozent
Mühldorf 4,1 Prozent

 

Landkreis Traunstein

Im Landkreis Traunstein lag die Arbeitslosenquote im Januar mit 3,9 Prozent über dem Niveau des Vergleichsmonats des Vorjahres mit damals 3,7 Prozent. Gegenüber Dezember 2025 gibt es einen Anstieg um 0,5 Prozentpunkte (552 Menschen). Insgesamt sind 4 038 Menschen gemeldet.
Darunter sind 366 jünger als 25 Jahre, ein Anstieg um 80 im Vergleich zu Dezember und ein Anstieg um 65 im Vorjahresvergleich. 1 655 Ältere über 50 Jahre, das sind 227 mehr als im Dezember und 155 mehr als im Januar 2025, bilden einen Anteil von 41,0 Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Darunter sind 1 270 älter als 55 Jahre. 
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 759, das sind 54 mehr als im Dezember und 106 mehr als im Vergleichsmonat 2025. “Eine lange Arbeitslosigkeit erschwert oftmals die Rückkehr in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Langzeitarbeitslose Menschen verfügen jedoch nicht selten über langjährige Berufserfahrung mit entsprechenden Fachkenntnissen. Hier gilt es mit gezielten Förderinstrumenten anzusetzen um dringend benötigte Fachkräfte dem Arbeitsmarkt zuzuführen“, appelliert Vontra.
381 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 22 mehr als im Dezember, und 37 mehr als im Vorjahresmonat.
1 309 Neumeldungen wurden registriert. Das sind 450 mehr als im Dezember, dies entspricht einem Anstieg um 52,4 Prozent. Im Vorjahr waren es 20 weniger. Den Neumeldungen stehen 755 Abmeldungen gegenüber. Hiervon gingen 344 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit, 85 Menschen in Ausbildung und 326 in Nichterwerbstätigkeit. „Betrachtet man den Landkreis Traunstein, so unterscheiden sich die Zahlen der Neuanmeldungen in den beiden Rechtskreisen erheblich. Aufgrund saisonaler Überlagerungen im Winter liegt der Zugang an Arbeitslosen im SGB III Bereich (Agentur für Arbeit) bei ca. 78%, der Zugang im SGB II Bereich (Jobcenter) ist auch im Winter nur schwach von saisonalen Faktoren geprägt, hier liegt die Zahl der Neukunden bei ca. 22%“, analysiert Vontra. 
1 174 Stellen sind im aktuellen Bestand, 35 mehr als im Vormonat und sechs weniger als im Januar des Vorjahres. 158 Angebote wurden neu aufgenommen. Die meisten Angebote (198) gibt es in Gesundheitsberufen, 145 Stellen im Lebensmittel und Gastgewerbe, gefolgt vom Handel mit 133 Chancen.

 

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Januar 4,1 Prozent, das ist ein Anstieg gegenüber Dezember um 0,4 und um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresmonat. 2 731 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 275 mehr als im Dezember und 155 mehr als im Vergleichsmonat 2025.

 

Darunter sind 236 Jüngere unter 25 Jahren, das sind drei mehr als im Vormonat und 43 mehr als im Januar des Vorjahres. 1121 Ältere über 50 Jahre, das sind 123 mehr als im Dezember und 97 mehr als im Januar 2025, nehmen einen Anteil von 41,0 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen ein. Darunter sind 840 älter als 55 Jahre.
Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist im Januar um 37 gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 150. Aktuell sind noch 738 Menschen in dieser Situation. “Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit ist Aufgabe der Agentur für Arbeit, dies gelingt allerdings nur mit starken Partnern in Form von Arbeitgebern an unserer Seite. Den gemeinsamen Weg einer Wiedereingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen in den Arbeitsmarkt zu gehen ist Chance vorhandenes Fachwissen gewinnbringend für Betriebe und Arbeitnehmer zu nutzen“, so Vontra.
227 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 12 mehr als im Dezember und 28 mehr als im Vorjahresmonat.
480 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 136 darunter mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Dem stehen 754 Neumeldungen gegenüber. Hiervon kamen 419 Menschen aus Erwerbstätigkeit und 120 aus Ausbildung oder Qualifizierung. „Die saisonal bedingten Zugangszahlen im Landkreis Altötting unterscheiden sich ebenso nach den Rechtskreisen“, analysiert Vontra, „allerdings in etwas geringerem Ausmaß, nur knapp ein Drittel aller Neumeldungen gingen beim Jobcenter ein.“
675 Stellen sind im aktuellen Bestand, 18 weniger als im Vormonat und 150 weniger als im Januar des Vorjahres. 130 Angebote wurden neu aufgenommen. Die meisten Angebote mit 111 gibt es in den Gesundheitsberufen, Bauberufe bieten 106 Chancen, gefolgt von Produktion und Fertigung mit 90 Stellen.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im Januar 4,5 Prozent. Sie liegt damit um 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats und um 0,7 Prozentpunkte über dem Wert vom Dezember. Insgesamt waren 2 481 Menschen arbeitslos gemeldet, 408 (19,7 Prozent) mehr als im Vormonat und 161 weniger als im Januar 2025.
Unter den derzeit 2 481 arbeitslosen Menschen sind 190 (Vorjahr 208) jüngere unter 25 Jahren, davon sind 42 unter 20 Jahre alt, sechs mehr als im Dezember und 16 weniger als im Vorjahresmonat.
„Die im Vergleich zu den Vormonaten hohe Arbeitslosenquote ist auch Landkreis Berchtesgadener Land saisonal bedingt“, erläutert Vontra, „die Auftragslage ist vor allem im Bau- und Baunebengewerbe aufgrund der schlechten Witterung in den Wintermonaten stark rückläufig“, so Vontra.
1 011 Ältere über 50 Jahre, das sind 152 mehr als im Dezember und 90 weniger mehr als im Januar 2025, nehmen einen Anteil von 40,7 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen ein. 768 davon sind älter als 55 Jahre.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 513, das sind 37 mehr als im Dezember und eben-falls 513 Menschen waren es im Vergleichsmonat 2025. „Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht selten verbunden mit gesellschaftlicher Isolation, zudem betrifft es alle Altersgruppen und kann sehr unterschiedliche Gründe haben“, erklärt Vontra, „eine individuelle Unterstützung ist die Grundlage, um gezielte Arbeitsplatzsuche zu ermöglichen“, so Vontra.
172 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 15 mehr als im Dezember und vier weniger als im Vorjahresmonat.
563 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 280 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf und 86 gingen in Ausbildung. Dem stehen 978 Neumeldungen gegenüber. Hiervon kamen 737 Menschen aus Erwerbstätigkeit, das sind 75,3 Prozent, der höchste Anteil in allen vier Landkreisen. 102 Menschen kamen aus Ausbildung und 139 meldeten sich aus Nichterwerbstätigkeit in der Agentur.
Der Stellenbestand umfasst 637 Angebote, das sind 39 weniger als im Dezember und 82 weniger als im Januar des Vorjahres. 94 Stellen wurden neu gemeldet, ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 18 Stellen. 87 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen, ebenfalls 87 Stellen fallen auf den Handel und in den Verkehrs- und Logistikberufen sind 79 Stellen zu besetzen.

 

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Januar 4,1 Prozent und lag damit um 0,4 Prozentpunkte über der Quote des Vormonats. 2 898 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet. 321 Personen, das sind 12,5 Prozent mehr als im Dezember und 15 weniger als im Vergleichsmonat 2025, als die Quote bei 4,2 Prozent lag.
Darunter sind 276 Jüngere unter 25 Jahren, das sind vier mehr als im Vormonat und zwei weniger als im Januar des Vorjahres. 1 110 Ältere über 50 Jahre, darunter befinden sich 867 Personen die älter als 55 Jahre sind. Insgesamt sind dies 127 mehr als im Dezember und 50 mehr als im Januar 2025 und bilden 38,3 Prozent der Gesamtzahl.
771 Langzeitarbeitslose, das sind 42 mehr als im Dezember und 71 mehr als im Vergleichsmonat 2025 bilden 26,6 Prozent der Gesamtgruppe. „Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben bedeutet nicht nur, wieder eine Arbeit zu haben. Einhergehend mit einer Beschäftigung wird auch die oftmals vorhandene soziale Isolation beendet. Gemeinsam mit unseren Betrieben müssen wir diesen Menschen die Möglichkeit geben, wieder eine aktive Rolle in einem Unternehmen und in der Gesellschaft zur übernehmen“, appelliert Vontra.
251 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 25 mehr als im Dezember und 31 mehr als im Vorjahresmonat.
534 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, darunter 178 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und 81 Menschen, die eine Ausbildung begonnen haben. 275 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Dem stehen 859 Neumeldungen gegenüber, 35,7 Prozent mehr als im Dezember. Hiervon kamen 548 Menschen aus Erwerbstätigkeit, 114 aus Ausbildung.
568 Stellen sind im aktuellen Bestand, 18 weniger als im Vormonat und 78 weniger als im Januar des Vorjahres. 108 Angebote wurden neu aufgenommen, das sind 15 mehr als im Dezember. Mit 118 Angeboten aus Produktion und Fertigung, 76 aus dem Bereich Handel und 60 Angeboten aus den Gesundheitsberufen. Diese drei Bereiche machen ca. 45 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Stellenangebote aus.