Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Rekrutierung und Vermittlung von Auszubildenden aus dem Ausland im letzten Jahr weiter ausgebaut. Dabei fokussiert sie sich auf Berufe, für die Arbeitgeber in Deutschland händeringend nach Auszubildenden suchen. Die gezielte Rekrutierung erfolgt in ausgewählten Partnerländern in Lateinamerika, Nordafrika und Asien. Gleichzeitig haben Ausbildungsinteressierte weltweit die Möglichkeit, sich initiativ an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der BA zu wenden und sich beraten sowie bei entsprechender Eignung auch vermitteln zu lassen.
Insgesamt nahmen im Jahr 2025 über die Unterstützung der ZAV 923 Auszubildende aus dem Ausland ihre Ausbildung in Deutschland auf. Die meisten von ihnen stammen aus Marokko, Tunesien, Indien, Vietnam und El Salvador. Über die Hälfte davon absolviert eine Ausbildung in Pflegeberufen, gefolgt von handwerklichen und gewerblich-technischen Berufen. Im Jahr 2024 waren es insgesamt 650 Auszubildende. Damit etabliert sich die Gewinnung von Auszubildenden neben der Suche nach Fachkräften im Ausland als weitere Säule zur Sicherung des Erwerbspotenzials auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Neue Auszubildende aus Indien hat zum Beispiel die Firma KuchenMeister in Soest gewonnen. „Unsere indischen Auszubildenden verstärken unser Technik-Team und bringen sich bereits aktiv durch ihre hohe Lernbereitschaft in unsere täglichen Abläufe ein“, resümiert Celina Naumann, Leitung Personal- und Organisationsentwicklung, betont aber auch die Erfordernisse. „Den besonderen Anforderungen dieser neuen Wege begegnen wir mit einer intensiven persönlichen Begleitung, um unsere bewährte Fachexpertise bestmöglich weiterzugeben.“
Dass es ohne gemeinsame Anstrengungen nicht geht, weiß auch Thorsten Rolfsmeier, Geschäftsbereichsleiter International Services der ZAV: „Bei Auszubildenden noch mehr als bei Fachkräften aus dem Ausland ist eine engmaschige Begleitung und Beratung unabdingbar. Wir sprechen hier von jungen Menschen, die vielleicht noch nie ihre Heimat verlassen haben und in einem vollkommen fremden Land eine berufliche und persönliche Zukunft finden wollen.“ Neben der Begleitung durch die bürokratischen Prozesse werden die teilnehmenden Auszubildenden in den Projekten der BA daher noch im Heimatland mehrere Monate sprachlich auf ihre Ausbildung in Deutschland vorbereitet.
Um einen Brain Drain und die Abwerbung auf dem heimischen Arbeitsmarkt gesuchter Arbeitskräfte zu verhindern, sind alle Rekrutierungsaktivitäten mit den Partnerländern abgesprochen und koordiniert. Die Partnerländer leiden in der Regel unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Im Sinne der Fairen Migration ist es außerdem das Anliegen der BA, dass den vermittelten Auszubildenden selbst keine oder nur möglichst geringe Kosten entstehen.
Auch wenn die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im letzten Jahr zurückging und die Zahl der unversorgten Ausbildungssuchenden stieg, haben insbesondere Ausbildungsbetriebe in der Pflege oder im Handwerk zunehmende Schwierigkeiten, offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Zudem gibt es auf dem Ausbildungsmarkt regional starke Unterschiede. Daher greifen immer mehr Betriebe auf die Auszubildendensuche im Ausland zurück, auch wenn das für sie mit finanziellen und zeitlichen Investitionen verbunden ist.
Mehr Informationen auf der Homepage der ZAV unter Personal aus dem Ausland. Der aktuelle Internationale Bewerberanzeiger Ausbildungssuchende steht dort zum Download bereit.