Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Rekrutierung von Erzieherinnen und Erziehern aus dem Ausland weiter ausgebaut. Nachdem das Programm „Willkommen im Kindergarten“ der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) bereits seit einigen Jahren in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Bremen sowie Hessen erfolgreich etabliert ist, konnte es 2024/25 mit Nordrhein-Westfalen in einem weiteren Bundesland pilotiert werden. Seit 2022 haben über das Programm insgesamt 781 Erzieherinnen und Erzieher aus anderen EU-Staaten, überwiegend aus Spanien, ihre Arbeit in Deutschland aufgenommen. Zusätzlich weitete die BA die Suche nach Erzieherinnen und Erziehern erstmalig auf Nicht-EU-Staaten aus, es fanden bereits Rekrutierungsveranstaltungen in Kolumbien und Tunesien statt. Die ersten 14 Kolumbianerinnen und Kolumbianer haben ihre Arbeit im Dezember und Januar in Heidelberg aufgenommen.
Vor ihrer Einreise werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über mehrere Monate sprachlich auf ihre Arbeit in Deutschland vorbereitet. Bei Erzieherinnen und Erziehern handelt es sich um einen reglementierten Beruf, bei dem ausreichende Deutschkenntnisse erforderlich sind, um als anerkannte Fachkraft in Deutschland arbeiten zu können. In den meisten Bundesländern ist das Niveau B2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen vorgeschrieben oder empfohlen.
Insgesamt bleibt die Anerkennung der ausländischen Qualifikationen ein zentraler Erfolgsfaktor bei der Integration. Nicht nur müssen die Abschlüsse aus den Herkunftsländern in Deutschland anerkennungsfähig sein. Auch die Anerkennungsverfahren gestalten sich in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich, was regional zugeschnittene Projektansätze erfordert. Daher wird nicht nur die sprachliche Vorbereitung, sondern auch die Vorbereitung des Anerkennungsverfahrens von der ZAV eng begleitet.
Auch die Träger sind bei der Vorbereitung und Integration gefragt. Falls keine Fördermöglichkeiten bestehen, übernehmen sie einen Großteil der Kosten für Sprachkurse sowie bürokratische Verfahren und müssen die Erzieherinnen und Erzieher im Anschluss bei dem weiteren Spracherwerb sowie nötigen Anpassungsqualifizierungen unterstützen. Ganz überwiegend zahlt die Investition sich aus: Die teilnehmenden Kitas freuen sich über gut qualifizierte Verstärkung – alle Fachkräfte sind universitär ausgebildet –, und die meisten nehmen das Angebot wiederholt in Anspruch. Die ausländischen Erzieherinnen und Erzieher wiederum schätzen die deutsche kindzentrierte Pädagogik und die Arbeitsbedingungen.
„Qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher werden in vielen Regionen weiterhin gesucht. Mit unserem Programm ‚Willkommen im Kindergarten‘ gewinnen wir ergänzend Fachkräfte für die Kita. Zugleich garantieren wir eine faire Migration mit definierten Arbeitsbedingungen und beugen einem Brain Drain vor“, sagt Vanessa Ahuja, Vorständin für das internationale Geschäft der BA.
Der Erzieherberuf wird von der BA als Engpassberuf gewertet. Zwar sank die Zahl der gemeldeten Stellen für Erzieherinnen und Erzieher in den vergangenen drei Jahren, bewegt sich aber immer noch auf relativ hohem Niveau. Gleichzeitig sind in den Partnerländern Erziehungsfachkräfte auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive. „In Spanien haben wir viele gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, die Schwierigkeiten haben, Vollzeit- und unbefristete Stellen auf unserem heimischen Arbeitsmarkt zu finden“, sagt Nieves Saiz-Calderón, Beraterin der spanischen Arbeitsverwaltung SEPE und im EURES-Netzwerk der europäischen Arbeitsmarktservices. „Daher sind wir froh, dass ihnen das deutsche Programm ‚Willkommen im Kindergarten‘ neue Karrieremöglichkeiten bietet.“
Für weitere Informationen: www.zav.de/erziehung
„Willkommen im Kindergarten“ im Film