Bewerbungsverfahren in Deutschland

Bewerbungsverfahren unterscheiden sich von Land zu Land – in dieser und zukünftigen Ausgaben möchten wir Hinweise geben, wie eine Bewerbung in Deutschland „funktioniert“. In diesem ersten Teil unserer Serie erhalten Sie Hinweise für einen gelungenen Lebenslauf.

Tipp:Diesen Text können Sie gerne direkt Ihren Kundinnen und Kunden zur Verfügung stellen.

Wie bewerbe ich mich auf ein Stellenangebot in Deutschland?

Sie haben sich dazu entschieden, in Deutschland nach einer Beschäftigung oder einem Ausbildungsplatz zu suchen, und stehen nun vor der großen Aufgabe, sich bei den Arbeitgebern zu bewerben?

Aus dem Ausland ist dies nicht immer einfach, da die Anforderungen an Bewerbungsschreiben abweichen können. Zudem soll Ihre Bewerbung besonders positiv herausstechen, damit Sie als ausländische Bewerberinnen und Bewerber eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch erhalten. 

In unserer Serie zum Bewerbungsverfahren in Deutschland möchten wir Ihnen Tipps und Tricks für eine gelungene Bewerbung mitgeben.
Bitte bedenken Sie, dass es in Deutschland recht üblich ist, dass Arbeitgebende sich Zeit nehmen für die Prüfung der Bewerbungsunterlagen. Leider kommt es auch vor, dass Sie gar keine Antwort oder Feedback erhalten.
Nehmen Sie sich Zeit für die Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen und schicken Sie diese erst heraus, wenn Ihre Bewerbung vollständig vorliegt.

Insbesondere bei Bewerbungen aus dem Ausland sind gute Deutschkenntnisse von Vorteil. Daher ist es ratsam, mit Ihren Bewerbungen so lange zu warten, bis Sie das erforderliche Sprachniveau (B1/B2) erreicht haben. Ihre Bewerbungen werden sonst gegebenenfalls leider schneller aussortiert.

Zu einer erfolgreichen Bewerbung gehören zudem die entsprechende Stellensuche, ein Anschreiben an den Arbeitgeber und das Bewerbungsverfahren sowie das Vorstellungsgespräch. Im letzten Teil unserer Serie besprechen wir die ersten Schritte im Arbeitsleben in Deutschland, nachdem Ihr Bewerbungsprozess erfolgreich war.

Ein guter Lebenslauf ist der Schlüssel zum Erfolg

Der Lebenslauf – auch Curriculum Vitae (CV) genannt – gibt einen Überblick über den persönlichen und beruflichen Werdegang und ist Ihre Visitenkarte im Bewerbungsverfahren. Der Lebenslauf sollte maximal zwei Seiten umfassen und in sinnvolle Abschnitte untergliedert sein. Innerhalb der Abschnitte führen Sie Ihre Erfahrungen und Qualifikationen beginnend mit dem aktuellsten Ereignis absteigend auf.

Zu Beginn des Lebenslaufs stehen die vollständigen Kontaktdaten sowie Name, Geburtsdatum, -ort und die Adresse. Achten Sie bei Bewerbungen aus dem Ausland darauf, die richtige Landesvorwahl anzuführen und Kontaktdaten anzugeben, unter denen Sie gut erreichbar sind.

Ein Bewerbungsfoto ist nicht zwingend erforderlich, wird aber immer noch von den meisten Arbeitgebern erwartet. Das Foto kommt auf den oberen Teil des Lebenslaufs oder auf das Deckblatt. Achten Sie hierbei auf die Professionalität des Bildes, da Sie mit Ihrem Bewerbungsfoto einen einladenden und freundlichen Eindruck hinterlassen wollen.

Im ersten Abschnitt Ihres Lebenslaufs führen Sie Ihre beruflichen Erfahrungen auf und beginnen mit der aktuellsten beruflichen Tätigkeit. Wenn Sie als Berufsanfängerin oder Berufsanfänger noch keine richtigen Erfahrungen gemacht haben, können Sie Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtliche (freiwillige) Tätigkeiten auflisten.

Pro Abschnitt führen Sie immer das Start- und Enddatum auf; Monat und Jahr sind dabei ausreichend. Nennen Sie den Arbeitgeber, Ihre Position und beschreiben Sie kurz Ihre konkreten Aufgaben in wenigen Stichpunkten (etwa drei bis fünf Stichpunkte). Im nächsten Abschnitt führen Sie Ihren Bildungsweg auf – hier ist es ausreichend, den letzten beziehungsweise höchsten Berufs- oder Bildungsabschluss zu nennen. Vergessen Sie dabei nicht, das Start- und Enddatum anzugeben.

Im Abschnitt „Bildungsweg“ oder als eigenen Abschnitt „Weiterbildung“ können Sie erworbene Zertifikate aufführen, sofern diese für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Auch hier sind Zeitraum, Ort und Unternehmen oder Weiterbildungsinstitut zu nennen. Hier können Sie Ihre Sprachzertifikate aufführen, wobei es genügt, das höchste Sprachzertifikat zu nennen.

Im letzten Abschnitt können Sie kurz Hobbys oder Interessen vorstellen. Diese sind allerdings nur wichtig, sofern sie einen Bezug zu Ihrer Tätigkeit haben. Ehrenamtliches Engagement oder Mitgliedschaften in Vereinen werden gerne gesehen. Dagegen sind Hobbys wie Reisen, Freunde treffen oder Computerspielen für einen Lebenslauf eher irrelevant. Soft Skills wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit oder Kundenorientiertheit müssen Sie in einem Lebenslauf nicht aufführen und können eher in Ihrem Anschreiben genannt werden. Schließen Sie Ihren Lebenslauf mit der Datumsangabe sowie Ihrer Unterschrift ab. Somit versichern Sie die Aktualität sowie Korrektheit Ihres Lebenslaufs.

Tipps und Tricks für Ihren Lebenslauf 

  • Familienstand und religiöse Zugehörigkeit sind in einem Lebenslauf nicht erforderlich – es sei denn, der Arbeitgeber unterstützt eine bestimmte religiöse Zugehörigkeit.
  • Machen Sie keine falschen Angaben und führen Sie nur Zeugnisse und Berufserfahrungen auf, die Sie nachweisen können.
  • Der Lebenslauf soll übersichtlich und ansprechend gestaltet sein – hierfür finden Sie im Internet zahlreiche Vorlagen. Achten Sie auf eine stimmige Formatierung. Die Europass-Vorlage bietet eine solide Basis, viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber wünschen sich aber eine individuellere Herangehensweise an einen Lebenslauf.
  • Lassen Sie Ihren Lebenslauf von einer Person mit deutscher Muttersprache Korrektur lesen.
  • Sollten Sie im Lebenslauf Lücken haben, erklären Sie diese proaktiv im Anschreiben oder im Bewerbungsgespräch, z. B. wenn Sie auf Reisen waren oder Familienangehörige gepflegt haben.
  • Wichtig sind eine übersichtliche Struktur und gute sowie schnelle Lesbarkeit – vermeiden Sie daher verspielte Schriftarten, Farbwechsel oder unnötige Informationen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen. Für neue Kundinnen und Kunden bieten wir auch exklusive Bewerberworkshops an, in denen Ihr Lebenslauf besprochen wird.

Gehen Sie hier gerne auf die Kolleginnen und Kollegen der ZAV zu.