Hidden Champions in Franken: Global denken, regional handeln

Franken beherbergt Hidden Champions, die international erfolgreich agieren und dennoch fest in der Region verwurzelt sind. Einblicke in Firmen, die Fachkräften aus dem Ausland Chancen bieten und Integration aktiv gestalten.

In Franken finden sich einige Unternehmen, für die der Begriff der „Hidden Champions“ passt – also weltweit führende, etablierte Marken jenseits der breiten öffentlichen Wahrnehmung. Die aufgeführten Unternehmen zeigen, wie regionaler Standort und Internationalität verbunden werden und wie Unternehmen aktiv Fachkräfte aus dem Ausland integrieren und von deren Know-how profitieren.

Ein prominentes Beispiel ist Kaeser Kompressoren SE. Als einer der weltweit führenden Hersteller und Anbieter von Druckluftlösungen betreibt das Unternehmen international ein Netz aus Tochtergesellschaften, Partnern und Kundendienststellen. Bereits seit Jahren stellt Kaeser Kompressoren auch Auszubildende aus dem Ausland ein. Damit die Integration gelingt, setzt das Unternehmen auf zentrale Ansprechpartner, die sich um Fragen und Belange vor und nach der Einreise kümmern. So wird auf den Mangel an Fachkräften auf dem deutschen Arbeitsmarkt reagiert, während zugleich internationaler Austausch und interkulturelle Kompetenzen wachsen.

Auch die Wiegand-Glas Unternehmensgruppe greift auf internationale Arbeitskräfte zurück. Die Rekrutierung aus europäischen und außereuropäischen Ländern hat der Firma geholfen, den Fachkräftebedarf zu decken. Gleichzeitig bringt dies Hürden mit sich, etwa in Fragen der Integration. Um den Prozess zu erleichtern, bieten Unternehmen in der Praxis unterstützende Maßnahmen an, die den Einstieg erleichtern, die Zusammenarbeit verbessern und so die Produktivität steigern. Die Erfahrungen zeigen: Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland kann die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit in der Region stärken, wenn Integrationsprozesse strukturiert begleitet werden.

Création Gross, ein großer Bekleidungshersteller in Hersbruck bei Nürnberg, sieht ebenfalls Vorteile darin, internationale Talente zu beschäftigen – nicht zuletzt, weil Fachkräfte aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten neues Know-how ins Unternehmen bringen. Die Geschäftsführung betont, dass internationalisierte Belegschaften oft zu offeneren Mindsets führen; in einigen Abteilungen wird sogar ausschließlich Englisch gesprochen. Dies demonstriert, wie globale Kommunikation und Zusammenarbeit Betriebsprozesse effizienter gestalten und neue Perspektiven eröffnen.

Auch Koenig & Bauer in Franken, einer der größten Druckmaschinenhersteller weltweit, betont die Bedeutung von Weltoffenheit und Toleranz. Das Unternehmen engagiert sich aktiv mit Maßnahmen, die Zuzug und Zuwanderung in die Wirtschaft begleiten und fördern. In Videobotschaften wird verdeutlicht, dass Kolleginnen und Kollegen aus der dritten Generation sowie Mitarbeitende aus verschiedenen Ländern Teil einer gemeinsamen Unternehmenskultur sind. So wird die internationale Vielfalt als Wert beschrieben, der die Standorte Deutschlands und des Auslandes stärkt.

Ein weiterer herausragender Akteur ist die Knauf Gruppe, die weltweit zu den führenden Unternehmen der Dämmstoffbranche gehört. Die Kombination aus Internationalität und guter Ausbildung zeigt sich auch im Werk in Argentinien, wo Ausbildung und Qualifizierung durch technische Schulungsprogramme und Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen gefördert werden. Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber werden unabhängig von u. a. ihrer Herkunft aktiv zu einer Bewerbung ermutigt – ein Beispiel dafür, wie die Öffnung bei der Talentakquise die regionale Wirtschaft unterstützt.

Auch im Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich Franken international orientiert. Bosch Rexroth wirbt explizit mit Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Ländern und Bereichen des Unternehmens. Solche Perspektiven verdeutlichen, wie globale Karrierewege aufgebaut werden und gegebenenfalls auch Fachkräfte aus der ganzen Welt wiederum in Franken ankommen und tätig werden können.

Im medizinischen Bereich gehören das Universitätsklinikum Würzburg (Uniklinik) und die Bezirkskliniken Mittelfranken zu den großen Arbeitgebern der Region. Die Uniklinik beschäftigt fast 7.900 Mitarbeitende in über 230 Berufsgruppen aus 87 Nationen. Die Bezirkskliniken Mittelfranken bieten speziell für internationale Fachkräfte Informationen auf ihrer Homepage zur Anerkennung von Abschlüssen, zu Approbationen sowie zu Tätigkeiten mit Berufserlaubnis. Darüber hinaus existieren Programme wie Hospitationen, die einen ersten Kontakt ermöglichen. 

Die Kliniken verweisen zudem auf Beratungs- und Unterstützungsangebote der Zentralen Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), sodass sich interessierte Fachkräfte aus dem Ausland direkt dorthin wenden können, um Beratung und Begleitung zu erhalten.