Leben und Arbeiten in Franken

Franken – im Herzen Deutschlands trifft Tradition auf Moderne. Der lokale Arbeitsmarkt bietet vielfältige Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Berufsgruppen.

„Gott sei Dank, ich bin a Frank“ – eine stolze Region mit jeder Menge Jobpotenzial

Die Region Franken ist auf die Bundesländer Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg aufgeteilt, die allesamt eher im südlichen Teil von Deutschland liegen. Der nach Bevölkerung und Fläche größte Teil Frankens gehört zu Bayern und ist historisch gewachsen in die Unterregionen Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken gegliedert.

Franken zeichnet sich durch viele kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus, die auch heute noch von einigen der fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner voller Stolz praktiziert werden. Den Namen verdankt die Region dem germanischen Volksstamm der Franken, der in der Spätantike und im Frühmittelalter lebte. Ursprünglich siedelten die Franken am Niederrhein und in der heutigen Benelux-Region (Belgien, Niederlande und Luxemburg). Später breiteten sie sich nach Süden und Osten aus. Der Name „Franken“ bedeutet vermutlich „die Kühnen / die Freien“ (althochdeutsch frankô = frei, mutig). Im Zuge der Neugliederung der süddeutschen Staaten durch Napoleon Bonaparte nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches (1806) wurde der größte Teil Frankens Bayern zugesprochen.

Lange suchten die Franken nach ihrer Identität, hatten doch die einzelnen Regionen jeweils eine eigene für sich. Doch ab Anfang des 19. Jahrhunderts formte sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl, mit dem sich die Franken bis heute von Bayern abgrenzen. So wundert es nicht, dass das Sprichwort „Gott sei Dank, ich bin a Frank“ auch heute noch viele Tassen und T-Shirts ziert (auf Hochdeutsch übersetzt: „Gott sei Dank, ich bin ein Franke“).

Blick auf den Arbeitsmarkt: Bekannte Namen und innovative Technologien

Franken gilt als einer der zehn führenden Hightech-Standorte in Europa, was auf die Vernetzung von Wissenschaft und Industrie sowie auf bedeutende Großunternehmen wie Siemens, Bosch, Adidas, Puma, Schaeffler und Brose zurückzuführen ist.

  • Im Ballungsraum Nürnberg–Fürth–Erlangen gibt es mit etwa 400.000 Arbeitsplätzen und 25.000 Unternehmen sehr vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten.
  • Der Arbeitsmarkt in Franken ist besonders für seinen Industriebereich mit Schwerpunkt auf Maschinenbau, Elektrotechnik sowie große Unternehmen und innovative Technologiestandorte bekannt.
  • Der Maschinenbau ist vor allem in Mittelfranken stark ausgeprägt; hier verzeichnete man die größten Beschäftigungszuwächse in den letzten Jahren.
  • Unterfranken hebt sich durch einen sehr großen Anteil im Dienstleistungssektor hervor, der zu einer besonders niedrigen Arbeitslosenquote führt.
  • Die Region Nürnberg ist ein bedeutendes Zentrum für Verkehr, Logistik, Kommunikation, Medizin und Gesundheit, Energie, neue Materialien sowie Automation und Automotive.
  • Die Arbeitslosigkeit liegt im gesamten Bundesland Bayern bei nur 3,9 % (Stand: Oktober 2025).

Wir von der ZAV haben die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten sowie Einschätzungen zum Arbeitsmarkt in Franken und anderen aussichtsreichen Regionen für Sie aufbereitet. Wenden Sie sich für detaillierte Informationen gerne per E-Mail an unsere Kolleginnen und Kollegen im Customer Center.

Die Bundesagentur für Arbeit

In Nürnberg (Mittelfranken) befindet sich auch die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA). Zu den Kernaufgaben zählen Arbeitsvermittlung, Arbeitsmarkt- und Berufsberatung, Arbeitsmarktbeobachtung sowie Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Mit rund 113.000 Beschäftigten in Deutschland ist sie eine der größten Arbeitgeberinnen. Die zehn Regionaldirektionen setzen die Strategie der BA deutschlandweit um und leiten die 150 Agenturen für Arbeit mit ihren rund 600 Niederlassungen.

Eine der Dienststellen ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Deren Mitarbeitende – also wir – sind die Fachleute für den internationalen Arbeitsmarkt und die Vermittlung spezieller Berufsgruppen.

Fachkräfte gesucht!

Wie fast überall in Deutschland kann der Bedarf an Fachkräften auch in Franken nicht gedeckt werden. Obwohl die Arbeitslosigkeit in einigen Bereichen steigt, besteht weiterhin in vielen Unternehmen ein deutlicher Fachkräftemangel, besonders bei spezialisierten Tätigkeiten.

Momentan fehlen in Oberfranken laut dem IHK-Arbeitsmarktradar etwa 21.000 Ausbildungssuchende und Fachkräfte. Jedes dritte Unternehmen ist aktuell davon betroffen. Diese Lücke soll bis 2028 auf rund 31.000 fehlende Arbeitskräfte anwachsen. Die Ursachen sind vielfältig: Gesellschaftlicher Wandel, Wegzug aus ländlichen Regionen oder fehlende Qualifikationen in besonders gefragten Bereichen. Besonders stark betroffen sind nicht akademische Berufe, vor allem im Handwerk, in der Pflege, in technischen Berufen, im Verkauf, in der Logistik, in der Kinderbetreuung und in der Sozialarbeit.

Ein wichtiger Lösungsansatz liegt in der Erleichterung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und deren Integration. Dabei unterstützt die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) neben vielen weiteren Beratungsstellen.

Ein Ort für Bildung und Wissenschaft

In der Region sind einige bekannte Hochschulen angesiedelt, wie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie bietet rund 300 Studiengänge an, in denen aktuell etwa 40.000 Studierende eingeschrieben sind. Zu den besonders zukunftsorientierten Fächern zählt beispielsweise die Nanotechnologie.

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde 1402 gegründet und zählt damit zu den ältesten Universitäten Deutschlands. Mit dem „Center of Polymer for Life“ ist sie wegweisend in der interdisziplinären Forschung. Hier vereinen sich Disziplinen wie Materialwissenschaft, Biologie, Physik, Chemie, Ingenieurwesen und Medizin.

Flüssiger Rekord: Die höchste Brauereidichte Deutschlands

Franken – besonders Oberfranken – hat mehr Brauereien pro Einwohner als jede andere Region weltweit. Hier kommt auf etwa 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner eine Brauerei. Insgesamt sind es rund 250 Brauereien, von denen viele kleine, familiengeführte Dorfbrauereien sind. Dort werden auch besondere Sorten wie das Rauchbier hergestellt. Der markante, rauchige Geschmack entsteht durch über Buchenholz getrocknetes Malz. Besonders bekannt ist das Schlenkerla Rauchbier aus Bamberg. „Schmeckt wie Speck in flüssig“, sagen manche.

Übrigens: In vielen Orten gehört der „Bierkeller“ nicht unter die Erde, sondern ist ein schattiger Garten auf einem Bierlagerhügel. Während das Bier unter der Erde gelagert wird, gibt es oberhalb die Ausschankplätze im Freien – praktisch, oder? Zum Ende der Bierkellersaison Ende September / Anfang Oktober beginnt in Oberfranken die Zeit des traditionellen Bockbieranstichs. Die Besonderheit dieser Biersorte liegt in der Stammwürze (das ist der Anteil gelöster Stoffe wie Zucker und Mineralien), dem höheren Alkoholgehalt von über sechs Prozent und darin, dass sie nur wenige Wochen im Jahr verfügbar ist. Diese Saison wird feierlich mit einem Bockbierfest eröffnet – und das seit dem 15. Jahrhundert.

Von klassischer Musik, urigen Volksfesten und mythischen Traditionen

Die Bayreuther Festspiele, auch bekannt als Richard-Wagner-Festspiele, sind ein Musiktheaterfestival, das den zehn letzten Opern Richard Wagners (1813–1883) gewidmet ist. Das Festival findet seit 1876 mit Unterbrechungen, seit 1951 alljährlich im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth statt. Die Festspiele dauern in der Regel vom 25. Juli bis zum 28. August.

Eine besonders in Bayern fest verankerte Tradition ist die Kirchweih, bei der jedes Jahr aufs Neue die Weihe einer Kirche offiziell gefeiert wird. Meistens ist für diese religiöse Zeremonie der dritte Sonntag im Oktober reserviert. Ein fester Bestandteil ist auch das Aufstellen eines geschmückten Kirchweihbaums und das sogenannte „Austanzen des Kirchweihbaums“.

Die Raunächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum eine besondere Bedeutung zugemessen wird – so auch in Franken. In der Regel handelt es sich um die zwölf Tage zwischen Weihnachten (24./25. Dezember) und dem 5. Januar.

Wer also auf der Suche nach einem neuen Lebensmittelpunkt ist, findet in Franken eine Heimat, die Tradition und Moderne gekonnt miteinander verbindet. 

Lust auf mehr? Weitere Informationen finden Sie u.a. auf den Webseiten des Frankentourismus.