Leben in der Region Emsland

Ganz im Westen Niedersachsens an der Grenze zu den Niederlanden findet sich das Land an der Ems. Neben dem niedersächsischen Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim gehört auch der westfälische Kreis Steinfurt zur kulturellen und historischen Region des Emslands.

Das Emsland wird durchzogen von der Ems und der Hase, doch nicht nur auf dem Wasser kann man sich die Region erschließen. Mit 2660 km Fahrradwegen ist die Emsregion ein beliebtes Reiseziel für Radfahrer. Besonders prägend für das Landschaftsbild sind die Moore wie zum Beispiel das Bourtanger Moor. Bis ins 20. Jahrhundert galt das Emsland als das Armenhaus Deutschlands, da es bis auf Torfabbau aus den Mooren nichts zu bieten hatte. In den 1950er Jahren sah der Emslandplan die Entwässerung und Torfabbau des Moores vor, um Landwirtschaftsflächen für die Bevölkerung, sowie eine neue Infrastruktur für Unternehmen zu schaffen. Es blieben jedoch einige Moorgebiete erhalten. Inzwischen weiß man, dass Moore ideale Co2-Speicher und essentiell für den Klimaschutz sind. Daher stehen nun der Erhalt und die Renaturierung der Moore im Vordergrund. Auf einer Wanderung oder Radtour durch die Moorlandschaften kann man zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entdecken wie zum Beispiel den blauen Moorfrosch.

Die Grafschaft Bentheim: Hier ist nichts!

Abseits der Natur leben die meisten Menschen in der Grafschaft Bentheim, in Lingen, in Meppen und in Papenburg. Die Grafschaft Bentheim darf als einziger Landkreis den Titel Grafschaft führen – ansonsten findet sich dort nichts. Damit wirbt zumindest die Grafschaft selbst: mit dem Nichts. Nichts zu meckern. Nichts zu beanstanden. Nichts, um sich stressen zu lassen. Doch man kann nicht nur die Seele in Bentheim baumeln lassen, sondern auch Karriere machen. Neustart, Rückzug oder fest verwurzelt: Der Landkreis Grafschaft Bentheim bietet Freiheit für Karrierepläne, langfristige berufliche Perspektiven und eine besonders familienfreundliche Umgebung. Neuzugezogene und Alteingesessene werden neu vernetzt und es steht kostenfreie Beratung zu Arbeit, Ausbildung, Wohnen, Familie und Freizeit in der Region zur Verfügung. Mit Veranstaltungen wie Netzwerktreffen für zugezogene Fachkräfte oder der Errichtung des Campus für berufliche Bildung zeigt sich die Grafschaft Bentheim weltoffen und attraktiv für ausländische Fachkräfte. Und sollte es einem in Bentheim mal zu ruhig werden, kann man mit dem ICE direkt in die Metropolen Berlin oder Amsterdam fahren und dort Großstadtluft schnuppern.

Von hier bis nach Meppen!

Meppen ist die Kreisstadt im Landkreis Emsland und die drittgrößte Stadt der Region mit ca. 37.000 Einwohnern. Meppen ist bekannt für seine Lage an der Flusskreuzung von Ems, Hase und Dortmund-Ems-Kanal, seine historische Rolle als Festungsstadt mit sichtbaren Wallanlagen und historischen Gebäuden wie dem Rathaus, seinen Fußballdrittligisten SV Meppen, die Emsländische Freilichtbühne, die landschaftliche Schönheit für Radfahrer und Wanderer sowie als Zentrum des Emslandes mit guter Infrastruktur. Aus dem Fußball stammt wohl auch die in Deutschland bekannte Redensart „…bis nach Meppen“. Mit dieser Redewendung wird eine lächerlich lange Entfernung beschrieben. Der Ursprung soll beim ehemaligen National- und Bundesligatorwart Toni Schumacher liegen. Auf die Frage eines Reporters, ob er auch in der 2. Liga zwischen den Pfosten in den Diensten des seinerzeit (1988) abstiegsbedrohten FC Schalke stehen würde, antwortete Schumacher: "Ich fahre doch von hier nicht nach Meppen".

Auf dem Arbeitsmarkt bestimmt der Dienstleistungssektor das Geschehen in Meppen. Hier sind neben Einzelhandel, Verwaltung und Gesundheitswesen, zunehmend auch Informationstechnologie und Tourismus von Bedeutung. Das ortsansässige Logistikunternehmen ist deutschlandweit aktiv und zählt zu den größten Tanklogistik-Dienstleistern Deutschlands. Im produzierenden Gewerbe sind zu nennen Betriebe des Elektro- und Maschinenbaus, der Holz-, Erdöl- und chemischen Industrie sowie der Kunststoffverarbeitung und das Handwerk. Im Vergleich zur gesamten Emsland-Region liegt der Fokus jedoch deutlich auf dem Dienstleistungssektor.

Von traditionsreicher Fehnkolonie in die moderne Mittelstadt

Als weitere große Städte im Emsland sind noch Lingen (ca. 56.500 Einwohner) und Papenburg (ca. 37.300 Einwohner) aufzuführen. Papenburg ist die nördlichste Stadt des Emslandes und die südlichste Seehafenstadt Deutschlands, auch bekannt als Venedig des Nordens aufgrund seiner vielen Kanäle. Im Süden der Stadt verläuft der Küstenkanal. Im Westen der Stadt verlaufen der Dortmund-Ems-Kanal sowie die Ems. Ein- bis zweimal im Jahr wird die Ems mit Hilfe des Sperrwerks in Gandersum aufgestaut, sodass die Meyer Werft Hochseeschiffe in die Nordsee überführen kann. Die Stadt ist geprägt von ihrer Geschichte als älteste und längste Fehnkolonie (Moorkolonie mit Kanälen) sowie dem Schiffsbau. Papenburg ist im Gegensatz zu Meppen vor allem industriell geprägt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der Schiffsbau und die Automobilzulieferung. Trotz der vielen Industriegebiete verfügt Papenburg über eine idyllische Altstadt, viel Natur, einen bekannten Stadtpark und ein vielfältiges kulturelles Angebot.

Die Stadt Lingen hat 2025 ihr 1050. Stadtjubiläum gefeiert. Aufgrund dieser langen Stadtgeschichte finden sich viele historische Baudenkmäler in Lingen wie der alte Marktplatz oder das historische Rathaus. Neben historischen Sehenswürdigkeiten und dem Emslandmuseum kann man in der EmslandArena Großveranstaltungen besuchen oder einmal im Jahr beim Lautfeuer Festival Open-Air Musik lauschen.

Von Lingen aus wurden die Erdölvorkommen im Emsland, die die größten in Deutschland sind, sowie die Erdgasvorkommen in der norddeutschen Tiefebene erschlossen. Entsprechende Unternehmen sind in Lingen angesiedelt und bieten vielfältige Arbeitsmöglichkeiten.

Emsland: Ein Stück näher zur Natur

Das Emsland stellt sich vielfältig auf und bietet eine tolle Mischung aus einzigartiger Natur, attraktiven Arbeitsmöglichkeiten, guter Infrastruktur und kulturellen Erlebnissen. Als Einheimischer oder Zugezogener kommt man in den Genuss einer Region, die für viele ein Urlaubsort ist. Zu Fuß, auf dem Boot, Fahrrad oder auch auf dem Pferd kann man sich das Emsland erschließen. Den Abend kann man in den Altstädten und Häfen der Kreisstädte ausklingen lassen oder sich kulturell in den Theatern in Lingen, Meppen und Papenburg unterhalten lassen. Ein wenig muss man sich nur vor der Sprache in Acht nehmen! Im Emsland wird teilweise noch der deutsche Dialekt Plattdeutsch gesprochen.

So schnackts im Emsland:

An dieser Stelle sind hier noch ein paar Vokabeln für das Leben im Emsland:

„Pfui Deibel!“ – „Pfui Teufel!“

„Horrido“ – Ist ein Ausruf, der vor allem im Kreise von Jägern verwendet wird. Er läutet aber nicht nur die Jagd ein, sondern oft auch die nächste Runde hochprozentige Getränke.

„Möwe?“ – Ist die Kurzform für die Frage: „Möwie noch een?“ („Wollen wir noch einen trinken?“)