Das Welcome Center Ems-Achse stellt sich vor

Internationale Fachkräfte in der Wachstumsregion Ems-Achse: Ankommen und ein Zuhause finden zwischen Industrie, Tradition und Perspektive. Eine Region aus dem Blickwinkel des lokalen Welcome Centers betrachtet.

Die Wachstumsregion Ems-Achse (Emsland, Ostfriesland und Grafschaft Bentheim) gehört zu jenen Regionen Deutschlands, in denen wirtschaftliche Dynamik und Lebensqualität Hand in Hand gehen. Geprägt von innovativen mittelständischen Unternehmen, starken industriellen Strukturen und einer familiären, ländlich geprägten Umgebung, bietet die Region internationalen Fachkräften einen sicheren Ort für berufliche wie persönliche Entwicklung. Der Name Wachstumsregion Ems-Achse stammt vom gleichnamigen Verein, der mit über 900 Mitgliedern (Unternehmen, Kommunen, Kammern und Bildungseinrichtungen mit insgesamt rund 140.000 Beschäftigten) eines der stärksten regionalen Netzwerke in Deutschland ist. Und der Name ist Programm: In den letzten Jahren ist die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt gestiegen.

In den vergangenen Jahren hat die Ems-Achse eine Reihe von – auch überregional beachteten – Maßnahmen, Projekten und Veranstaltungen umgesetzt, die eine nachhaltige Integration von Fachkräften in die Region gewährleisten. Innerhalb der Region werfen wir einen genaueren Blick auf das Emsland und seine vielfältigen Initiativen zur Gewinnung internationaler Fachkräfte. Der Bedarf ist weiterhin hoch, besonders stark ist die Region in den Bereichen Maschinenbau, Metall- und Glasveredelung, Erneuerbare Energien, Logistik und Bioökonomie. Viele Unternehmen im Emsland setzen auf langfristige Beschäftigung, stabile Strukturen und persönliche Bindung. Internationale Fachkräfte finden im Emsland deshalb nicht nur einen Job, sondern häufig eine berufliche Perspektive für viele Jahre.

Das Emsland zeichnet sich zudem durch die Lage im deutsch-niederländischen Grenzraum aus. Der grenzüberschreitende Austausch in Wirtschaft, Kultur und Alltag gehört hier ganz selbstverständlich dazu. Internationale Einflüsse sind sichtbar und werden als Bereicherung wahrgenommen. In Gesprächen mit Fachkräften wird häufig wiedergegeben, dass genau diese Offenheit ein zusätzlicher Pluspunkt ist: Sie erleben eine Region, die europäisch denkt, international vernetzt ist und kulturelle Vielfalt als Stärke versteht.

Ankommen im Emsland - Welcome Center und regionale Netzwerke

Die 2006 gegründete Wachstumsregion Ems-Achse e.V. vernetzt die regionalen Akteure, führt zahlreiche Veranstaltungen durch und engagiert sich seit nun 20 Jahren im Bereich “Fachkräfte finden und binden”. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist das durch Mittel des Europäischen Sozial Fonds (ESF) geförderte Welcome Center. Für viele internationale Fachkräfte ist es der erste konkrete Kontakt zur Region und der Ort, an dem das Ankommen ganz praktisch beginnt. Aufbauend auf den Erfahrungen von Fachkräfte-Service-Stellen (seit 2010) hat die Ems-Achse durch die Förderung die Beratungsangebote für Arbeitnehmer und -geber ausgebaut und weiter professionalisiert. Die Themen des Welcome-Centers reichen von Aufenthalts- und Arbeitsrecht über die Suche nach Wohnraum bis hin zu Fragen der Kinderbetreuung oder den ersten Schritten bei Banken und Versicherungen. Besonders hilfreich sind im Zuge dessen Beratungen vor Ort in Lingen und Papenburg, die bewusst an den zentralen Knotenpunkten des Emslands angeboten werden. Fachkräfte und Unternehmen schätzen die persönliche Betreuung, die oft weitergeht als reine Informationsgespräche – zum Beispiel durch die Hilfe bei komplexen Anträgen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Integration internationaler Fachkräfte ist die enge Zusammenarbeit mit starken regionalen Partnern. Mit der Gründung des Wirtschafts- & Service Center Lingen durch die Wachstumsregion Ems-Achse e. V., die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim und die Wirtschaftsförderung der Stadt Lingen wurde eine zentrale Struktur geschaffen, die wirtschaftliche Aktivitäten, Fachkräfteprojekte und betriebliche Anliegen unter einem Dach bündelt. Darüber hinaus steht die Ems-Achse in kontinuierlichem Austausch mit den Kommunen der Region, den Wirtschaftsförderungen vor Ort sowie zahlreichen Wirtschaftsvertretern. Diese enge Vernetzung ermöglicht abgestimmte und schnelle Lösungen.

Brücken über Kontinente: Von Südafrika und Mexiko ins Emsland

In der täglichen Arbeit steht nicht nur die berufliche Qualifikation im Mittelpunkt, sondern immer auch die Vorstellung der Region als Lebensraum. Internationale Fachkräfte sollen frühzeitig ein realistisches Bild davon bekommen, wie das Leben im Emsland aussieht: Gibt es bezahlbaren Wohnraum?  Wie familienfreundlich ist die Region?  Was bedeutet ländliches Leben in Deutschland?  So entsteht schon vor der Einreise eine bewusste Entscheidung für die Region – nicht nur für einen Arbeitgeber.

Wie facettenreich der internationale Austausch mittlerweile ist, zeigen die Rekrutierungsprojekte der Ems-Achse in Südafrika und Mexiko. In diesen Projekten werden die Fachkräfte nicht nur gezielt für konkrete Unternehmen angeworben und ausgewählt, sondern schon frühzeitig begleitet – sprachlich, kulturell und organisatorisch. Bei Delegationsreisen haben regionale Arbeitgeber die Möglichkeit Kandidatinnen und Kandidaten persönlich zu treffen und sich ein Bild von den Ausbildungsstätten zu machen. So haben unter anderem im Südafrika-Projekt ("Moving North") diese Besuche eine wichtige Rolle gespielt. Eine Bewerberin reiste für ein einziges Gespräch fast 24 Stunden mit dem Bus an – ein eindrucksvolles Zeugnis für Motivation und Entschlossenheit. Auch im Mexiko-Projekt ("Alemanizate") zeigt sich, wie hilfreich persönliche Vorbereitung ist. Die Gespräche drehen sich dort nicht nur um technische Qualifikationen, sondern oft vor allem auch um Alltagsfragen.

Welcome Center 2.0 & HUB-Mexiko: Die nächsten Schritte

Seit Herbst 2025 werden mit dem "Welcome Center 2.0” digitale Beratungswege ausgebaut, die den Austausch mit Unternehmen aus dem Emsland noch enger verzahnen. Ziel ist es, den gesamten Prozess – von der ersten Kontaktaufnahme im Ausland bis zur langfristigen Bindung – lückenlos abzubilden. Die bereits durchgeführten Maßnahmen und die dadurch entstandene Expertise wird zukünftig zudem überregional multipliziert. Durch den Aufbau des Ems-Achse HUB Mexiko verfolgt die Ems-Achse das Ziel, für die Welcome Center, Arbeitgebende, die an Azubis und Fachkräften aus Mexiko Interesse haben, in Niedersachsen eine Anlauf- und Beratungsstelle zu etablieren.

Best Practice: Hero Glas und der Weg ins Emsland

Wie diese Ansätze in der Praxis wirken, zeigt z.B. die Kooperation mit Hero Glas Veredlungs GmbH (Dersum, Emsland). Im Rahmen des Projekts „Moving North“ wurden Fachkräfte aus Südafrika vorbereitet, von denen fünf Kandidaten anschließend Arbeitsverträge im Emsland erhielten. Was vor Ort begann – mit Sprachkursen und Vorbereitung in Südafrika – setzte sich im Emsland nahtlos fort: mit Beratung durch das Welcome Center, Unterstützung bei der Wohnungssuche, Bürokratie und Orientierung im Alltag.

Die Zusammenarbeit setzt aber nicht nur auf südafrikanische Talente. Auch erste mexikanische Fachkräfte wurden erfolgreich in Unternehmen der Region vermittelt, sodass eindrucksvoll aufgezeigt wurde und wird, dass sowohl die Strukturen als auch die Bereitschaft der Betriebe wachsen, internationale Teams aufzubauen.

Für die Unternehmen ist klar: Der Erfolg der internationalen Rekrutierung hängt nicht nur von der Qualifikation ab, sondern von Begleitung, Verlässlichkeit und einem respektvollen Miteinander.

Emsland: Eine Region, die Türen öffnet

Internationale Fachkräfte berichten immer wieder von den Gründen, die sie halten: Stabilität, Nähe, Natur, gute Arbeitsbedingungen und Menschen, die sich Zeit nehmen.

Die Arbeit der Wachstumsregion Ems-Achse e. V., das ESF-geförderte Welcome Center 2.0 und die internationalen Projekte lassen eine Umgebung entstehen, in der Menschen aus aller Welt nicht nur arbeiten, sondern ankommen, bleiben und ein Zuhause finden können.