Leben im Ortenaukreis

Suchen Sie nach einer Region mit viel Sonne, beeindruckender Natur und echter badischer Lebensfreude? Dann lohnt sich ein Besuch im Ortenaukreis.

Ein Besuch im Ortenaukreis lohnt sich immer. Mit 1.700 Sonnenstunden im Jahr, 21 ausgewiesenen Badeseen, mehreren Sterne-Restaurants und 25 Weihnachtsmärkten gehört die Ortenau zu den vielfältigsten Regionen im Südwesten Deutschlands.

Der Ortenaukreis ist der größte Landkreis Baden-Württembergs. Rund 445.000 Menschen leben hier in 51 Städten und Gemeinden. Er ist knapp 60 Kilometer lang, über 30 Kilometer breit und reicht vom Rhein bis in den Schwarzwald. Ortenau gehört zu den landschaftlich vielfältigsten Regionen im Südwesten Deutschlands. Für Touristinnen und Touristen ist dies eine Region, die typisch deutsche Eigenschaften mit einem überraschend mediterranen Lebensgefühl verbindet. Hier treffen Weinberge, Obstanbau, Fachwerkhäuser, dichte Wälder und gemütliche Dorffeste aufeinander. Das Leben in der Ortenau ist geprägt von Tradition, Naturverbundenheit, kulinarischem Genuss und einer besonderen Mischung aus deutscher Ordnung und badischer Gelassenheit. Das „www“ mal anders: Die Region beschreibt sich auch gerne durch die drei „W“ Wald-Wein-Williamsbirne.

Diese badische Gelassenheit findet sich auch in dem speziellen Dialekt der Region – eine alemannische Variante des Deutschen – wieder. So lautet zum Beispiel ein Sprichwort der Region „Wenn’s regnet, wird’s net trocken“. Wörtlich: „Wenn es regnet, wird es nicht trocken.“ Bedeutung: Eine trockene Feststellung, dass man gewisse Dinge nicht ändern kann. Warum’s lustig ist: Der Satz klingt banal – ist aber ein Sinnbild für die pragmatische Gelassenheit der Badener.

Die Ortenau liegt in direkter Nachbarschaft zu Frankreich und teilt sich rund 60 Kilometer Grenze mit dem Nachbarland. Dadurch entsteht ein besonderes internationales Flair. So kann man am Morgen ein Croissant in Frankreich genießen, wenige Minuten später im Schwarzwald wandern und abends ein Glas Wein in einer Straußwirtschaft genießen– das ist hier problemlos möglich. Besonders die Nähe zur europäischen Metropole Straßburg macht die Region für internationale Gäste attraktiv.

Der Ortenaukreis hat Touristinnen und Touristen viel zu bieten. Neben 1.000km ausgewiesenen Wanderwegen finden Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber 21 Badeseen und ein breites Netz an Mountainbike-Trails. Aber auch kulturell Interessierte kommen auf ihre Kosten: mit 90 Museen, 12 Burgen und Schlössern und natürlich 70 Weinfesten ist für jeden etwas dabei.

Mehr als nur Achterbahnen: der Europa-Park in Rust

International bekannt, aber vielleicht nicht immer der Region zugeordnet, ist eine kleine Gemeinde mit gerade einmal 1.000 Einwohnenden: Rust. Hier befindet sich der Europa-Park Rust, in dem innerhalb eines Tages eine Reise durch Europa unternommen werden kann. Der Europapark ist mit seinen europäischen Themenbereichen nicht nur ein gewöhnlicher Freizeitpark mit Achterbahnen. Verschiedene Teile des Parks repräsentieren unterschiedliche Länder mit typischer Architektur, Restaurants und Attraktionen, die an das jeweilige Land erinnern sollen.

Bemerkenswert ist, dass der Europa-Park schon immer ein Familienunternehmen war und ist. Er wird von der Familie Mack betrieben, die ursprünglich Achterbahnen und Fahrgeschäfte hergestellt hat. Noch heute werden viele Attraktionen im Park von dieser Firma entwickelt. Für die Ortenau ist der Park wirtschaftlich sehr wichtig. Tausende Menschen aus der Region arbeiten dort oder profitieren (indirekt) vom Tourismus und den 2025 erstmals über sieben Millionen Besucherinnen und Besuchern des Freizeitparkts.

Die Kukucksuhr: Ursprung eines deutschen Klischees

Ein weltbekanntes Symbol deutscher Tradition stammt ebenfalls aus dem Schwarzwald: die Kuckucksuhr. Zu früheren Zeiten schnitzten die Bauern im Winter vor dem Kamin Kuckucksuhren. Heute gehört die Herstellung dieser Uhren zu einem wichtigen Handwerk der Region. Insbesondere kunstvoll geschnitzte Einzelstücke stellen eine Rarität dar. Im „Erlebnisdorf Uhrenwerk“ können Interessierte die Entstehung der Kuckucksuhr beobachten und sich natürlich auch kräftig mit Souvenirs eindecken.

Viele klassische Kuckucksuhren zeigen typische Motive des Schwarzwalds: geschnitzte Tiere, Tannenzapfen oder kleine Häuser. Besonders verbreitet ist das Design eines kleinen Schwarzwaldhauses mit Dach und Fensterläden. Der Vogel wird durch ein kompliziertes System aus Zahnrädern, Gewichten und kleinen Blasebälgen bewegt, die den charakteristischen Klang erzeugen. Obwohl die Technik relativ alt ist, fasziniert sie Besuchende bis heute.

Kulinarische und kulturelle Kostbarkeiten

Auch kulinarischen Klassiker Deutschlands sind in der Region beheimatet: Schwarzwälder Kirschtorte, Schinken und guter Wein. Da die Region Ortenau zu den wärmsten Deutschlands zählt, hat sich hier ein besonders guter Weinanbau etabliert. Viele Familien betreiben seit Generationen kleine Weingüter. Diese eröffnen im Sommer für wenige Wochen sogenannte Straußwirtschaften, einfache Gaststuben direkt auf den Höfen der Winzerinnen und Winzer, in denen die eigenen regionalen Weine angeboten werden. Eine geöffnete Straußwirtschaft ist an einem vor dem Hof befestigten Zweig, Besen, Kranz oder ähnlichem Symbol zu erkennen. Der Verkauf der eigenen Ware in einer Straußwirtschaft hilft den Winzerinnen und Winzer, ihre Lager für die Lese der neuen Saison im Herbst freiräumen zu können.

Kulturelle Brauchtümer: Nicht nur in den Karnevals- und Fastnachtshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz wird die fünfte Jahreszeit gefeiert. Auch im Schwarzwald und somit auch in Ortenau werden unterschiedliche Sitten und Bräuche gelebt. Durch die bekannte Balkonkletterei des Karnevalspräsidenten wird z. B. das Rathaus erobert, in Sitzungen der Karnevalsgesellschaften wird die Politik aufs Korn genommen. Anders als in den oben genannten Hochburgen wird am Rosenmontag nicht in allen Gemeinden ein bunter und freudiger Umzug veranstaltet. Stattdessen ziehen Jung und Alt, als bewusst nicht gut angezogene Gestalten, im alten, mit Stroh ausgestopften Bettbezug und mit Ruß unkenntlich gemacht, am schwarzen Mändi nach alter Tradition durch die Straßen. Hiermit sollen laut Aberglauben die letzten Dämonen der kalten Wintermonate vertrieben werden, um das ersehnte Frühjahr empfangen zu können.

Kurz gesagt: Der Ortenaukreis ist eine Region, in der sich Natur, Tradition, internationales Flair und Lebensfreude begegnen. Besucherinnen und Besucher finden eine große Abwechselung an Weinbergen, Fachwerkhäusern, Freizeitparks, Kuckucksuhren und sehr viel leckerem Essen auf kleinem Raum wieder.