Die Anlagen zum Anschreiben – alles drin, alles dran?

Im vierten Teil der Serie zur Bewerbung in Deutschland gehen wir darauf ein, was sich hinter den Anlagen der Bewerbung verbirgt.

Tipp:Diesen Text können Sie gerne direkt Ihren Kundinnen und Kunden zur Verfügung stellen.

Großartig – der Lebenslauf ist gelungen, das Anschreiben klingt gut und die Bewerbungsunterlagen für die Bewerbung in Deutschland sind eigentlich fertig – doch tatsächlich fehlt da noch etwas, nämlich die Anlagen, auch Anhang genannt.

Aber was verbirgt sich hinter den Anlagen?

Unter Anlagen oder Anhang versteht man im Kontext der Bewerbungsunterlagen ergänzende Schriftstücke, Dokumente oder Dateien, die eine Bewerbung vervollständigen und die die in der Bewerbung gemachten Angaben belegen.

Sie helfen Arbeitgebenden schnell zu erkennen, wer Sie sind, was Sie können und ob Ihre Qualifikationen zu der ausgeschriebenen Stelle passen.

So gesehen ist Ihre Bewerbung ein Gesamtwerk, welches je nach den Bewerbungsvorgaben aus verschiedenen Bausteinen besteht. Es ist wichtig, sich immer mit den Anforderungen, die in der Stellenausschreibung genannt werden auseinanderzusetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich im digitalen Format online bewirbt oder ob man eine klassische, schriftliche Bewerbung einreicht.

In einem klassischen Anschreiben wird unterhalb der Unterschrift mit etwas Abstand eine neue Überschrift mit dem Titel „Anlagen“ gesetzt. Diese kann gerne hervorgehoben werden, wie zum Beispiel durch Unterstreichen oder Fettdruck. Unter dieser Überschrift werden alle miteingesendeten Unterlagen aufgeführt. Hierzu gehört in der Regel als erstes der Lebenslauf.

Dem Lebenslauf folgen dann die Zeugnisse. Zeugnisse sind in Deutschland wichtige Nachweise, wie zum Beispiel über Schul- oder Ausbildungsabschlüsse oder aber auch über ein vorangegangenes Beschäftigungsverhältnis. Zeugnisse sind mit Bedacht zu wählen. Sie sollen aussagekräftig sein und die in den Bewerbungsunterlagen genannten Angaben bestätigen. Teilnahmebescheinigungen von Freizeitaktivitäten oder Zeugnisse aus der Grundschule gehören nicht in die Anlagen.

Allgemein üblich sind dafür Zeugnisse über den höchsten Schulabschluss, den Berufsabschluss und natürlich, falls vorhanden, den Hochschulabschluss.

Ebenso sind Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgebenden oder Praktikumszeugnisse wichtige Anlagen.

Für Bewerbungen aus dem Ausland gibt es eine weitere wichtige Kategorie von Anlangen. Die Anerkennungsdokumente, die für ausländische Qualifikationen ausgestellt wurden. Diese können, je nach Beruf in Deutschland, verschiedene Bezeichnungen haben. Hier spricht man zum Beispiel von der ZAB-Zeugnisbewertung, dem Anerkennungsbescheid, dem Defizit- oder Feststellungsbescheid, dem Gleichwertigkeitsbescheid, von der Teilanerkennung, der Approbation, der Berufserlaubnis oder auch der Berufsausübungserlaubnis. Legen Sie das Dokument bei, das Ihnen vorliegt und in Ihrem persönlichen Fall den Status Ihrer Berufsanerkennung am besten wiedergibt.

Auch wenn diese Auflistung eher verwirrend klingt, helfen die Anerkennungsdokumente Arbeitgebenden schnell zu erkennen, dass die im Ausland absolvierte Ausbildung bereits offiziell geprüft wurde. Das hilft Rückfragen zu vermeiden und macht bei Arbeitgebenden einen professionellen Eindruck.

Für ausländische Zeugnisse, die nicht auf Deutsch oder Englisch verfasst sind, ist eine Übersetzung oftmals hilfreich. Idealerweise fügen Sie Ihren Bewerbungsunterlagen eine beglaubigte Übersetzung bei. Auch diese gehört in Ihre Anlagen.

Darüber hinaus kann es von Vorteil sein, einen Nachweis über Ihre Deutschkenntnisse anzufügen. Auch hier ist ein Zeugnis in den Anlagen einer Bewerbung gern gesehen. Nutzen Sie z.B. Zertifikate, die Ihre Sprachkenntnisse im Rahmen des Europäischen Referenzrahmens bewerten, also mit den Einstufungen von A1 bis C2.

Der Nachweis über Ihre Fahrerlaubnis, Ihr Führerschein, kann ebenfalls notwendig sein, wenn dieser für die ausgeschriebene Stelle erforderlich ist. Bewerben Sie sich zum Beispiel als Busfahrerin oder Busfahrer, dann ist es für Arbeitgebende wichtig zu sehen, wo und wann Sie Ihren Führerschein abgelegt haben und für welche Fahrklassen Sie die Fahrerlaubnis nachweisen können.

Je nachdem, auf welche Position Sie sich bewerben, können auch weitere Nachweise über Zusatzqualifikationen für Ihre Bewerbung interessant sein. Hierzu kann unter anderem ein Staplerschein, ein Schweißzertifikat, IT-Zertifikate, eine Pflegefortbildung oder aber auch ein Erste-Hilfe-Kurs zählen.

Obwohl im Allgemeinen Nachweise in deutschen Bewerbungsunterlagen gerne gesehen werden, gilt es auch hier, die richtigen Dokumente zu wählen. Denn mehr bedeutet nicht immer besser.

Unterlagen, die nicht in die Anlagen gehören sind zum Beispiel Ihre Geburtsurkunde, Ihr Impfpass oder persönliche Fotos.

Normalerweise listet man die angefügten Dokumente wie folgt auf: Zuerst nennt man den Lebenslauf, dann die Arbeitszeugnisse, Ausbildungs- und Schulzeugnisse, den Anerkennungsbescheid und dann, falls vorhanden die relevanten Sprachzertifikate. Falls erforderlich folgen dann weitere Zertifikate, wie zum Beispiel der Führerschein.

Wählen Sie die relevanten Anlagen immer mit Blick auf die jeweilige Stellenausschreibung aus, denn ein gut und übersichtlich aufgebauter Anhang ergänzt Ihre Bewerbung und macht einen guten Eindruck.

Diese Auswahlkriterien der Anlagen gilt auch für digitale Bewerbungsformate. Auch hier sollte man immer Bezug auf die Stellenausschreibung nehmen und nur relevante Dokumente anfügen. Eine Auflistung der angefügten Dokumente unter der Überschrift „Anlagen“ fällt selbstverständlich weg, wenn Sie kein Anschreiben verwenden. In der Regel sehen Sie aber eine Auflistung der eingereichten Unterlagen in dem jeweiligen Bewerbungsportal.

Wenn diese Auswahl getroffen wurde, dann ist alles drin!