Zum zweiten Mal in Folge punktet Kassel 2025 beim nationalen Vergleich der Großstädte und wird zur glücklichsten Großstadt Deutschlands gekürt. Die drittgrößte Stadt Hessens kann sich sogar im Vergleich zum Vorjahr (7,38 Punkte) weiter verbessern.
Mit einem durchschnittlichen Lebensglück von 7,44 Punkten auf einer Skala von 1-10 wohnen in Kassel die glücklichsten Großstädter, wie aus dem "Glücksatlas" der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) hervorgeht. Zudem ist Kassel nicht nur die glücklichste Stadt Deutschlands, sondern mit Erfurt und Göttingen eine der zentralsten Städte der Bundesrepublik.
Doch was macht die Menschen in Kassel so glücklich?
Die Stadt überzeugt unter anderem mit Ihren vielen Grünflächen. Mit mehr als 60 Prozent Parks und Gärten zählt Kassel zu den grünsten Städten Deutschlands.
Der Bergpark Wilhelmshöhe, der zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, ist der größte Bergpark Europas, der Natur und Kultur verbindet. Neben der Löwenburg und dem Schloss Wilhelmshöhe beherbergt der Park das Wahrzeichen Kassels, eine Statue des griechischen Halbgotts Herkules, von der sich eine großartige Aussicht auf den Park und die Stadt genießen lässt. Während der Sommermonate finden im Bergpark mehrmals pro Woche Wasserspiele statt. Unter aufwendiger Inszenierung und untermalt von musikalischer Begleitung werden die Wasserfälle des Bergparks vom Herkules hinunter bis zum Fontänenteich in Szene gesetzt.
In der barocken Parkanlage Karlsaue in der Nähe des Flusses Fulda befinden sich sowohl das Barockschloss Orangerie sowie ein barockes Marmorbad. Der Park Schönfeld mit mehreren Teichen sowie der Botanische Garten bieten Natur und Erholung direkt in der Stadt.
Zudem ist die Gesundheitsversorgung sowie das Bildungs- und Kulturangebot sehr gut.
Als ehemalige Residenzstadt wartet Kassel nicht nur mit Schlossanlagen auf, sondern verfügt über zahlreiche 50er-Jahre-Bauten und vielfältige Shoppingmöglichkeiten. Seit 1971 ist Kassel zudem Universitätsstadt und bietet mit der Universität Kassel rund 21.000 Studierenden in elf Fachbereichen wie Geistes -und Kulturwissenschaften, Maschinenbau oder Stadtplanung ein Bildungszuhause. Mit der Initiative „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ setzt Kassel auf die kulturelle Wiederbelebung des Stadtkerns und bemüht sich Kunst, Gastronomie und Einzelhandel wieder im Stadtkern anzusiedeln.
Für Kunst- und Kulturbegeisterte ist Kassel besonders interessant. Die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die documenta, findet alle fünf Jahre (das nächste Mal im Sommer 2027) für jeweils 100 Tage an verschiedenen Orten in Kassel statt. Diese Ausstellung hat Kassel den Zusatz documenta-Stadt verschafft.
Darüber hinaus kann man in Kassel mehr als 20 Museen besuchen, wie beispielsweise die Gemäldegalerie Alte Meister, die Neue Galerie, das Hessische Landesmuseum, das Naturkundemuseum und das Museum für Sepulkralkultur.
Bekannt ist Kassel für die GRIMMWELT, in der auf interaktive Weise die Welt der Märchen sowie das Leben der berühmten Brüder Jacob und Wilhelm Grimm präsentiert werden.
Doch nicht nur das Zusammenspiel aus Natur und Kultur macht das Leben in Kassel attraktiv. Für eine Großstadt ist Kassel recht klein und damit übersichtlich und alles ist nah beieinander. Die Kasselerinnen und Kasseler beschreiben Ihre Stadt selber als eine Stadt mit großem Zusammengehörigkeitsgefühl. Man kennt sich noch untereinander und es ist nicht so anonym wie in den „richtigen“ Großstädten. Kassel hat rund 197.000 Einwohnende auf einer Fläche von 106,8 km². Es leben ca. 50.000 Menschen mit Migrationshintergrund in Kassel, was einen Anteil von ca. 24% an der Gesamtbevölkerung ausmacht. Dies liegt damit deutlich über dem deutschen Bundesdurchschnitt von 15 Prozent.
Aufgrund der Lage in einem Tal ist die Stadt von Unwettern geschützt und das Klima ist warm und mild.
Während der Teilung Deutschlands bewarb sich unter anderem Kassel als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, welche aber schließlich Bonn wurde. Heute findet man in Kassel noch das Bundessozialgericht.
Finanziell war Kassel bis 2012 eine der höchstverschuldeten Städte Hessens. Insbesondere aufgrund gestiegener Gewerbesteuereinnahmen konnte Kassel diesen Ruf jedoch hinter sich lassen. Kassel ist nun ein Standort für viele mittelständische Dienstleistungsunternehmen wie z.B. SMA Solar Technology AG und ist Zentrum einiger großer Industrieunternehmen wie z.B. von der Volkswagen AG, der Mercedes-Benz Group oder der K+S Gruppe (Düngemittelproduktion). Die Stadt zählt zur Wirtschaftsregion Mitteldeutschlands und erlebt einen bedeutenden Aufschwung z.B. aufgrund des Güterverkehrszentrums Kassels in der Logistik-Branche in den letzten Jahren. Im Gesundheitsbereich bietet der Arbeitgeber Gesundheit Nordhessen Holding AG vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten.
Der Wohnungsmarkt in Kassel ist von Mehrparteienhäusern mit Mietparteien geprägt. Aufgrund der Attraktivität der Stadt als Universitätsstadt und Industriestandort sind Wohnungen sehr nachgefragt. Im hessischen Vergleich zahlen Mieterinnen und Mieter in Kassel und im Landkreis im Schnitt weniger als in Südhessen mit dem Rhein-Main-Gebiet und sogar noch unter 10,00€/qm, jedoch ist die Nachfrage sehr hoch.
Wer in Kassel leben möchte, wird auf eine kleine, grüne Großstadt treffen, die viele Perspektiven und tolle Freizeitmöglichkeiten bietet. Auch Tierliebhaber kommen auf ihre Kosten. Mit etwa 10.000 Waschbären im Stadtgebiet ist Kassel zudem die europäische Hauptstadt der Waschbären.
