Leben im Rheinland

Das Rheinland, geprägt durch die „rheinische Lebensfreude“ und ein einzigartiges Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Entdecken Sie diese kunterbunte Region an deren Rheinufern unzählige Burgen und die Skylines moderner Städte die Ufer säumen.

Do laachs do dich kapodd – Das Leben im Rheinland

Das schöne Rheinland ist eine Region, die sich insbesondere über Nordrhein-Westfalen (NRW) erstreckt und dabei eine faszinierende Mischung aus beeindruckender Natur, reicher Geschichte, kultureller Vielfalt und attraktiven Arbeitsmöglichkeiten bietet. Ob das imposante Eifelgebirge oder die lebhaften Metropolen Köln und Düsseldorf – das Rheinland begeistert mit seinem Facettenreichtum.

Historisches: Eine Region der Vielfalt und Migration

Kaum eine andere Region Deutschlands ist so stark durch Migration geprägt wie die Rhein-Ruhr-Region. Bereits im späten 19. Jahrhundert zog es die sogenannten „Ruhrpolen“ aus den Ostprovinzen Preußens ins Ruhrgebiet, um dort in den aufstrebenden Bergwerken zu arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Gebieten Ost- und Mitteleuropas sowie Übersiedler aus der Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR ins Rheinland.

Auch in den Folgejahren setzte sich die Zuwanderung fort. Der sogenannte „Gastarbeiterboom“ begann 1955, als gezielt Arbeitskräfte aus Südeuropa, der Türkei, Marokko und weiteren Ländern angeworben wurden. Viele dieser Menschen fanden hier eine neue Heimat, gründeten Familien und sind heute ein fester Bestandteil der rheinischen Gesellschaft.

In den 1980er und 1990er Jahren kamen weitere Gruppen hinzu: Spätaussiedler aus Polen, Rumänien und der Sowjetunion sowie jüdische Kontingentflüchtlinge. Anfang der 2010er Jahre traten Rumänien und Bulgarien der Europäischen Union bei, was erneut viele Menschen auf den rheinischen Arbeitsmarkt brachte. Zuletzt führten die Kriege und Krisen im Nahen und Mittleren Osten und Afrika ab 2015 sowie der Krieg in der Ukraine ab 2022 zu einer weiteren großen Einwanderungswelle.

Für die Arbeitgeber bedeutete dies stets die Herausforderung, sich auf neue Kulturen und Traditionen einzustellen, aber ebenso die Chance, auf einen vielfältigen, gut qualifizierten und motivierten Arbeitskräftepool zugreifen zu können. Gleichzeitig finden die neu Zugezogenen im Rheinland eine Region, die ihre eigenen Traditionen und Bräuche pflegt und eine reiche kulturelle und landschaftliche Vielfalt zu bieten hat.

Kulturelle und landschaftliche Highlights im Rheinland

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Nordrhein-Westfalens zählt zweifelsohne der Kölner Dom. Mit seinen 777 Jahren und einer Höhe von 152 Metern ist er weltweit die dritthöchste Kirche. Seine zahllosen Buntglasfenster, darunter ein berühmtes Fenster des Künstlers Gerhard Richter, beeindrucken jährlich Millionen von Besuchern. Von hier aus gelangt man direkt in die moderne Innenstadt Kölns, die mit ihren zahlreichen Geschäften und Cafés besonders bei jungen Menschen sehr beliebt ist. Einen beeindruckenden Blick auf die Skyline der Stadt bietet eine Fahrt über den Rhein.

Folgt man dem Rhein weiter nordwärts, erreicht man Düsseldorf, die Landeshauptstadt von NRW. Hier erwarten den Besucher die imposante Tonhalle, die markanten Gehry-Bauten sowie der 240 Meter hohe Rheinturm, dessen leuchtende Punkte als überdimensionale Uhr dienen. Düsseldorf begeistert mit zahlreichen Museen, in denen bedeutende Kunstwerke ausgestellt sind, sowie dem hochmodernen Stadtzentrum rund um die Königsallee – eine der exklusivsten Einkaufsstraßen Europas, in der bereits königliche Paare ihre Hochzeitsnächte verbracht haben und immer wieder internationale Stars zu Gast sind. Die Düsseldorfer Altstadt, auch als „längste Theke der Welt“ bekannt, bietet das ganze Jahr über ein lebendiges Nachtleben mit zahlreichen Bars und Restaurants.

Neben dem Phantasialand in Brühl gibt es im Rheinland zahlreiche weitere Großveranstaltungen, wie das eindrucksvolle Feuerwerksspektakel „Rhein in Flammen“, die Düsseldorfer Kirmes und das alljährliche Japanfest. Dank der gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsmittel lassen sich diese Orte schnell und bequem erreichen.

Naturfreunde kommen besonders in der Eifel auf ihre Kosten, die mit ihren Maaren – vulkanischen Mulden – sowie zahlreichen Burgen und Schlössern ein vielfältiges Freizeitangebot für Wanderer und Radfahrer bietet.

Rheinisches Brauchtum: Tradition und Lebensfreude

Das Rheinland ist berühmt für seine traditionsreichen Feste und Bräuche. Hierzu gehören das Schützenwesen, die Flussfischerei an Rhein und Sieg, das Bochumer Maiabendfest, der Osterräderlauf in Lügde sowie der in ganz Deutschland bekannte Karneval.

Der Karneval beginnt jedes Jahr am 11. November („Elfter im Elften“) und erreicht seinen Höhepunkt mit dem Rosenmontagszug, bei dem aufwendig dekorierte Wagen durch die Städte ziehen und „Kamelle“ – Süßigkeiten – ins feiernde Publikum geworfen werden. Besonders die Städte Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen verwandeln sich in dieser Zeit in wahre Karnevalshochburgen. Die bunt kostümierten Feiernden, die man hier „Jecken“ nennt, genießen ausgelassen die fünfte Jahreszeit mit Straßenumzügen, Bühnensitzungen und glamourösen Bällen.

Die Menschen im Rheinland

Die Rheinländerinnen und Rheinländer gelten als lebensfroh, tolerant, herzlich und gesellig. Man lacht gerne, schließt schnell neue Bekanntschaften und löst Probleme gerne pragmatisch – ganz nach dem Motto der „rheinischen Lösung“, bei der jeder ein wenig von dem bekommt, was er möchte. 

Wohnen im Rheinland

Wie in vielen deutschen Großstädten ist der Wohnraum in den Metropolen Köln und Düsseldorf eher knapp, daher ist es ratsam sich frühzeitig mit der Wohnungssuche zu beschäftigen und gegebenenfalls in das Umland auszuweichen. Sowohl für Liebhaber historischer Altbauten als auch für Freunde moderner Neubauten bietet der Wohnungsmarkt im Umland eine große Auswahl. In den ländlicheren Gebieten gestaltet sich die Wohnungssuche deutlich entspannter.

Ähnlich wie beim Wohnungsmarkt verhält es sich mit den Kinderbetreuungsplätzen. In den Ballungsräumen muss man sich frühzeitig um einen KiTa-Platz bemühen, während auf dem Land aufgrund sinkender Geburtenraten bereits heute ein Überangebot an Betreuungsplätzen besteht.

Besonderer Tipp für Ausbildungsplatzsuchende

Für ausländische Schulabschlüsse aus Algerien, Indien, Iran, Marokko, Tunesien, der Türkei und der Ukraine gilt in NRW die Allgemeinverfügung. Diese ermöglicht es, den Mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) ohne weitere Anerkennungsverfahren zu erhalten. Somit wird der Zugang zu Ausbildungsplätzen erheblich erleichtert. Für weitere Informationen stehen die Beraterinnen und Berater der ZAV gerne zur Verfügung.