Betreuungsangebote für ältere Menschen entwickeln

Der Gerontologe Matthias Kirchhoff (29) hat einen sehr vielseitigen Beruf. In einem Pflegewohnstift ist er die Schnittstelle zwischen Bewohnern, Angehörigen, Pflegepersonal und Heimleitung. Er ist hier einer von wenigen Männern in der Führungsebene.

Matthias Kirchhoff muss sicher auftreten, strukturiert handeln und Verantwortung übernehmen können.

Das Pflegewohnstift Alsterkrugchaussee liegt im Hamburger Stadtteil Fuhlsbüttel. 100 Pflegeplätze hat das Haus der Deutschen Seniorenstift Gesellschaft. Matthias Kirchhoff arbeitet dort als „Leiter soziale Dienste und altentherapeutische Angebote“.

In seiner leitenden Funktion kümmert sich der Gerontologe vor allem um Verwaltungsaufgaben und Personal. Das heißt, er plant den Personaleinsatz und schreibt Dienstpläne. Außerdem führt er Vorstellungsgespräche. Und er organisiert die Veranstaltungen im Wohnstift, etwa die Jahresfeste.

Schulung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

Mitarbeiterführung ist eine weitere wichtige Aufgabe. Matthias Kirchhoff schult zum Beispiel die Mitarbeitenden in der Alten-Therapie. Ein Kerngedanke dabei ist die Beziehungsarbeit. „Das bedeutet, dass wir die Menschen in ihrem gesamten Lebensverlauf betrachten.“ So versteht man besser, wenn etwa Vergangenes wieder an die Oberfläche kommt.

„Auf meiner Ebene als Betreuungsleitung gibt es kaum männliche Kollegen. Als ungewöhnlich empfinde ich das nicht, es ist für mich Alltag.“

Er selbst übernimmt ebenfalls Gruppen- und Einzelbetreuungen: „Um Konzepte entwickeln zu können, sollte man die Basisarbeit kennen.“ Zudem hält er mit den Teams Fallbesprechungen ab.

Konzepte entwickeln und prüfen

Damit sind die Aufgaben von Matthias Kirchhoff noch nicht erschöpft. Er entwickelt unter anderem Betreuungsangebote speziell für die „jüngeren Alten“. „Das sind häufig Menschen um die 60, die über keine Pflegestufe verfügen. Aber aufgrund von neurologischen und psychischen Erkrankungen benötigen sie Unterstützung“, erklärt er. „Beispielsweise suche ich nach altersgerechten Beschäftigungsmöglichkeiten.“ So übernehmen etwa einige männliche Senioren handwerkliche Arbeiten im nahen Kindergarten.

Angebote Entwickeln ist das eine, Prüfen, ob sie wirksam sind, das andere. Wie etwa bei den angebotenen Sportübungen zur Stärkung des Gleichgewichtssinns. „Ich messe Werte, die aussagen, ob diese Angebote auch Wirkung zeigen.“

Passgenaues Studium

Matthias Kirchhoff muss sicher auftreten, strukturiert handeln und Verantwortung übernehmen können. Das Fachwissen, das er benötigt, ist fächerübergreifend: „Wie Menschen altern und was das bedeutet, berührt sehr unterschiedliche Themen. Dazu zählen Soziologie, Psychologie, Pflege und auch Wirtschaft“, umreißt er das Spektrum. Auch rechtliche Aspekte kommen hinzu, vom Sozialrecht bis zum Bürgerlichen Recht.

Vieles davon hat er im Bachelorstudium Gerontologie an der Universität Vechta gelernt. Auf diesen Studiengang ist er gekommen, weil sich darin zwei seiner Interessen verbinden: „Ich arbeite gerne konzeptionell und interessiere mich für das Thema Senioren.“

Im Studium empfand Matthias Kirchhoff das Männer-Frauen-Zahlenverhältnis als recht ausgeglichen. Nun ist das anders. „Auf meiner Ebene als Betreuungsleitung gibt es kaum männliche Kollegen. Als ungewöhnlich empfinde ich das nicht, es ist für mich Alltag.“

Das bringt weiter bei der Entscheidung für einen Studienberuf: