Daten 2025 im Überblick
Bestand Arbeitslose (Jahresdurchschnitt):
8.280 (+5,1 Prozent | Vorjahr: 7.880)
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt):
3,1 (Vorjahr: 3,0)
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (Stichtag 30.06.):
169.000 (-0,1 Prozent | Vorjahr: 169.167)
Bestand gemeldeter Arbeitsstellen (Jahresdurchschnitt):
5.005 ( -11,9 Prozent | Vorjahr: 5.680)
Berufsausbildungsstellen:
4.319 (+1,4 | Vorjahr: 4.261)
Bewerber*innen für Berufsausbildungsstellen:
3.148 (+5,7% | Vorjahr: 2.977)
Der regionale Arbeitsmarkt zeigte sich im Berichtsjahr 2025 spürbar angespannt. Claudia Wolfinger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg ordnet die Entwicklung ein: „Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk ist merklich eingetrübt. Unternehmen zeigen sich zögerlich. Die Vermittlung von Arbeitslosen ist schwieriger als in den Jahren zuvor. Das haben wir über das ganze Jahr hinweg gespürt.“
Arbeitslosigkeit stellt sich demnach zum Teil anders dar als in früheren Jahren. Nicht allein die gestiegene Zahl der Arbeitslosen stand im Vordergrund, sondern auch ihre Struktur. Viele – nicht selten ungelernte – Arbeitslose bringen Wolfinger zufolge Qualifikationen mit, die oft nicht zu den Anforderungen der Betriebe passten. Denn Arbeitgeber*innen suchen zunehmend spezialisiertes Fachpersonal. Helfertätigkeiten, für die ausreichend Bewerber*innen vorhanden wären, sind dafür aber zunehmend seltener gefragt.
„Wer keine abgeschlossene Ausbildung hat oder lange aus dem Beruf war, kommt in den vergangenen Monaten deutlich schwerer zurück in Arbeit.“ Besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) zeigte sich diese Entwicklung deutlich. Längere Suchphasen erhöhen zudem das Risiko, dass Arbeitslosigkeit nicht nur vorübergehend bleibt. So ist ein hoher Arbeitslosenstand im Bereich der Arbeitslosenversicherung ein Warnsignal, dass es zu einer nennenswerten Anzahl an Übergängen in den Bürgergeldbezug kommen kann.
„Wenn Menschen länger arbeitslos bleiben, verfestigen sich Probleme. Dann wird aus einem kurzfristigen Risiko eine langfristige Aufgabe“, so Wolfinger. Dabei gehe es nicht um fehlende Bereitschaft, sondern um strukturelle Verschiebungen. „Der Arbeitsmarkt verlangt mehr Qualifikation und mehr Flexibilität. Viele Arbeitssuchende können das kurzfristig nicht erfüllen. Das bremst Vermittlungsversuche“, ergänzt sie.
Spürbarer Rückgang gemeldeter Stellen im Jahresverlauf
Unternehmen agierten angesichts einer international wie regional angespannten Wirtschaftslage entsprechend vorsichtig. Arbeitgeber*innen meldeten spürbar weniger offene Stellen als in den Jahren zuvor. Einstellungen wurden zurückgestellt und Entscheidungen verzögerten sich. Als Folge stagnierte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Berichtsjahr. „Diese Zurückhaltung spürten Arbeitsuchende unmittelbar“, so Wolfinger. „Wenn weniger Stellen gemeldet werden und Unternehmen zurückhaltender agieren, verlängern sich Suchphasen. Dann wird Vermittlung zusätzlich schwieriger – selbst für motivierte und flexible Arbeitsuchende.“
Arbeitslosigkeit: Mehr junge Menschen betroffen
Auffällig ist im speziellen die Entwicklung bei jungen Menschen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel deutlicher aus als in vielen anderen Altersgruppen. Der Anteil der 15-25-jährigen Arbeitslosen im Agenturbezirk ist seit 2023 spürbar gestiegen (2,6 auf 3,1 Prozent). Dazu erläutert Wolfinger: „Der Einstieg ins Berufsleben ist schwieriger geworden. Junge Menschen finden nicht mehr so schnell eine passende Stelle wie früher. Selbst Akademiker*innen haben aktuell häufiger Schwierigkeiten beim Berufseinstieg. Branchen, die lange selbstverständliche Chancen boten, zeigten sich teilweise zurückhaltend. Konkret sind unter anderem KI-Anwendungen oft dazu in der Lage, Tätigkeiten, die früher Berufseinsteigende übernommen haben, abzulösen.“
Transformation belastet das verarbeitende Gewerbe
Spürbar zeigt sich der Strukturwandel im produzierenden Bereich. „Das verarbeitende Gewerbe steht am Standort unter Druck. Transformation, Energiepreise und internationale Unsicherheiten hinterlassen deutliche Spuren“, sagt Wolfinger. Während dort und in der untrennbar verbundenen Arbeitnehmerüberlassung die Beschäftigung zurückging, zeigten sich andere Bereiche stabiler. „Das Dienstleistungsgewerbe konnte einen Teil auffangen. Die Verluste ließen sich jedoch nicht vollständig kompensieren“, ergänzt Wolfinger.
Ausbildungsmarkt bleibt stabil
Trotz der angespannten Lage blieb der Ausbildungsmarkt robust. Sowohl die Bewerber*innenzahl als auch die gemeldeten Stellen verzeichneten einen Anstieg. Es bestand weiterhin ein deutlicher Stellenüberschuss: auf zehn Interessierte kamen im Berichtsjahr 14 Ausbildungsstellen. „Die regionalen Betriebe halten trotz Krise an Ausbildung fest – das ist ein wichtiges Signal“, sagt Wolfinger.
Agentur für Arbeit stärker im Fokus – breites Angebot für Kunden
Angesichts der strukturellen Veränderungen rückt die Rolle der Agentur für Arbeit stärker in den Fokus. Die Säulen Vermittlung, Beratung und Qualifizierung gewinnen an Bedeutung. Abschließend fasst Claudia Wolfinger zusammen: „Unser Auftrag ist es, Menschen auf Veränderungen vorzubereiten und neue Perspektiven zu eröffnen. Dafür sind wir mit vollem Einsatz und mit einem breiten Angebot für unsere Kund*innen da. Von individueller Berufsberatung über Weiterbildungsförderung bis hin zu Umschulungen haben wir viele Instrumente in der Hand.“
Ziel bleibt demnach, Arbeitslosigkeit zu verkürzen und Übergänge in Beschäftigung zu erleichtern – auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen. „Wenn Sie persönlich Unterstützung wünschen, vereinbaren Sie jederzeit einen Termin unter arbeitsagentur.de/eservices“, schließt Wolfinger.
Mit dem neuen Fördercheck können Unternehmen zudem schnell und mit wenigen Klicks selbst herausfinden, ob sie möglicherweise eine unterstützende
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Grafiken zum Arbeitsmarkt 2025: Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg