Bochum. Während viele Menschen mit Zuversicht ins neue Jahr starten, stehen andere vor neuen beruflichen Herausforderungen. Wie in den Vorjahren ist die Arbeitslosigkeit im Januar gestiegen. Die Suche nach einer neuen Anstellung zum Jahresbeginn ist nichts Neues. Ausschlaggebend dafür sind vor allem zwei Gründe: das Auslaufen befristeter Verträge und die geringere Nachfrage in den Wintermonaten.
Im Januar meldeten sich rund ein Drittel mehr Menschen arbeitslos als im Vormonat. 1.266 Personen gingen direkt aus einer Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit, während lediglich 728 Personen eine neue Erwerbstätigkeit im Laufe des Monats aufnehmen konnten. Insgesamt 18.285 Arbeitslose sind im Januar über beide Rechtskreise hinweg (Agentur für Arbeit und Jobcenter) in Bochum arbeitslos gemeldet. Das sind 786 Personen oder 4,5 Prozent mehr als im Vormonat Dezember. Doch verglichen mit dem Januar des Vorjahres hat sich die Arbeitslosigkeit damit verringert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zählt die Agentur aktuell 269 arbeitslose Personen oder 1,4 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt derzeit 9,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 9,4 Prozent.
Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit von Dezember auf den Januar erwartet, freut sich aber über den Rückgang innerhalb eines Jahres: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn ist ein bekanntes Muster. Er fällt etwas höher aus als in den Vorjahren. Nach dem Weihnachtsgeschäft endet vielerorts die kurzfristige Beschäftigung. Dafür starten wir in diesem Jahr wieder mit weniger Arbeitslosen als im Vorjahr. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen nachhaltig in Arbeit zu bringen auch wenn die Vermittlung anspruchsvoller wird. Klar ist, der Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt wird schwieriger. Eine fundierte Ausbildung bleibt aber nach wie vor der beste Schutz vor langfristiger Arbeitslosigkeit. Fachkräfte werden weiter gebraucht. Der Arbeitsmarkt verändert sich. Wer mithalten will, muss sich kontinuierlich weiterqualifizieren. Genau dabei setzen wir auch 2026 wieder an und unterstützen aktiv beim beruflichen Weiterkommen und Vermitteln.“
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 7.318 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 147 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit sinkt die Zahl um 110 Personen. 92,0 Prozent (6.734 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
1.333 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 6 Arbeitslose (0,5 Prozent) mehr. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es 55 arbeitslose junge Menschen oder 4,0 Prozent mehr.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 6.436 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 250 Personen oder 4,0 Prozent mehr . Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 159 Arbeitslose weniger (2,4 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 5.211 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 312 Personen oder 6,4 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 208 Personen oder 4,2 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im Januar 2026 insgesamt 13.074 Arbeitslose. Das sind 474 Arbeitslose mehr (3,8 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 477 Arbeitslose oder 3,5 Prozent weniger. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 71,5 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
518 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Januar 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 10 Stellenmeldungen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 154 Stellen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 3.143 offene Stellen. Das sind 11 mehr als im Vormonat und 267 weniger als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt waren in diesem Monat 22.669 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 442 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Rückgang um 200 Personen.
Mehr Datenmaterial finden Sie anliegend oder unter: Agentur für Arbeit Bochum>Statistik
Wichtige Telefonnummern und eServicevarianten:
• 0234 305 5555: Regionale Hotline der Agentur für Arbeit Bochum
• 0800 4 5555 00: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer
• 0800 4 5555 20: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitgeber
• Bochum.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Jugendliche
• www.arbeitsagentur.de/eServices
• www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit
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